Super Mario World 2: Yoshi's Island im Retro-Special - Die Fortsetzung, die keine war
Special
Eigentlich eine Fortsetzung, aber mit einem grünen Dino, der alles anders macht? Yoshi's Island brach 1995 bewusst mit der Mario-Formel. Warum dieses ungewöhnliche SNES-Abenteuer bis heute als eines der kreativsten Nintendo-Spiele gilt, verraten wir euch in unserem großen Retro-Special.
Ach, Kinder sind doch etwas Schönes, oder? Naja, meistens schon, außer wenn sie häufig solche Kreischanfälle bekommen wie Baby Mario in Yoshi's Island auf dem Super Nintendo. Ein Sound, der sich damals bei vielen Spielern vermutlich unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt hat.
Eigentlich als Fortsetzung zum erfolgreichen Super Mario World geplant, ist Super Mario World 2: Yoshi's Island dann doch etwas ganz Eigenes geworden. Umso spannender ist da noch einmal der Blick zurück. Als letztes großes Abenteuer auf dem SNES vor dem Sprung zum N64 lieferte Nintendo nochmal einen Titel, der damals wie heute aus der Masse heraussticht.
In diesem Artikel
Warum dieses Spiel so anders war, wie es überhaupt dazu kam und weshalb es heute als eines der letzten großen Highlights der 16-Bit-Ära gilt, klären wir in diesem Retro-Special.
Quelle: PC Games
In jedem Level gibt es fünf Grinseblumen zu finden. Die geben euch nicht nur die Chance auf ein Bonus-Level, sondern sind auch wichtig, wenn ihr die 100% erreichen wollt.
Frischer Wind für Super Mario
Anstatt Mario einfach nur durch neue Levels flitzen zu lassen, entschied sich Nintendo in Super Mario World 2 für etwas komplett anderes. Zwar immer noch mit dem Klempner als Hauptfigur, allerdings nicht mehr in der Rolle des Protagonisten. Die wurde nämlich jetzt Yoshi zuteil.
Der grüne Dino, der einst nur als Nebencharakter in Super Mario World eingeführt wurde, bekam plötzlich ein eigenes Spiel spendiert. Was damals noch niemand wusste: Mit Yoshi's Island wurde zugleich der Grundstein für ein ganzes Sub-Franchise im Nintendo-Kosmos gelegt.
Als Yoshi's Island 1995 erschien, befand sich die Videospielbranche gerade mitten im Umbruch. Das Super Nintendo hatte seine erfolgreichsten Jahre eigentlich schon hinter sich, während mit der PlayStation und dem Sega Saturn bereits eine neue Konsolengeneration an den Start ging. Aber auch Nintendo selbst blieb nicht in der Zeit stehen. Die Nachfolgekonsole N64 stand kurz vor der Veröffentlichung und sollte mit echter 3D-Grafik neue Maßstäbe setzen.
Quelle: PC Games
Vorsicht vor den Sporen! Berührt Yoshi sie, verändert sich seine Wahrnehmung und damit auch kurzzeitig die Dynamik des Levels.
Gerade deshalb wirkte die Entscheidung, noch ein großes 2D-Spiel für das SNES zu veröffentlichen, zunächst fast wie ein Schritt zurück. Viele Entwickler richteten ihren Blick zu dieser Zeit bereits auf die Möglichkeiten der dritten Dimension und versuchten, die nächste Evolutionsstufe des Mediums zu definieren. Ein klassisches Mario-Abenteuer wäre in dieser Phase wohl die sicherere Bank für den Abschluss der 16-Bit-Ära gewesen.
Doch Nintendo entschied sich bewusst gegen diesen naheliegenden Weg. Statt ein weiteres, möglichst vertrautes Mario-Spiel zu liefern, nutzte das Team rund um Shigeru Miyamoto die Gelegenheit für ein Experiment. Mit Yoshi's Island setzte Nintendo zwar weiterhin auf bereits bekannte Figuren, veränderte aber ihre Rollen. Dadurch fühlte es sich wie eine Art kreativer Gegenentwurf zu den Entwicklungen der damaligen Zeit an.
