Wir leisten unseren Beitrag: Starship Troopers: Terran Command im Test

Test Felix Schütz 22,49 €
Wir leisten unseren Beitrag: Starship Troopers: Terran Command im Test
Quelle: Slitherine Software

Und es geht doch: Nach all den Jahren gibt es endlich ein Spiel zu Starship Troopers, das zur Abwechslung mal Spaß macht. Perfekt ist es bei Weitem nicht, aber das hat auch niemand erwartet. Die Strategie-Überraschung im Test.

Die Bugs schleudern uns zwar meistens nur einfache Kriegereinheiten entgegen, doch zwischendurch treten auch immer wieder stärkere Varianten auf, die unsere komplette Aufmerksamkeit verlangen. Tigerbugs sind stark gepanzert und bringen einfache Soldaten schnell in Bedrängnis, spuckende Bugs greifen aus der Ferne an, während die riesigen Tanker-Bugs und Skorpione nur mit Raketen schnell und effektiv bekämpft werden können. Schade allerdings, dass unsere Einheiten selbst nicht in der Lage sind, ihre Ziele clever zu wählen: Ein Scharfschütze feuert einfach auf alles, was in Reichweite ist - selbst wenn das bedeutet, dass er völlig sinnfrei einen schwer gepanzerten Gegner beschießt, während die verwundbaren leichten Ziele an ihm vorbeiflitzen. Ihr seid also oft damit beschäftigt, euren Einheiten ihre Ziele vorzugeben.

Noch mehr Mikromanagement ist bei den Fähigkeiten gefragt: Jede Einheit kann Erfahrung verdienen und dadurch zwei Mal aufleveln, dabei werden auch besondere Talente oder Bonuswaffen freigeschaltet. Soldaten können dann eine Shotgun-Salve feuern, Ingenieure werfen Brandgranaten, Scharfschützen knipsen schwere Ziele mit Betäubungsschüssen aus und der Funker lässt kurzzeitig ein Schiff über dem Schlachtfeld kreisen. Jede dieser Fähigkeiten muss von Hand ausgelöst und oft noch platziert werden, eine "Autocast"-Funktion gibt es nicht. Das sorgt manchmal für unnötig hektische Momente, in denen wir uns eine Pause- oder Slowdown-Funktion gewünscht hätten.
Grafisch ist Terran Command nur okay, doch das gleicht der dynamische Soundtrack wieder aus. Quelle: PC Games Grafisch ist Terran Command nur okay, doch das gleicht der dynamische Soundtrack wieder aus.

Überraschung: Das Spiel hat Bugs

Zusätzlich macht uns leider auch manchmal die KI einen Strich durch die Rechnung. Da werden Attack Moves nicht immer richtig erkannt und unsere Soldaten marschieren munter ins nächste Insektengrüppchen. Oder eine Einheit feuert einfach nicht, weil sie glaubt, ihr Schussfeld sei blockiert (was vielleicht auch stimmt, aber als Spieler weiß man's schließlich nicht!). Immer wieder verhaken sich Soldaten auch mal oder schlittern ungelenk um die Levelgeometrie, was oft wertvolle Sekunden kostet, in denen sich der nächste Bug schon mal ein Häppchen genehmigen kann. Hier sollten die Entwickler unbedingt nachbessern, denn mehr als einmal hatten wir das Gefühl, unsere Truppe nicht immer so ganz im Griff zu haben, wie wir es uns gewünscht hätten.

Bei der Gelegenheit sollten die Entwickler auch noch ein wenig an der Bug-Bau-Mechanik feilen. Bugs haben auf fast allen Maps unterirdische Höhlen, aus denen unendlich viele Gegner spawnen und auf eure Basis zumarschieren. Zusätzlich gibt es noch kleinere Höhlenausgänge, die Bug-Löcher, die sich in der Nähe befinden. Um so einen Bau vollständig auszuräuchern, müsst ihr erst mal mehrere Gegnerwellen herauslocken und die Population so auf ein Minimum drücken. Danach habt ihr ein kurzes Zeitfenster, um mit ein paar Soldaten in den Bau einzufallen und den Viechern den Rest zu geben, damit ihr endlich eure Ruhe habt. In diesem Zeitfenster kann es allerdings passieren, dass der Bau wieder an Stärke gewinnt, während euer Trupp noch mit dem Abstieg beschäftigt ist - schlimmstensfalls verliert ihr dann eure Einheit, ohne dass ihr wirklich etwas dafür könnt.
Erst wenn ihr so einen Bug-Bau gesäubert habt, lassen die ständigen Angriffe der Bugs nach. Quelle: PC Games Erst wenn ihr so einen Bug-Bau gesäubert habt, lassen die ständigen Angriffe der Bugs nach.

Sound schlägt Grafik

Das niedrige Budget sieht man dem Spiel an. Vor allem herangezoomt zeigt die braune Landschaft matschige Texturen und auch die Einheiten selbst wirken eher zwecksmäßig als detailliert. Trotzdem geht die Grafik für einen Budget-Titel absolut in Ordnung, es gibt hübsche Explosionen zu sehen, die Framerate bleibt auch bei vielen Bugs stabil, die Beleuchtung ist stimmungsvoll und der Look der Filmvorlage wird ganz gut eingefangen. Ungewohnt finden wir allerdings die Spielkamera, die lässt sich nämlich nicht frei drehen oder schwenken. Dadurch fällt es manchmal schwer, Höhenstufen richtig einzuschätzen, was gerade im Eifer des Gefechts stören kann.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk