Starlink im Test: Abwechslungsarmut, Loot, Spielwelt, Star Fox
Test 26,99 €
Mit Starlink: Battle for Atlas möchte Ubisoft sein gewohntes Open-World-Spielkonzept auch jüngeren Spielern schmackhaft machen. Dazu kombinieren die Macher unterhaltsame Arcade-Weltraum-Action für PS4, Xbox One und Nintendo Switch mit echten Spielzeugraumschiffen, deren Flügel, Piloten und Waffen ihr nach euren Wünschen miteinander kombiniert. Unser Test verrät, ob das Konzept aufgeht, wie gut die Weltall-Schießerei geworden ist und was die Switch-exklusiven Star-Fox-Inhalte taugen.
Abwechslungsarmut
In diesem Artikel
Wenn ihr kleine Nebenaufträge für die Außenposten erledigt, genug gesammelte Pflanzenproben oder Mineralien an sie verkauft oder einfach genug Rohstoffe blecht, könnt ihr eure Stellungen zudem aufstufen. Überhaupt gibt es Ubisoft-typisch viel zu entdecken und erledigen in der Open World von Starlink. Immer wieder stoßt ihr auf Ruinen, Raumschiff-Wracks, Bauplätze für Außenposten, unentdeckte Tiere und Ähnliches.
Quelle: PC Games
Auf der Sternenkarte seht ihr stets, wie viel Einfluss eure Fraktion im Kampf mit der Vergessenen Legion hat und wo ihr am besten eingreift.
Allerdings offenbart sich hier auch Starlinks größtes Manko, nämlich die vorherrschende Abwechslungsarmut beim Gameplay. Es gibt zwar viel zu tun, doch im Grunde macht man auf jedem Planeten immer das gleiche aufs Neue. In den ersten Spielstunden ist das noch kein Problem, doch Spätestens wenn man auf dem vierten Planeten wieder von Null ab seine Allianzstellung errichten muss, macht sich die Eintönigkeit breit. Immerhin sorgen die stärkeren Gegner auf den späteren Planeten für spannende Kämpfe, was die Sache etwas lindert. Dennoch hätten mehr verschiedene Wege zur Stärkung der eigenen Fraktion geholfen, zumal es an mehreren Punkten im Story-Verlauf nur dann weitergeht, wenn die Allianz stark genug ist. Die Haupthandlung selbst ist übrigens nichts Besonderes dafür aber gut in Szene gesetzt zum einen mit schicken Zwischensequenzen und zum anderen mit reichlich gut auf Deutsch vertonten Funksprüchen während ihr mit eurem Schiff durch die Gegend düst.
Motivierender Sammelwahn
Richtig motivierend ist dagegen das Sammeln der Schiffsmodifikationen, die ihr in Starlink an allen Ecken und Enden in Schatzkisten findet, für den Abschuss von Gegnern einkassiert oder anderweitig erhaltet. Mit den Mods verstärkt ihr sowohl euer Schiff als auch die Waffen mit dauerhaften Boni wie mehr Schaden, höherer Panzerung, besserer Wendigkeit, schnellerer Feuerrate und so weiter. Wie bei modernen Loot-Systemen üblich, gibt es die Mods in verschiedenen Seltenheitsgraden samt entsprechender Farbunterteilung. Gerade im letzten Spieldrittel lohnt es sich, an der Konfiguration aus Schiff, Waffen und Mods zu tüfteln, um das beste Ergebnis für die bevorzugte Taktik zu erzielen. Wir haben zum Beispiel am liebsten sehr schnelle, extrem wendige Schiffe gebaut, die auf hohen Schaden und schnellere Aufladung der Piloten-Spezialfähigkeit gesetzt haben. Ein ultraträges, tankiges Schiff ist aber ebenso möglich wie ein guter Allrounder.
Quelle: PC Games
Zu den Highlights von Starlink zählt die schön gemachte Spielwelt, deren Planeten sich optisch stark voneinander unterscheiden.
Schöne Spielwelt
Während ihr die Mods grundsätzlich per Zufall findet, gibt es auch eine Handvoll komplett einzigartige Stücke, die in optisch sehr imposanten Monumenten zu finden und von sehr starken Wächtern verteidigt werden. Auch sonst ist Ubisoft die Gestaltung der Spielwelt wirklich gelungen. Visuell unterscheiden sich die Planeten deutlich voneinander, Flora und Fauna sorgen für Atmosphäre und auch die Lichtstimmung ist stellenweise grandios - vor allem auf PS4 und Xbox One. Wenig überraschend sieht Starlink auf den leistungsstärkeren Konsolen insgesamt spürbar schöner aus, wobei es sehr stattlich ist, was die Entwickler aus der Technik der Switch herauskitzeln. Vor allem, dass das Spiel stets flüssig läuft, sogar im Zwei-Spieler-Splitscreen-Koop, ist beachtlich. Dafür müsst ihr aber Abstriche bei den Texturen, Lichteffekten, der Weitsicht und der Menge an Objekte in Kauf nehmen. Einen genauen Vergleich seht ihr im Grafikvergleichs-Video unten.
Der gerade erwähnte Koop steht euch übrigens im gesamten Spiel zur Verfügung, wobei sich der zweite Spieler allerdings nicht zu weit vom ersten entfernen darf. Dafür braucht ihr keine extra Schiffe oder sonstigen Zusatzpakete, denn der zweite Spieler kann im Zweifel einfach die gleiche Ausrüstung nutzen wie Spieler 1.
Insgeheim ein Star-Fox-Spiel?
Grafisch mag die Switch-Version den Kürzeren ziehen, dafür glänzt sie aber mit den exklusiven Star-Fox-Inhalten, in die die Entwickler spürbar viel Mühe gesteckt haben. Das fängt beim Arwing an, der richtig detailgetreu umgesetzt wurde und mit dem ihr sogar den aus der Nintendo-Reihe bekannten Laser nutzen könnt. Als Spezialfähigkeit ruft Fox einen seiner Flügelmänner zur Seite, während das Corneria-Theme spielt. Das ist nicht nur toller Fan-Service der besten Sorte, die Fähigkeit ist zudem ziemlich mächtig.
Quelle: PC Games
Star Fox und sein Arwing wurden sehr detailgetreu in Starlink umgesetzt - inklusive der markanten Laserbewaffnung.
Selbst kleinste, nicht so bekannte Details wie die Info, von welcher Heimatwelt Fox stammt, haben die Starlink-Macher ins Spiel eingebaut. Darüber hinaus wirken Fox und sein Team zu keinem Zeitpunkt wie ein aufgesetztes Anhängsel in Starlink, ganz im Gegenteil. Wie mit jedem anderen Piloten könnt ihr Starlink von Anfang bis Ende nur mit Fox durchspielen und er hat für sämtliche Handlungsmomente und Nebenaufgaben eigene Dialogzeilen spendiert bekommen. Selbst in den Zwischensequenzen der Haupthandlung sind er und die anderen Star-Fox-Piloten Peppy, Slippy und Falco integriert worden. Dazu kommt eine eigene Questkette rund um Fox McClouds alten Rivalen Wolf, der sein Unwesen im Atlas-System treibt. Diese Bonusmissionen finden auf mehreren Planeten statt, bieten einen sehr willkommenen Lichtblick in puncto Abwechslung und beschäftigen euch etwa ein bis zwei Stunden extra.
Dadurch wird die Umsetzung für die Nintendo-Konsole zur umfangreichsten und besten Fassung des Weltraum-Action-Adventures, das gut gemachten Arcade-Ballerspaß bietet, dabei aber an Abwechslungsarmut krankt.
