Tempest Rising im Test: Echtzeit-Strategie auf den Spuren von Command & Conquer
Test
Westwood wäre stolz: Tempest Rising kopiert die C&C-Formel ganz ungeniert, macht aber was draus! Im Test muss das Echtzeit-Strategiespiel zeigen, ob es sein großes Vorbild beerben kann.
Die Tempest-Dynasty-Fraktion kommt ohne Extrawährung aus, hier wird alles ganz klassisch mit Credits bezahlt, die man für gesammeltes Tempest verdient. Allerdings müssen die Tempest immer ein Gebäude nach dem anderen platzieren, darf aber dafür mehrere Bauaufträge aneinanderreihen.
Außerdem hat die Dynasty besondere Kraftwerke, die zwar viel Platz wegnehmen, sich aber auf Knopfdruck überladen. Dadurch werden dann umliegende Werkstätten und Kasernen beschleunigt, so dass sie schneller Einheiten produzieren, was gerade im Multiplayer sehr wertvoll ist. Allerdings nehmen die überladenen Gebäude dadurch kontinuierlich Schaden, den man regelmäßig reparieren muss.
Reparieren statt neu kaufen
Auch deshalb verfügen die Dynasty über ein spezielles Fahrzeug, das sich in eine Reparaturstation verwandeln lässt. Dann flickt es zuverlässig alle Fahrzeuge und Gebäude im näheren Umkreis wieder zusammen. Das ist nicht nur wertvoll an der Front, sondern auch verdammt praktisch bei der Basisverteidigung - eure Mauern, Tore und Türme werden so einfach von selbst repariert und ihr braucht euch um nichts weiter kümmern.
Quelle: PC Games
Manche Gebäude lassen sich mit Upgrades verbessern.
Überhaupt spielt Reparatur eine wichtige Rolle in Tempest Rising, was man vor allem an den Ingenieuren merkt, die hier viele Funktionen auf einmal erfüllen. Natürlich können sie genau wie in Command & Conquer feindliche Gebäude erobern oder Brücken instandsetzen, außerdem dürfen sie Minenfelder beseitigen. Besondesr praktisch finden wir aber, dass sie Fahrzeuge und Gebäude jederzeit kostenlos reparieren können, selbst mitten im Gefecht. Das spart so viel Klickarbeit!
Passend dazu dürft ihr Ingenieure auch in manche Fahrzeuge schicken, wie zum Beispiel den GDF-Truppentransporter oder in einige Hubschrauber. Dadurch verpassen sie der Einheit kurzerhand einen praktischen Heileffekt, durch den sich ihr Lebensbalken langsam wieder füllt. Das macht sie in vielen Missionen ausgesprochen nützlich.
Probleme in der Übersicht
Einheiten erhalten im Kampf außerdem Erfahrungspunkte und steigen in Rängen auf. Im Einheitenfenster gibt es sogar einen kleinen Erfahrungsbalken und detaillierte Tooltipps für Bewaffnung und Rüstung. Auf höheren Rängen verbessern sich diese Werte deutlich, auf Maximalstufe erholen sich Einheiten außerdem ganz von selbst. Es lohnt sich also, Einheiten mit Veteranenstatus am Leben zu halten!
Quelle: PC Games
Die Veti setzen eine Art Zombie als billige Fußsoldaten ein.
Eben das ist im Eifer des Gefechts aber gar nicht so einfach, denn gerade einige Fußsoldaten der Dynasty heben sich optisch kaum voneinander ab. ob man da jetzt gerade Techniker, Sturmschützen, Mechaniker oder Sprengmeister ausgewählt hat, ist auf normaler Zoomstufe kaum zu unterscheiden, ganz besonders auf dunkleren Maps. Hier sollte man sich also mit Kontrollgruppen behelfen, um den Überblick zu behalten.
Unkompliziert, aber nicht zu seicht
Trotzdem artet Tempest Rising nie in zu viel Mikromanagement aus, die Entwickler versuchen sich eher an einem Mittelweg. Einerseits spielt es sich so simpel wie ein klassisches C&C, andererseits haben einige Einheiten auch eine alternative Bewaffnung oder Spezialfähigkeiten, die man erst von Hand einsetzen muss.
Ein gutes Beispiel sind die Drohnensoldaten der GDF: Die teilen zwar schon ganz von allein kräftig gegen Fahrzeuge und Lufteinheiten aus, doch wer mag, kann die Drohnen auch manuell steuern und damit noch mehr Reichweite erzielen, während die Soldaten in sicherer Entfernung zurückbleiben. Ob ihr solche Fähigkeiten einsetzt oder nicht, ist aber meistens ganz euch überlassen.
Quelle: PC Games
Gute Effekte, tolle Atmosphäre: Die Inszenierung erinnert im positiven Sinn an C&C.
Auch bei euren Stützpunkten achten die Entwickler darauf, es nicht zu übertreiben. Beide Seiten haben einfach ein paar Gebäude, die man gegen eine Gebühr verbessern kann, dadurch erhalten sie dann zum Beispiel ein passives Einkommen, erzeugen mehr Energie oder schalten neue Einheiten und Abwehrtürme frei. Davon mal abgesehen ist der Basisbau aber genau so simpel wie in einem Tiberian Sun oder Red Alert 2 umgesetzt.
Das betrifft auch das Bauen von Mauern und Toren, das ist mit wenigen Klicks erledigt und kann sich wirklich lohnen, denn in vielen Missionen müsst ihr eine ordentliche Verteidigung aufbauen. Mit Mauern, Raketenbatterien und Artillerie haltet ihr euch die meisten Angreifer zuverlässig vom Leib.
Anders als bei C&C gibt es allerdings keine Superwaffen wie Atombomben, Gewitterstürme, Ionenkanonen oder sowas. Stattdessen dürft ihr gegen Gebühr verschiedene Spezialangriffe einsetzen, zum Beispiel könnt ihr einen Jet herbeirufen, der ein paar Bomben abwirft - das ist zwar nützlich, aber auch nicht übermächtig.
