ESO-Taverne in Thüringen: Wie Heldrungen zum Herzstück der Elder-Scrolls-Online-Community wurde

Kolumne Carlo Siebenhüner
ESO-Taverne in Thüringen: Wie Heldrungen zum Herzstück der Elder-Scrolls-Online-Community wurde
Quelle: Siomotion

Wir waren auf der ESO-Taverne unterwegs. Neben Bogenschießen, Schwertkampf und vielen tollen Leuten waren wir besonders beeindruckt, wie die Elder-Scrolls-Welt ein kleines Dorf in Thüringen mit Leben erfüllt.

Als ich am 11. Juli 2025 am Bahnhof in Heldrungen, Thüringen stehe, ist da erst mal nicht viel. Ein großer Parkplatz, eine Lagerhalle und ein paar Wohnhäuser begrüßen mich. Die Schienen sind hier nur eingleisig verlegt, jede Stunde hält ein Zug auf dem Weg nach Erfurt oder Sangerhausen. Letzteres ist übrigens meine Heimatstadt, ich kenne also die Gegend und ihre Eigenheiten. Allerdings bin ich nicht für den Heimatbesuch da, sondern um nach Tamriel zu reisen, den Schauplatz der Elder-Scrolls-Spiele. Denn das liegt seit Neuestem einmal im Jahr im Kyffhäuserland in Thüringen.

Ein Luftbild der Wasserburg Heldrungen Quelle: Siomotion Die Wasserburg Heldrungen liegt mitten im Dorf.

1000 Leute für ESO

Der 11. Juli ist ein Freitag und über das ganze Wochenende findet auf der Wasserburg in Heldrungen die ESO-Taverne statt. Ein Community-Event, das bereits 2013 ins Leben gerufen wurde, also noch bevor das dazugehörige MMO überhaupt offiziell an den Start gegangen ist. Damals fand sie noch im Rahmen der Gamescom statt, um Alpha-Tester und vor allem Neulinge an das frische MMO heranzuführen.

Doch mit den Jahren mauserte sich nicht nur The Elder Scrolls Online zu einem der beliebtesten und größten MMOs der Welt, sondern auch die ESO-Taverne vom Anhängsel der Gamescom zum eigenständigen Event. Spätestens nach der Corona-Pandemie ging man den nächsten Schritt. Mit der Burg Satzvey und anschließend der Wasserburg in Heldrungen als Locations war die ESO-Taverne zum Wochenenden-füllenden Erlebnis mit Livemusik und zahlreichen Aktivitäten geworden.

Zur diesjährigen Ausgabe konnte ich mir selbst ein Bild vom Spektakel machen, da Bethesda netterweise eingeladen hat. Die Taverne ist in der ESO-Community mittlerweile schon weitreichend bekannt. Um die 1000 Leute haben sich dieses Jahr auf der Wasserburg in Heldrungen zusammengefunden und es hätten noch sehr viel mehr sein können.

Zwei Leute üben sich im Schwertkampf Quelle: Siomotion Professionelle Schwertkampflehrer gaben kleine Crashkurse. Wie mir Community-Manager Kai Schober im Gespräch erklärt, ist der Andrang für die Tickets enorm, und das Organisationsteam muss im Vorfeld harte Entscheidungen treffen. Wer die ESO-Taverne besuchen möchte, muss bei der Anmeldung nämlich erst mal einen guten Grund dafür angeben, warum ausgerechnet er oder sie zu den Glücklichen zählen soll. Erst wer grünes Licht von der Orga hat, darf sich Tickets vorbestellen. Das ist auch so gewollt, denn Bethesda möchte das Event bewusst eher klein halten, damit der heimelige und familiäre Charakter nicht verloren geht.

Ein Event für Macher!

Den bekomme ich dann spätestens einen Tag nach meiner Ankunft mit. Wo man in diesem Jahr bereits am Freitag mit einem kleinen Grillabend gestartet ist, ist der Samstag traditionell der Haupttag für die ESO-Taverne. Hier kommen die meisten Besucher und es gibt auch am meisten zu tun. Überall auf dem Gelände der Wasserburg werden dann viele verschiedene kleine Aktivitäten angeboten, bei denen man mitmachen kann. Das Kerzenziehen und das Schmieden von Schmuckstücken hatten dieses Mal die längsten Schlangen.

Doch auch Bogenschießen, Schwertkampf oder ein Zeichenkurs im Gewölbe der Burg konnten einige Leute anziehen. So mancher hat sich sogar professionell tätowieren lassen, mit einem von mehreren speziell für das Event angefertigten Motiven. Cosplayer tummeln sich überall mit ihren teils unglaublich aufwendigen Kostümen und seit einigen Jahren gibt es auch immer noch einen lächerlich großen (und leckeren) Kuchen, der dann von den Fans verputzt wird.

Bildergalerie

Zum Abschluss wartet jedes Jahr ein kleines Highlight am Abend. Nachdem man in den vergangenen Jahren Konzerte von Saltatio Mortis und Versengold oder auch mal ein riesiges Feuerwerk abgebrannt hat, ging es dieses Jahr bewusst etwas ruhiger, aber nicht weniger schön zu. Mit einem Fackelumzug ging es um die Burg herum und am Ende saß man noch gemeinsam am Feuer mit Marshmallows und Stockbrot.

Ich weiß, gerade letzteres klingt dann schon hart nach Klassenfahrt, aber das war in diesem Fall nichts Schlechtes. Im Gegenteil war das sogar das bestechende Merkmal, das nach drei Tagen Taverne am meisten in meinem Kopf nachgehallt hat. Die ESO-Taverne ist kein von vorn bis hinten durchkommerzialisiertes Event. Auch wenn es nach PR-Gewäsch klingt, aber hier steht die Community im Fokus.

Alles ist darauf ausgelegt, dass man ein Wochenende gemeinsam Spaß hat und nicht darauf, dass man seinen Spielern maximal viel Geld aus dem Rücken leiert. Ja, die Tickets sind nicht umsonst, aber gerade im Vergleich mit anderen Events hält sich Bethesda hier noch angenehm zurück für das Gebotene. Diese Stimmung wirkt sich auch auf die Community aus.

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