Wann wird Starfield Realität? Science-Fiction trifft Raumfahrt
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Im Interview mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt reden wir darüber, wann Starfield Realität wird
Der unbequeme Alltag
Der Arbeitsalltag ist allerdings gar nicht so glänzend, wie es in Sci-Fi-Settings gerne den Anschein hat. Alles muss am besten fünfmal kontrolliert werden. Es gibt zig Redundanzen, damit auf gar keinen Fall irgendetwas schiefläuft, denn das könnte im Weltall schnell zu einer Katastrophe führen. Also Safety first: es sind nur geeignete Materialien zugelassen, z.B. darf nichts leicht Entflammbares mit an Bord, nichts stark Magnetisches oder toxisches, keine der Gerätschaften darf eine Außentemperatur von über 45 Grad entwickeln, damit sich niemand verbrennt. Der Stromverbrauch aller Experimente und Geräte wird minutiös berechnet, Glas darf normalerweise nicht mit nach oben und Druckbehälter sowieso nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen, wenn es gar nicht anders geht.
Ähnliches gilt für eigentlich alltägliche Sachen. So müssen Flüssigkeiten dreifach versiegelt sein und ein Brötchen, das in der Schwerelosigkeit rumkrümelt, kann Luftfilter verstopfen. Staubsauger und Desinfektionsmittel gehören also mit zu den meistgenutzten Werkzeugen eines Raumfahrers.
Und Nachlässigkeit beim Check und beim Putzen kann üble Folgen haben. So kam es auf der russischen MIR-Station, die bis 2001 durch den Erd-Orbit kreiste, durch Feuchtigkeit zu einem unbemerkten Befall von Mikroorganismen, der sogar das Metall der Raumstation angriff. Zwar gibt es eine Luftzirkulation innerhalb von Raumstationen, allerdings sorgt die fehlende Schwerkraft dafür, dass sich Wärme- und Kältezonen bilden können. Vor allem, wenn Ecken zugestellt sind.
Auf der ISS haben daher viele Teile einen Anstrich mit antibakteriellen Farben. Trotzdem ist die Raumfahrt in der Realität nicht wirklich steril und sauber. In Interviews mit Geo reden Astronauten von Messi-Verhältnissen und über 20 Jahre alten Disketten, die man schon mal in irgendeinem Schubfach gefunden hat. Der amerikanische Biologe Rob Dunn schreibt in seinem Buch "Niemals alleine Zuhause", dass die Luftzusammensetzung auf der Raumstation einen speziellen Geruch produziert: nach Plastik, Müll und Schweiß.
Natürlich würden wir unser Raumschiff nie so verkommen lassen, wenn es mal so weit ist, dass wir im Starfield-Setting von A nach B fliegen. Allerdings kennt wahrscheinlich jeder von uns die eine Person, deren Raumschiff nach ein paar Monaten so aussehen würde wie der grünlich schimmernde Teppich bei dem nicht ganz so ordentlichen Kumpel im Badezimmer.
Ein Blick in die Sterne
Die unendlichen Weiten sind faszinierend. Und was da auf uns wartet, weckt in vielen Menschen den Entdeckerdrang. Aber so schön das auch alles klingt, ist damit eine Menge Arbeit und Zeit verbunden und nicht nur spaßiges Erkunden von fremden Planeten. Die wohl traurigste Erkenntnis, die wir ziehen, ist, dass wir die großen Sprünge der Raumfahrt nicht zwangsläufig miterleben, denn es braucht mehr als eine Generation, um den Weltraum zu erobern - und wir stehen noch am Anfang.
Dabei spielt Science-Fiction aber durchaus auch eine Rolle, denn nur, was sich vorher erdacht wurde, kann später auch in der Realität umgesetzt werden. Laut Schmid sind viele Missionen von den Ereignissen und Ideen aus Büchern, Filmen und Spielen inspiriert. Sci-Fi beflügelt unsere Raumfahrt und Projekte wie Starfield sind für die nächste Generation an Raumfahrern und Wissenschaftlern vielleicht die Motivation, wirklich auf dem Mars zu landen. Aber auch mit Spielen wie No Man's Sky und anderen Weltraum-Abenteuern wie Freelancer, Everspace oder Eve Online haben wir bis dahin die Chance, uns schon mal gedanklich aufzumachen und ein Stückchen Himmel - und was dahinter liegt - auf die Erde zu holen.
