Erst auf die Steam Wishlist, dann gekauft: Warum Online-Wunschlisten so wichtig sind und warum sie gerade für kleinere Entwickler eine große Chance darstellen
Mehr Einträge, aber wie?
Wie laut das Feedback der Gaming-Community allerdings ist, hängt eben auch von der generierten Aufmerksamkeit ab. Große Produktionen können diese aufgrund der millionenschweren Budgets mithilfe von Marketing-Kampagnen generieren. "Kleinere Entwickler können dagegen durch eine hohe Anzahl an Wishlist-Einträgen auf Steam überhaupt erst einmal die nötige Sichtbarkeit erlangen und Spieler*innen auf ihre Titel aufmerksam machen. Hier kann ein starker Hebeleffekt einsetzen.
Sie können mit verhältnismäßig wenig Budget eine größere Reichweite erzielen und potenzielle Spieler*innen auf ihre Titel aufmerksam machen. Besonders hilfreich finden wir übrigens die Möglichkeit, die meist gewishlisteten Spiele nach Genre zu filtern", erklären uns die Vertreter von Kalypso Media.
Das Schlimmste, was man hier tun kann, ist nichts zu tun. Wer Wishlist-Einträge will, muss auch immer wieder darauf hinweisen. So sollte am Ende jedes Trailers die Aufforderung stehen, sich in die Wishlist einzutragen. Im Marketing-Jargon spricht man hier von einer Call-to-Action. Auch das Einbinden von QR-Codes in Trailer ist mittlerweile eine gängige Methode, um Nutzer auf die Seiten zu locken.
Kooperationen mit Influencern erweisen sich im Hinblick auf Wishlist-Einträge als lukrativ, da sich hier im Idealfall eine Art Schnellballeffekt entwickeln kann. Jedoch kommt es auch hier auf die richtige Wahl der Kooperationspartner an. Allerdings kommt es auch hier auf die richtige Auswahl der Kooperationspartner an.
Quelle: Kalypso Media
Commandos Origins
Bei Nischenspielen wie dem Strategietitel Commandos Origins von Kalypso kommen beispielsweise nur bestimmte Influencer und Medien infrage, deren Zielgruppe auch wirklich zum Spiel passt. Nur so können Streuverluste minimiert und die Interessenten erreicht werden, die den Titel später auch kaufen.
Gleiches berichtet Konstantin Suvorov von CobraTekku Games. Man muss seine Community und auch sein Spiel kennen: "Bei The Edge of Allegoria haben wir einen Mix aus Game-Boy-inspiriertem RPG-Gameplay und schwarzem Humor, jedoch ist nicht jeder Aspekt für jeden Spieler gleich wichtig. Für manche muss man mehr über das Mastery- und Skill-System reden und bei anderen ist es wichtiger, den Fokus auf die Story und den Humor zu legen."
Quelle: CobraTekku Games
Edge of Allegoria
Vergiss uns nicht!
Doch neben der Aufmerksamkeit vor dem Release hat beispielsweise die Steam Wishlist eine ganz entscheidende Funktion. Wenn das Produkt erscheint oder im Angebot ist, verschickt das Portal automatisch eine Benachrichtigung an alle Nutzer, die das Spiel auf ihrer Wunschliste haben. Diese Benachrichtigung ist wertvoller als so manche Marketingkampagne. Denn damit erreichen Entwickler und Publisher genau ihr Publikum - nämlich diejenigen, die sich ohnehin schon im Vorfeld für das Spiel interessiert haben.
Florian Emmerich von THQ Nordic ergänzt diese Mechanik: "Das ist eine direkte Kund:innenansprache, die zu Kaufanreizen führt. Und somit ist das Tool Wishlist sowohl für große wie für kleine Publisher und Entwickler wichtig.
Zusätzlich gibt es teilweise auch noch Medien-Coverage gratis dazu, wenn Outlets wie IGN, Gamespot oder andere große Portale darüber berichten, welche Spiele in den Wishlist-Toplisten oben stehen." Übersichtsartikel oder auch Best-of-Videos sind somit kostenlose Werbung und können als Multiplikatoren dienen.
