Erst auf die Steam Wishlist, dann gekauft: Warum Online-Wunschlisten so wichtig sind und warum sie gerade für kleinere Entwickler eine große Chance darstellen
Auf die Frage nach den negativen Auswirkungen von Release-Verschiebungen zeigt sich Kalypso Media indes zuversichtlich. Auch wenn Wishlist-Rückgänge möglich sind, sieht er hier vor allem eine Herausforderung in der Kommunikation mit der Community:
"Andererseits kann eine Verschiebung, die gut kommuniziert wird und die Vorfreude aufrechterhält, dazu führen, dass das Interesse nicht verloren geht. Wir begründen eine Release-Verschiebung immer nachvollziehbar und gehen mit der Community in den Austausch. Daher haben wir bislang keinen Einbruch der Wishlist-Zahlen vernommen."
Diesen Eindruck bestätigen auch unsere übrigen Experten. "Was man DAGEGEN tun kann, damit der eigene Titel oben steht? Nix tun, nichts zeigen oder am besten sogar nur schlechte, langweilige Sachen zeigen - und im Ernst, DAFÜR hilft konstantes Arbeiten und das Spiel so oft wie möglich sichtbar machen und versuchen, dass es schon vorab bei Presse, Content Creators und bei den Spieler*innen als vielversprechend gilt", bringt Florian Emmerich die Sache etwas salopp auf den Punkt.
Aber auch auf der Wishlist ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn auch wenn die Wishlist einen guten Eindruck vom Hype um ein Projekt vermittelt, bilden die Rezensionen das Gegengewicht. Sobald ein Spiel auf dem Markt ist, können Käuferinnen und Käufer auf Steam ihre Meinung dazu abgeben. Überwiegend negative Steam-Rezensionen können daher auch gute Platzierungen in den Wishlist-Charts zunichtemachen.
Noch Verbesserungspotenzial für Wishlists?
Das aktuelle Wishlist-System hilft also Entwicklern und Publishern, ihre Spieler zu identifizieren und eine Community um sie herum aufzubauen. Doch wie kann diese Funktion in Zukunft erweitert werden?
Florian Emmerich wünscht sich etwa eine Belohnungsmechanik innerhalb der Portale, um die Spieler noch stärker zur aktiven Nutzung von Wishlists zu motivieren. "Vielleicht eine Funktion, dass man Käufer*innen belohnen kann, die ein Game lange auf der Wunschliste hatten und dafür dann ein Ingame-Item erhalten, wenn sie es kaufen.
Oder ich bekomme ein Abzeichen oder ein Achievement, wenn ich eine bestimmte Anzahl Games auf der Wishlist habe. Vielleicht auch eine Art Titel, etwa 'Der Stratege', wenn ich mir hundert Strategiespiele wünsche." Seiner Ansicht nach wurden zwar Algorithmen in der Vergangenheit bereits angepasst und Wishlists auch durch Event gepusht, jedoch ist hier "noch Luft nach oben".
Quelle: THQ Nordic
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Vertreter von Kalypso Media regen hingegen eine grundsätzliche Änderung der Optionen an: "Wir würden uns eine Vereinfachung des Systems wünschen: Neben Wishlists gibt es auch die Möglichkeit, einem Spiel, Publisher oder Entwickler auf Steam zu 'folgen'. Es würde unserer Meinung nach Sinn ergeben, beides zu migrieren."
Dass sich etwa die Steam Wishlist kontinuierlich weiterentwickelt, zeigt sich beispielsweise in der jüngsten Integration von Demos. Wer das Hauptprogramm gewishlistet hat, erhält automatisch eine Benachrichtigung, dass die dazugehörige Probierversion online ist. Auch über die Methode können Kaufentscheidungen dauerhaft gefestigt werden. Wishlist-Funktionen jedenfalls sind für uns als User nützlich, für Entwickler und Publisher aber absolut wertvoll. Es bleibt abzuwarten, inwiefern die Macher der Portale diese zukünftig weiter ausbauen.
