Originaltest zu Super Mario Galaxy

Special Lukas Schmid
Originaltest zu Super Mario Galaxy
Quelle: Nintendo

Ein Rückblick der etwas anderen Art: Passend zum Release der Sammlung Super Mario 3D All-Stars für die Nintendo Swiich, in der Super Mario 64, Super Mario Sunshine und Super Mario Galaxy gebündelt werden, haben wir für euch unsere Originaltests aus der N-ZONE zu den Spielen herausgekramt und veröffentlichen sie hier neu für euch. Und etwas richtig Cooles zu gewinnen gibt es auch noch!

Und zum Abschluss gibt es nun den Test zu Super Mario Galaxy aus der N-ZONE 01/2008 zu lesen!

Super Mario Galaxy

Ein Spiel wie Sternenstaub: Funkelnd, fein, fulminant! Wir analysieren, was die Mario-Traumgalaxie auszeichnet.
Autor: Christoph Kraus

Es sind die faszinierendsten Spielminuten im Leben eines Mario-Fans: Wer Super Mario Galaxy zum ersten Mal anfasst, der erlebt ein Abenteuer für alle Sinne. Das Wii-Epos beginnt mit dem ungewohnt reißerisch inszenierten Kidnapping von Prinzessin Peach. Die Story ist zwar nicht besonders kreativ, wohl aber die Erzählweise. Rasante Schnitte und das "Sofort mittendrin"-Gefühl machen deutlich: Hier will man schnell zum Punkt kommen. Zum Spielspaß! Schon die nächste Szene verdreht uns buchstäblich den Kopf, denn die Spielwelt wird plötzlich verkehrt herum dargestellt. Logisch, da das Pilzkönigreich diesmal nicht flach, sondern rund ist. Genauso rund wie das Spiel selbst? Wir haben in die Sterne geblickt und untersucht, welche genialen Elemente Super Mario Galaxy zu einem Geniestreich machen. Mit verblüffenden Erkenntnissen!

Im Sog der Galaxie

64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (1) Quelle: PC Games 64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (1) Kleine Schritte für euch, ein großer Schritt in Richtung Spielspaß: Das Tempo und die Vielfalt der ersten Szenen ist extrem hoch: Bowser ballert Meteoriten vom Himmel herab und ihr rennt durch die aufgebrachte Toad-Horde zum Schloss eurer Prinzessin. Dort lauert schon der fiese Magier Kamek (bekannt aus Super Mario World) und richtet Drohgebärden an euch. So viel geballte Action zu Beginn einer Mario-Episode haben wir noch nie zuvor erlebt. Auch das "Intro-schnell-wegdrück-Syndrom" gibt es nicht: Die Videoschnipsel in Super Mario Galaxy sind allesamt so knapp wie möglich gehalten, um euch ohne Umschweife ins Spiel zu bringen. Nach wenigen Minuten beginnt eure erste Aufgabe: Fangt alle Hasen ein, die auf einem Miniplaneten umhertollen. Gesagt, getan - schwupps, schon lernt ihr Rosalina, die Leiterin der Sternwarte, kennen.

Sie steht euch ab sofort als Beraterin zur Seite und weist euch in den Aufbau des Planetariums ein. Bald darauf die zweite Mission: Stampft in der Umdrehboden-Galaxie alle Bodenplatten ein, damit ein glänzender Powerstern zum Vorschein kommt. Bereits in diesen ersten Spiel­szenen zeigt sich die Brillanz von Super Mario Galaxy: Ihr werdet nicht von einer allzu komplexen Spielwelt erdrückt, wie es bei Super Mario Sunshine zeitweise der Fall war. Stattdessen führen euch die Charaktere des Spiels stets an der Hand. Sie bringen euch die Steuerung bei, erklären auf sehr charmante Art und Weise die Spielmechanik oder führen euch in die Welt ein. Und der Spieler nimmt dies alles nicht bloß als Tutorial hin - er befindet sich von Beginn an im Sog des Spiels. Zuletzt schaffte dies nur The Legend of Zelda: Twilight Princess, und selbst hier war der Beginn eher mühsam.

Stern? Warte, ich komme!

Kaum zu glauben: Mario hat sogar eine Chance im Wettrennen gegen diesen Hai. Quelle: PC Games Kaum zu glauben: Mario hat sogar eine Chance im Wettrennen gegen diesen Hai. Der Clou von Super Mario Galaxy ist die offene Spielwelt: Ihr könnt jederzeit selbst bestimmen, welche Aufgabe ihr als Nächstes in Angriff nehmt. Ein Rätsel ist zu schwer? Dann besucht einfach eine andere Galaxie! Was in Super Mario 64 das Toadstool-Schloss und in Super Mario Sunshine die Isla Delfino waren, das ist diesmal die Sternwarte: Von dort hopst ihr zu den sechs Planeten, sprecht mit herumwuselnden Toads, lasst euch von Rosalina Tipps geben, besucht die Bibliothek und lasst euch zu neuen Galaxien schießen. Später könnt ihr die Sternwarte sogar aus der Luft erkunden - aber das habt ihr bestimmt schon selbst herausgefunden. Die Kuppel lässt sich mit fortschreitender Spieldauer immer weiter erkunden. Schließlich aktivieren die Powersterne auch die Stromzufuhr zu höher gelegenen Galaxien.

Leider sind oberweltbasierte Rätsel wie das Ablaufenlassen des Swimmingpools in Super Mario 64 passé. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb man zum Durchspielen von Super Mario Galaxy keine Lösungshilfe benötigt - der Fokus des Spiels liegt ganz klar auf der eigenen Erkundung. Die Oberwelt ist außerdem wesentlich kleiner als das 64-Bit-Toadstool-Schloss ausgefallen. Hier trafen die Entwickler die richtige Entscheidung, denn durch die kompakte Struktur kommt ihr noch schneller zu eurem Ziel: den Powersternen!

Schnapp sie dir alle!

64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (3) Quelle: PC Games 64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (3) 120 dieser Relikte sind insgesamt in der Sphäre der Mario-Galaxie verstreut. Damit blieb die Anzahl seit Super Mario 64 konstant. Um die Glitzergesichter einzusammeln, müsst ihr beispielsweise in der ersten Galaxie namens "Terrasse" ein Wettrennen gegen einen ziemlich gut trainierten Rochen gewinnen. Im Honigbienenkönigreich befreit ihr anschließend eine Hummel von ihrem Wehwehchen: Sie klagt über fünf Sternensplitter, die in ihrem Bauch stecken. Als Dank für die Befreiungsaktion winkt - ihr werdet es kaum erraten! - ein Powerstern. Gerade bei dieser Mission werden Erinnerungen an Marios zurückliegende Freundschaftsdienste wach: Schon im Wuchtwall von Super Mario 64 habt ihr einen überdimensionalen Wummp von seinem Rückenleiden erlöst, indem ihr ihm einige Stampfer verpasst habt. Am Grundrezept der Aufgaben hat sich also nichts verändert. Das Erstaunliche daran ist auch heute noch: Obwohl das Gameplay von Super Mario Galaxy so vielfältig ist, wird die Spielmechanik nie auf Biegen und Brechen verändert - fast alle Levelziele sind mit Marios typischen Aktionen zu erreichen, also mit Springen, Laufen, Fuchteln. Ein Bruch des Gameplays findet somit zu keiner Zeit statt.

Zeig mir, wo die Sternlein steh'n

Marios Ausflug in die Traumgalaxie ist genauso traumhaft geworden wie der Anblick dieses Powersterns. Quelle: PC Games Marios Ausflug in die Traumgalaxie ist genauso traumhaft geworden wie der Anblick dieses Powersterns. Ein paar Mal wird das typische Mario-Spielkonzept allerdings doch (ohne negative Auswirkungen) gebrochen, zum Beispiel bei der Aufgabe "Test-Ball": Dort haltet ihr die Wii-Fernbedienung wie einen Stab hochkant und balanciert Mario auf einem Flummi vorwärts. Eine winzige Bewegung genügt, um den Klempner anzuschubsen - mit der A-Taste könnt ihr in dieser Lage sogar springen. Dieser Level ist fordernd und gleichzeitig sehr angenehm spielbar. In der Küchen-Galaxie schickt ihr Mario außerdem in einer Seifenblase durch einen hindernisgespickten Parcours. Wer an den Stachelblöcken andockt, hat sofort verloren - ohne ein ruhiges Händchen geht's hier also nicht. Daneben gibt es noch Einlagen, in denen ihr Mario - in einer Blase gefangen - via Wii-Pointer zum Ziel befördert. Ihr drückt dazu einfach die A-Taste und richtet die Wii-Fernbedienung auf den Bildschirm. Schon geht Marios wundersame Reise aus der Von-oben-Perspektive los.

Doch gibt es ein Erfolgsrezept, warum das Gameplay von Super Mario Galaxy in jeder Hinsicht funktioniert? Ja, das gibt es: Es ist die "Ich will auch mal ran!"-Formel. Das Abenteuer ist tatsächlich so ausgelegt, dass Spieler von 5 bis 99 Jahren Spaß haben können, jeder auf seine Weise. Was klingt, wie ein billiger Werbetext, ist in Wahrheit eine sehr raffinierte Methode der Entwickler: Wer für die oftmals sehr schwierigen Hüpfpassagen zu wenig Fingerfertigkeit besitzt, der widmet sich eben anderen Missionen. Die Motivation bleibt dadurch stets gewahrt, egal ob ihr alle 120 Powersterne sammeln möchtet oder auf halber Wegstrecke aufgebt. Doch um den Oberfiesewicht zu besiegen, sind ohnehin nur 60 Sterne notwendig. Und lasst euch gesagt sein, das Abenteuer ist nach dem Weichklopfen des Endgegners noch lange nicht vorbei. Ihr könnt also ruhig nochmal dieselbe Spielzeit draufschlagen, wenn ihr Super Mario Galaxy einmal durchgespielt habt.

Unsichtbares Helferlein

64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (4) Quelle: PC Games 64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (4) Aus der Erkenntnis heraus, dass niemand zu ungeschickt für Super Mario Galaxy ist, hat Nintendo den Kooperations-Modus integriert: Zeigt ein zweiter Spieler auf den Bildschirm, kann er dadurch nicht nur Kristalle einsammeln, sondern sie mittels B-Trigger auch auf Gegner abfeuern. In einer besonders stressigen Situation könnt ihr euren Mitstreiter auch bitten, einen Feind anzuhalten - dazu zeigt er einfach mit der Wii-Fernbedienung auf den Bildschirm und schon wird der Unhold kurzzeitig kampfunfähig gemacht. Wir haben uns im Wertungskasten allerdings bewusst gegen eine Multiplayer-Wertung entschieden, da Super Mario Galaxy in erster Linie ein Solospiel ist. Der Koop-Modus bereichert lediglich das Hauptabenteuer, ist aber für uns keine vollwertige neue Spielvariante. Er führt allerdings dazu, dass ihr eurer Freundin ruhig die Fernbedienung in die Hand geben könnt - wetten, dass aus "Spiel mal kurz mit!" eine ganze Weile länger wird?!

Das beste Spiel mit den besten Ideen

64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (6) Quelle: PC Games 64, Sunshine, Galaxy: Unsere Originaltests zu den Klassikern + Gewinnspiel! (6) Wir möchten in diesem Test so wenige Missionsziele wie nötig verraten, schließlich lebt Super Mario Galaxy primär vom unglaublichen hohen Überraschungsfaktor. Wenn ihr euren Bruder Luigi in einem sehr überraschenden Domizil zu einem sehr unverhofften Zeitpunkt trefft, brennt sich dieser Videospielmoment einfach in euer Gedächtnis ein. Auch die Verwandlungen in Bienen-, Regenbogen-, Feder-, Eis- und Feuer-Mario leben von der spontanen Metamorphose. Wir können euch versichern, dass Super Mario Galaxy die hohe Qualität der ersten Levels durchweg hält und dem Abenteuer nicht auf halber Länge die Puste ausgeht. Auch Befürchtungen, dass das Spiel zu einfach sein könnte, bewahrheiteten sich nicht. Zwar sind manche Powersterne recht simpel zu ergattern und zumeist dauert ein Abschnitt nicht länger als sechs Minuten, aber das dadurch gewonnene Spieltempo ist ein fairer Kompromiss.

High-Definition-Mario

Pflopp! Diese Seifenblasenmaschine befördert Mario in die Luft. Quelle: PC Games Pflopp! Diese Seifenblasenmaschine befördert Mario in die Luft. Keine halben Sachen machten die Entwickler bei der Grafik von Super Mario Galaxy. Erfreulicherweise sind 16:9 und 480p integriert - das bringt Komponentenkabel-Zockern den All-Krawall in Breitbild und knackescharfer Auflösung auf den Fernseher. Ebenfalls nett: Die Wi-Fi Connection wird für den Austausch von Spielrekorden unterstützt. Wenn ihr euren Freunden also beweisen möchtet, dass ihr den Rochen mit einer unglaublichen Bestzeit geschlagen habt, schickt ihnen einfach die Liste via Internet. Was uns ebenfalls gefällt: Bestimmte Mittelungen des Postboten-Toads werden direkt an die Pinnwand im Wii-Hauptmenü geheftet. So werdet ihr auch dort daran erinnert, dass ihr noch eine Mission in der Galaxie zu erfüllen habt. Und die ist es in jeder Hinsicht wert, erfüllt zu werden! Super Mario Galaxy ist nicht nur das beste und hübscheste Wii-Spiel, sondern beweist vielmehr, dass das kreative Potenzial der Wii unerschöpflich ist. Ein Traum für die Sinne, eine Wonne für den Spieler und definitiv ein Ausnahmespiel für die Wii - denn darauf haben wir nach Twilight Princess lange gewartet. Hier ist es!

Meinung Sebastian Stange

Welch ein Meisterwerk! Super Mario Galaxy funktioniert auf jeder Ebene. Es sieht toll aus, hört sich grandios an und spielt sich wie ein Traum. Kein Level gleicht dem anderen und jeder Powerstern stellt euch vor eine ganz neue Herausforderung. Ich bin begeistert, fasziniert und völlig hingerissen. Bei so viel kreativen Spielideen frage ich mich, ob Miyamoto dieses Spiel jemals toppen kann. Ich kann jedem Wii-Besitzer nur dringend zum Kauf des Spiels raten. Ihr werdet es nicht bereuen!

Meinung Maik Koch

Kaum bin vom Weltraum-Trip durch die Metroid-Galaxie zurück, verlasse ich schon wieder den Planeten Erde, um den Power-Klempner bei der Sternensuche zu unterstützen. Die Steuerung ist exzellent, das Spiel sieht fantastisch aus und das Leveldesign ist einfach genial. Super Mario Galaxy fliegt deshalb mit Leichtigkeit auf Platz 1 der besten Wii-Spiele des Jahres. Einzig die Story wirkt etwas aufgesetzt, aber bei dem Gameplay-Feuerwerk verzichte ich gerne auf eine gut erzählte Geschichte.

Meinung Christoph Kraus

Ja, Super Mario Galaxy ist das beste Mario-Spiel aller Zeiten. Ja, es ist auch das hübscheste Wii-Spiel. Und ja, ich vermute, dass es seine Spitzenstellung in beiderlei Hinsicht noch lange halten wird. Dazu gibt's einen orchestralen Soundtrack, den ich bislang nur von einer Mario-Soundtrack-CD des Tokyo Symphonic Orchestra kannte. Die Mario-Power ist eben ungebrochen! Und jetzt wieder in die Galaxie ...

Wertung: 96/100

Bildergalerie

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