Gaming-Tastaturen: Verschiedene Taster-Arten

Special Antonio Funes
Gaming-Tastaturen: Verschiedene Taster-Arten
Quelle: Razer

In unserem Special zum Thema Gaming-Tastaturen bieten wir neben einer Marktübersicht mit mechanischen Modellen auch Wissenstipps, die einen Kauf erleichtern

Mechanische Taster: Verschiedene Typen

Quasi die Mutter aller mechanischen Switches ist die Firma Cherry, die auch selbst Tastaturen herstellt und lange Zeit der Standardlieferant für die Tasten der Tastaturen anderer Hersteller war. Inzwischen haben einige Peripheriehersteller aber eigene Taster entwickelt, und mit Kailh gibt es seit einigen Jahren einen besonders starken, auf Switches spezialisierten Konkurrenten zu Cherry. Viele Tastatur-Hersteller setzen aber weiterhin auf Cherry-Taster, teilweise gibt es sogar Hersteller, die Modelle mit Cherry-Tastern und andere Modelle mit selbst produzierten oder alternativen Tastern anbieten.

Da Cherry die verschiedenen Sorten kennzeichnet, indem das Material in den Switches verschiedene Farben hat, werden auch die Swicthes in Farben unterteilt. Viele Hersteller halten sich an die Farbcodes und benennen ihre Switches dann analog zu Cherry - kurz vor der Marktübersicht haben wir hierzu auch später noch eine kleine Tabelle vorbereitet. Doch macht eine Switch-Sorte aus? Es gibt vier wichtige Eigenschaften, die ein Taster haben kann: Widerstand, Auslöseweg, Feedback und Klicken.

Der Auslöseweg bestimmt, wie weit man eine Taste herunterdrücken muss, damit sie als gedrückt gilt - denn es ist nicht nötig, eine Taste bis zum Anschlag zu drücken, sondern eben nur so weit, wie der Auslöseweg es vorgibt. Die Frage, wie feste man drücken muss, um die Taste in Bewegung zu setzen, beantwortet der Widerstand - zu hoch darf er nicht sein, damit die Finger nicht ermüden.

Zu niedrig aber auch nicht, damit die Tasten nicht schon vom Anhusten nach unten gleiten. Diese beiden Werte sind aber bereits recht speziell, obwohl immer mehr Hersteller mit Switches werben, die besonders kompakt sind und dank kleiner Auslösewege einen Vorteil in Games versprechen, da die Taste früher als gedrückt gilt im Vergleich zu klassichen Switches.

Razer Orange-Switch (taktil, ohne Klicken): Der Verlauf des Kraftaufwandes im Vergleich zum zurückgelegten Weg zeigt, wo der Widerstand beim Drücken (obere Kurve) höher wird und ein Feedback erzeugt. Die untere Kruve zeigt, was beim Loslassen der Taste geschieht. Quelle: Razer Razer Orange-Switch (taktil, ohne Klicken): Der Verlauf des Kraftaufwandes im Vergleich zum zurückgelegten Weg zeigt, wo der Widerstand beim Drücken (obere Kurve) höher wird und ein Feedback erzeugt. Die untere Kruve zeigt, was beim Loslassen der Taste geschieht. Deutlich wichtiger sind für die Kaufentscheidung aber eher die Eigenschaften Feedback und Klicken. Es gibt Taster, die keines von beiden haben - hier muss man dann entweder die Tasten bis zum Anschlag herunterdrücken, um sicherzugehen, dass der Befehl erkannt wurde, oder aber ein Gefühl für den Auslöseweg entwickeln.

Hilfreich ist daher ein Feedback beim Drücken der Taste - man spricht dabei auch von taktilen Tastern: Am Ende des Auslöseweges erhöht sich der Widerstand ein wenig, was man beim Tippen bemerkt - durch dieses Feedback spürt man, dass die Taste weit genug heruntergedrückt wurde. Wem das noch nicht reicht, der kann sich dies auch noch durch ein deutlich hörbares Klicken bestätigen lassen. Taster, die nur klicken, aber kein Feedback haben, gibt es nicht.

Viele (selbst ernannte) Pro-Gamer setzen eher auf Taster, die gar kein Feedback bieten, da sie meinen, dass das Überwinden des zusätzlichen Widerstandes bei Tastern mit Feedback zu viel Zeit kostet. Den Nachteil dabei haben wir oben schon erwähnt: Wenn man kein Feedback hat, muss man erst ein Gefühl dafür entwickeln, wie weit man die Taste herunterdrücken muss, damit der Befehl registriert wird.

Viele Nutzer, die auf eine solche Taster-Art umsteigen, haben vor allem in den ersten Wochen beim Tippen das Phänomen, dass Buchstaben im Text einfach fehlen, sowie dass beim Gaming manch eine Aktion nicht ausgeführt wird, da sie mangels Feedback die Taste zu früh losgelassen haben. Geht man wiederum auf Nummer Sicher und drück die Taste bis zum Anschlag, verpufft der Vorteil der Feedback-losen Taster wiederum. Wir raten daher eher zu einer Tastatur mit Tastern, die ein Feedback haben. Ein Klicken ist aber eher nicht nötig, zumal dies selbst mit laufendem Spiele-Sound nerven kann.

Weiter geht's auf Seite 3!

  1. Seite 1 Gaming-Tastaturen: Rubberdome und mechanisch
  2. Seite 2 Gaming-Tastaturen: Verschiedene Taster-Arten
  3. Seite 3 Gaming-Tastaturen: Makros, LEDs und Größe
  4. Seite 4 Gaming-Tastaturen: Letzte Kauftipps und Marktübersicht
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk