Die Steam-Wunschliste ist extrem wichtig: Darum ist sie so bedeutsam!

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Die Steam-Wunschliste ist extrem wichtig: Darum ist sie so bedeutsam!
Quelle: PC Games

Erst auf die Steam Wishlist, dann gekauft: Warum Online-Wunschlisten so wichtig sind und warum sie gerade für kleinere Entwickler eine große Chance darstellen

Vielleicht ist es euch schon einmal aufgefallen: Am Ende von großen Präsentationen und Trailern fordern euch Entwickler und Publisher auf, das zuvor gezeigte Spiel unbedingt zu "wishlisten". Ihr sollt es also zum Beispiel auf eure Steam-Wunschliste setzen.

Gut, so ein kleiner Merkzettel kann bei der Flut an Neuerscheinungen nicht schaden. Doch die Steam Wishlist ist weit mehr als nur ein netter Reminder. Gerade für kleine und mittlere Entwickler und Publisher ist sie ein wichtiges Werkzeug, um das allgemeine Interesse an einem Produkt zu messen. Eine gute Platzierung in den Wishlist-Charts hat also Gewicht.

Wir haben deshalb nachgefragt: Warum ist die Steam Wishlist für Entwickler und Publisher so bedeutsam und warum zeigt sie schon lange vor dem Release eines Spiels mögliche Erfolge oder Misserfolge auf?

Wie funktioniert die Steam Wishlist?

Grundsätzlich gibt es zwei Seiten der Steam Wishlist: die der User und die der Entwickler beziehungsweise Publisher. Als Steam-Nutzer könnt ihr über die App spannende Titel verfolgen. Unterhalb des Profils findet ihr drei Buttons: "+Wunschliste", "Folgen" und "Ignorieren". Letzteres wählt ihr aus, wenn ihr das entsprechende Spiel nicht mehr angezeigt bekommen wollt.

Mit "Folgen" bleibt ihr auf dem Laufenden und durch "+Wunschliste" landet es in eurer Wishlist. Diese könnt ihr bequem über den Shop-Reiter aufrufen und so den Überblick behalten. Außerdem erhaltet ihr eine E-Mail-Benachrichtigung bei Erscheinen des Spiels.

Für Publisher und Entwickler ist ein Wishlist-Eintrag wertvoll. Denn er sorgt dafür, dass das Spiel innerhalb des Steam-Algorithmus häufiger angezeigt wird. Doch es ist die Masse, die den Unterschied macht. Denn nur so schafft es ein Spiel in die "Am meisten gewünscht"-Charts. Ein Platz auf der Startseite bedeutet eine zusätzliche Plattform und mehr Aufmerksamkeit. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels führen Titel wie Monster Hunter Wilds, Deadlock und Hollow Knight: Silksong die Liste an.

Steam-UI Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich

Wie sehr steigern Wishlists die Verkäufe?

Wer nun denkt, dass Wunschlisten erst in jüngster Zeit an Bedeutung gewonnen haben, der irrt. Konstantin Suvorov, Project Marketing Manager bei CobraTekku Games, erklärt uns im E-Mail-Interview: "Wishlists haben schon immer eine wichtige Rolle gespielt, jedoch haben besonders in den letzten Jahren mehr Devs über ihren tatsächlichen Nutzen gelernt und können somit ihre Aktivitäten wie etwa Kooperationen mit Influencern oder Presseartikel besser planen und bewerten."

Letzteres ist insbesondere für Indie-Studios und Publisher wichtig, um die eigenen Marketingaktivitäten messen zu können: Wie viele Wishlists hat dieser Artikel oder dieses Video generiert? Erreicht das Spiel die richtige Zielgruppe und werden dessen Stärken hinreichend präsentiert?

"All das fragen wir uns tagtäglich und Wishlists sind dabei eines der besten Bewertungskriterien", führt Suvorov aus. Ein Spiel mit 1.000 Wishlist-Einträgen wird aus seiner Sicht wahrscheinlich nicht erfolgreich sein. Ein Titel mit über 100.000 Einträgen dagegen schon.

Doch wie viele Nutzer kaufen tatsächlich ein Spiel von ihrer Wunschliste? Diese Schnittmenge - die sogenannte Conversion - variiert stark. Konstantin Suvorov betont im Interview, dass nicht alle Wishlists die gleiche Qualität mitbringen. Selbst Titel mit Tausenden von Wishlist-Einträgen sind schon gefloppt.

"Der Grund dafür: es macht einen großen Unterschied, ob hinter dem Wishlist ein Fan steht, der dein Spiel auf jedem Event gespielt hat oder ob es jemand ist, der eine Werbung auf TikTok gesehen hat und sich dachte: 'Ach, ich wishliste mal und behalte das im Auge'. Wir als Publisher können uns nie sicher sein, wie gut die Qualität der Wishlists ist, weswegen es aber umso mehr Sinn ergibt, so viele Wishlists wie möglich zu sammeln", führt er seine Argumentation aus.

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Als grober Richtwert gilt laut Florian Emmerich, Head of PR bei THQ Nordic, eine Conversion-Rate von zehn bis 20 Prozent. Allerdings, so Emmerich weiter, müsse man auch Aspekte wie Social-Media-Aktionen, Community-Events oder auch Messeauftritte in die Rechnung einbeziehen. Gerade Veranstaltungen wie beispielsweise die Gamescom können hier noch einmal das Zünglein an der Waage sein und gleich auf mehreren Ebenen für mehr Zuspruch und mehr Wishlist-Einträge sorgen.

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