Wir leisten unseren Beitrag: Starship Troopers: Terran Command im Test
Test 22,49 €
Und es geht doch: Nach all den Jahren gibt es endlich ein Spiel zu Starship Troopers, das zur Abwechslung mal Spaß macht. Perfekt ist es bei Weitem nicht, aber das hat auch niemand erwartet. Die Strategie-Überraschung im Test.
Die ätzende Satire, mit denen sich der Film gegen Faschismus, Militarismus und sogar seine eigene Buchvorlage positionieren wollte, findet sich im Spiel nur noch in Ansätzen. Drei "Hauptfiguren" begleiten die Missionen mit Gesprächen, in denen auch mal der Wert von Soldatenleben oder blinder Gehorsam thematisiert wird. In einem Level sollen wir außerdem dafür sorgen, dass ein unliebsamer Zivilist in Ruhe exekutiert werden kann, natürlich live auf sämtlichen Fernsehkanälen. Doch gerade die bitterbösen Werbe-Einspieler, die Verhoeven zur Selbstentlarvung in seinem Film einstreut, werden leider nicht aufgegriffen. Auch von der antidemokratischen Gesellschaftsform, die Menschen künftig in Zivilisten und Bürger unterteilt, gibt es nix zu hören oder zu sehen. Stattdessen bekommt ihr vor Missionen nur ein paar kurze Comic-Sequenzen aus schlichten Standbildern vorgesetzt, die den Stil des Films zwar imitieren, aber niemals seine Wirkung erreichen. Als satirischer Kommentar taugt Terran Command also leider nicht und es fügt dem ganzen Setting auch nicht das Geringste hinzu. Hatten wir das von einem Videospiel erwartet? Natürlich nicht. Aber bei der Lizenz hätte es sich zumindest angeboten.
Quelle: PC Games
Simpel und effektiv: Gebäude werden auf festen Slots platziert, Truppen durch Landungsschiffe abgesetzt.
Besser als erwartet
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Dem Spielspaß tut das aber keinen Abbruch. Terran Command ist ein modernes Echtzeitstrategiespiel, das sich voll auf die Einheiten konzentriert. Basisbau gibt es nur in seiner simpelsten Form, ihr dürft auf festen Plätzen zwar ein neues Gebäude errichten, aber dazu braucht es nur einen Klick, schon steht es da. Ressourcen werden auch nicht regelmäßig geschürft, stattdessen müssen eure Soldaten Depots sichern und verstreute Nachschubpakete einsammeln, die euer Limit erhöhen. Damit könnt ihr dann beispielsweise mehr Einheiten aufs Spielfeld bringen oder eure Mechaniker sind in der Lage, kleine Geschütztürme zu errichten. Viel mehr ist da nicht zu beachten. Allerdings finden die Entwickler hier eine gute Methode, um das Gameplay auf die Lizenz abzustimmen: Einheiten werden nicht gebaut oder ausgebildet, sondern aus dem Orbit via Transportschiff abgesetzt. Außerdem heilen sich unsere Truppenverbände nicht von selbst, stattdessen dürfen wir sie kostenfrei an bestimmten Landezonen mit frischen Einheiten erneuern. Das ist ungewohnt, passt aber gut zur Vorlage (die es mit Logik ohnehin nicht so genau nahm).
Quelle: PC Games
Der dynamische Soundtrack sorgt immer für die richtige Stimmung.
Auf den meisten Maps befinden sich außerdem weitere kleine Außenposten, die ihr einnehmen könnt, um euer Truppenlimit zu erhöhen und neue Bauplätze zu sichern. Auch das kennen wir so ähnlich aus dem Film, aber Vorsicht: Wenn ihr einen Stützpunkt nicht sichert, können ihn die Bugs blitzschnell zurückerobern. Gerade in den späteren Missionen, die auf angenehm weitläufigen Maps spielen, ist da ein wenig Planung gefragt.
Die Einheiten: Jeder hat zu kämpfen, niemand drückt sich
In Terran Command befehligt ihr in der Regel keine einzelnen Soldaten, sondern Squads mit mehreren Kämpfern. Da sich eure Truppen gegenseitig die Schusslinie blockieren können und von selbst keine Anstalten machen, sich vernünftig in Stellung zu bringen, ist gute Positionierung das A und O: Einfache MG-Soldaten feuern effektiv aus der zweiten Reihe, während ganz vorne die Ingenieure mit ihren Flammenwerfern dafür sorgen, dass der Ansturm der Bugs zum Erliegen kommt. Scharfschützen profitieren von höheren Positionen und riesiger Reichweite, während Raketensoldaten problemlos aus jeder Ecke heraus feuern können. Später erhalten wir auch noch weitere, mächtigere Einheiten, darunter einen Flottenkommandanten, der Luftschläge ordern und Landezonen errichten kann. Gegen Ende dürfen wir auch Mechs und Soldaten in mechanischen Exoskeletten in die Schlacht führen, da haben sich die Entwickler vom Buch inspirieren lassen. Die Einheitenauswahl geht insgesamt also in Ordnung für die eher kurze Spielzeit.
