Star Fox in Starlink: Die Entstehungsgeschichte der Kollaboration

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Star Fox in Starlink: Die Entstehungsgeschichte der Kollaboration
Quelle: Ubisoft

Mit Mario + Rabbids Kingdom Battle hat Ubisoft letztes Jahr bewiesen, dass nicht nur Nintendo klasse Spiele mit Mario und Co. draufhat. Mit Star Fox in Ubisofts Weltraum-Action Starlink: Battle for Atlas für Nintendo Switch folgte nun die nächste spannende Zusammenarbeit. Doch wie kam es überhaupt dazu?

Schon seit vielen Jahren kann man eine Partnerschaft zwischen Nintendo und Ubisoft insofern beobachten, als dass der französische Hersteller immer wieder exklusive-Spiele für Nintendo-Konsolen veröffentlicht. Und wir meinen nicht irgendwelche Minispiel-Sammlungen für die Wii, sondern ernstzunehmende Titel wie etwa Red Steel 1 & 2, die ersten beiden Just Dance-Teile (die Wii-exklusiv waren) oder ZombiU für Wii U. Mit der Veröffentlichung von Mario + Rabbids Kingdom Battle und später dann der Erweiterung Donkey Kong Adventure ging die Partnerschaft dann in die nächste Phase, denn hier gewährte Nintendo den Ubisoft-Studios den Zugriff auf seinen wertvollsten Schatz: seine Marken. Dieses Vertrauen hat sich absolut ausgezahlt, denn Mario + Rabbids Kingdom Battle macht nicht nur richtig viel Spaß, der Exklusivtitel für Switch war auch ein dicker Verkaufserfolg mit bereits über zwei Millionen verkauften Exemplaren. Da ist es nur logisch, dass die beiden Publisher-Urgesteine ihre gemeinsamen Bemühungen in Starlink: Battle for Atlas (jetzt kaufen / 26,99 € ) fortsetzen.

Das Weltraum-Actionspiel von Ubisoft Toronto setzt auf das beliebte Open-World-Gameplay, für das Ubisoft mit Blockbuster-Reihen wie Assassin's Creed bestens bekannt ist, hievt das mit gleich sieben komplett erkundbaren Planeten und dem dazwischenliegenden Weltraum jedoch auf die nächste Stufe. Und das verbindet Starlink zudem mit modularen Spielzeug-Raumschiffen, die ihr beim Spielen an eurem Controller anbringt und mit verschiedenen Piloten, Flügeln und Waffen mitten im Spiel in Sekundenschnelle nach euren Vorstellungen konfigurieren könnt. Mit Mario + Rabbids Kingdom Battle lieferte Ubisoft letztes Jahr schon ein klasse Spiel, basierend auf einer Nintendo-Marke ab. Die Star-Fox-Inhalte in Starlink sin ebenfalls wieder sehr gelungen. Quelle: PC Games Mit Mario + Rabbids Kingdom Battle lieferte Ubisoft letztes Jahr schon ein klasse Spiel, basierend auf einer Nintendo-Marke ab. Die Star-Fox-Inhalte in Starlink sin ebenfalls wieder sehr gelungen. Wenn euch Toys-to-Life-Konzepte wie dieses hingegen zu nervig sind, müsst ihr nicht verzagen, denn den Umbau der Schiffe könnt ihr auf Wunsch auch rein digital im Menü angehen oder das Spiel gleich komplett als Download erwerben. Somit ist auch gewährleistet, dass Starlink ganz normal im Handheld-Modus der Switch funktioniert und ihr auch unterwegs die Weiten des Atlas-Sternensystems erkunden und euch mit Weltraumpiraten und anderen Gegnern messen könnt.

Der erste Funke

Der für Nintendo-Fans womöglich spannendste Aspekt ist aber, dass Fox McCloud mit seinem legendären Arwing und seinen Kameraden Peppy, Slippy und Falco exklusiv auf der Switch mit zur Charakterriege des Spiels gehört und sogar eigene Bonus-Missionen spendiert bekommt.

Während die Initiative für die Zusammenarbeit bei Mario + Rabbids Kingdom Battle von Ubisoft ausging, war das bei Starlink genau andersherum, denn beim ursprünglichen Konzept war Fox gar nicht eingeplant. Als Ubisoft Starlink auf der E3 2017 erstmals der Welt vorstellte, wurde Nintendo jedoch sofort darauf aufmerksam. Wir trafen uns mit dem Creative Director des Spiels, Laurent Malville, um über die Zusammenarbeit bei diesem Projekt und die Besonderheiten von Starlink zu reden.

Als er davon erzählte, wie es zu der Kooperation kam, leuchteten seine Augen regelrecht vor Leidenschaft: "Das ist eine wirklich großartige Geschichte und manchmal frage ich mich: 'Ist das wirklich passiert?' Es begann zur E3 2017, wo wir Starlink auf der Ubisoft-Pressekonferenz enthüllten. Wir hatten auf der Messe einen kleinen VIP-Raum mit sechs Stühlen, in den wir Leute einluden, um sich das Spiel anzusehen." Bis dahin war das nichts Besonderes, denn viele Hersteller nutzen Messen nicht nur, um ihre Spiele der großen Masse auf dem Showfloor zu zeigen, sondern eben auch für Präsentationen in kleiner Runde mit anderen Branchenvertretern oder ausgewählten Pressevertretern. Doch dann kam die erste Überraschung: "Wir erfuhren, dass Nintendo-Vertreter vorbeikommen möchten, um sich Starlink anzusehen. Für uns als Spieleentwickler war das eine große Sache, dass sich Nintendo für unser Spiel interessiert. Für viele bei uns bei Ubisoft und auch für mich persönlich sind zahlreiche Nintendo-Spiele echte Meisterwerke", führt Malville aus.

Fox, Slippy, Peppy und Falco sind allesamt in Starlink vertreten und tauchen in der Switch-Version sogar in den Zwischensequenzen der Hauptgeschichte auf. Quelle: PC Games Fox, Slippy, Peppy und Falco sind allesamt in Starlink vertreten und tauchen in der Switch-Version sogar in den Zwischensequenzen der Hauptgeschichte auf. Ganz offensichtlich gefiel den Mitarbeitern des Mario-Konzerns, was sie sahen, denn sie fragten im Anschluss, ob sie mit Führungskräften nochmal kommen dürfen. "Selbstverständlich haben wir zugestimmt, immerhin wollten wir unser Spiel präsentieren. Sie kamen dann immer wieder mit anderen Personen - insgesamt fünf Mal! Und jedes Mal haben sie sich vorgestellt, darunter waren zum Beispiel der Director von Super Mario Odyssey, der Director von ARMS und der Director von Mario Kart 8 und ich dachte nur: 'Das ist unglaublich, was geschieht hier?!' Beim letzten Besuch kam dann sogar Reggie Fils-Aimé [Anm. d. Red.: Chief Operating Officer von Nintendo of America] vorbei", erinnert sich Malville. Nach all diesen Starlink-Präsentationen extra für Nintendo hatte das Entwicklerteam bereits das Gefühl, dass da was in der Luft liegt. Sowas passiert schließlich nicht alle Tage.

Die schicksalhafte Einladung

Es sollten jedoch erst einige Wochen nach Ende der E3 ins Land gehen, bevor Malville die freudige Nachricht vom Ubisoft-Hauptquartier in Paris erreichte: Er und sein Team sind bei Nintendo in Kyoto eingeladen, um Starlink Shigeru Miyamoto höchstpersönlich sowie zahlreichen weiteren Nintendo-Mitarbeitern zu präsentieren. "Bei der Einladung war eine Liste mit den weiteren Personen angehängt und nach kurzer Recherche wurde klar, dass es sich um die ursprünglichen Star-Fox-Entwickler handelt. Und ich dachte mir erneut: 'Oh mein Gott, was geht hier nur vor?' Viele von uns wuchsen mit Spielen wie Star Fox [Anm. d. Red.: in Europa unter dem Titel Starwing erschienen] auf und für mich persönlich war es sogar mein allererstes 3D-Spiel. Wir haben dann unermüdlich an der Präsentation gearbeitet, um sicherzustellen, dass wir alles Mögliche zum Spiel zeigen", verrät Malville, dem ganz klar anzumerken war, welche Ehre diese Einladung für das Ubisoft-Team bedeutete.

Der Creative Director von Starlink, Laurent Malville, ist ein großer Fan vom Ur-Star Fox auf dem SNES. Entsprechend wichtig ist ihm eine gute Umsetzung in Starlink. Quelle: Ubisoft Der Creative Director von Starlink, Laurent Malville, ist ein großer Fan vom Ur-Star Fox auf dem SNES. Entsprechend wichtig ist ihm eine gute Umsetzung in Starlink. Bei dem Besuch in Japan ging es aber nicht nur darum, Starlink zu präsentieren, sondern auch, wie Star Fox und Starlink am besten miteinander vereint werden können. "Wir begannen deshalb unverzüglich damit, am Arwing-Modell und Star Fox als Piloten zu arbeiten - wir wussten zwar nicht, ob das von Nintendo freigegeben würde, doch wir wollten auf keinen Fall Zeit verlieren. Wir erstellten also eine erste Version des Arwing mit dem 3D-Drucker, so wie wir es ursprünglich auch mit unseren anderen Starlink-Schiffen zuvor gemacht hatten. Die Herausforderung bestand einerseits darin, die Technologie von Starlink mit den Chips und den Konnektoren [Anm. d. Red.: mit diesen Verbindungsstellen werden die verschiedenen Schiffsbauteile und Waffen aneinandergesteckt] gut in den Arwing zu integrieren. Und andererseits haben alle Schiffe in Starlink wechselbare Flügel. Daher entschieden wir uns dafür, das 3D-Drucker-Modell ebenfalls schon mit abnehmbaren Flügeln anzufertigen." Als dann alles bestmöglich vorbereitet war, sollte der Tag der Wahrheit kommen: das Treffen mit Shigeru Miyamoto und den anderen Machern von Star Fox, das Malville doch so viel bedeutete.

Das Treffen mit Miyamoto

"Ich erinnere mich noch daran, dass wir Herrn Miyamoto sowohl ein Modell eines unserer Raumschiffe aus Starlink als auch das 3D-Drucker-Modell des Arwing schenkten. Wir waren uns unsicher, wie das Geschenk bei ihm ankommen würde, da es nur ein Prototyp komplett in grau war. Der Arwing ist übrigens das einzige Schiff in Starlink, das bewegliche Flügel hat. Die Spielzeugraumschiffe klipst ihr mit einer Halterung direkt an den Controller. Das sieht klobig aus, ist aber selbst nach ein paar Stunden nicht anstrengend. Quelle: Ubisoft Die Spielzeugraumschiffe klipst ihr mit einer Halterung direkt an den Controller. Das sieht klobig aus, ist aber selbst nach ein paar Stunden nicht anstrengend. Diesen Aspekt hatten wir ebenfalls schon im Prototypen berücksichtigt. Ich weiß noch genau, als ich Herrn Miyamoto den Arwing-Prototyp gab, sah er ihn sich an und entfernte dann gleich einen Flügel, um einen anderen Starlink-Flügel anzubringen. Zu diesem Zeitpunkt haben sich bereits alle Personen im Raum um Herrn Miyamoto versammelt und sahen dabei zu, wie er das ausprobierte", teilte uns Malville mit. Was der Mario-Vater von dem Konzept hielt, erfuhr Malville jedoch erst etwas später am Tag bei der Feedbackrunde: "Er verriet uns, dass er nachvollziehen kann, warum wir den Arwing mit abnehmbaren Flügeln gebaut haben und dass es zum Konzept von Starlink passt. Da wir aber den Arwing dadurch verändert hatten, mussten sich die Star-Fox-Entwickler untereinander erst beraten, ob das okay ist." Wieder einige Wochen später kam dann die Rückmeldung: Einer Kooperation mit Nintendo, um Star Fox in Starlink zu integrieren, steht nichts im Wege und das Ubisoft-Team darf einen komplett modularen Arwing mit abnehmbaren Flügeln umsetzen!

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  2. Seite 2 Star Fox in Starlink: Keine halben Sachen, Zusammenarbeit mit Nintendo, Ambitioniertes Projekt
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