Wann wird Starfield Realität? Science-Fiction trifft Raumfahrt
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Im Interview mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt reden wir darüber, wann Starfield Realität wird
Konflikte im All
Über kurz oder lang werfen diese ganzen Überlegungen aber eine schwierige Frage auf: Wer hat das Recht, auf dem Mond einfach abzubauen? Im Zuge des Weltraumrennens während des Kalten Kriegs berief die UN-Generalversammlung 1958 ein Komitee für die friedliche Nutzung des Weltraums ein. 1967 entstand die sogenannte Magna Charta des Weltraumrechts, die das Verbot nationaler Aneignung enthält, wie es auch in internationalen Gewässern gilt. 1979 kam spezifisch der Mondvertrag hinzu, der die Ausbeutung der jeweiligen Bodenschätze verhindern soll. Allerdings hat keine relevante Raumfahrtnation diesen Vertrag anerkannt, beziehungsweise ratifiziert und damit in nationales Recht umgewandelt - heißt das also Wilder Westen auf dem Mond?
Ein Szenario mit mehreren Mondbasen verschiedener Länder ist möglich, in denen sich die Bodenschätze gegenseitig abgegraben werden. Denn wie schon erwähnt, befinden sich neben Helium-3 auch seltene Erden auf dem Mond.
In den Forschungszentren und Agenturen dieser Welt ist man sich bewusst, dass es Abkommen und Verträge geben muss - für einen Konflikt im All hat nämlich niemand genug Geld. Die gute Nachricht ist, dass laut der Magna Charta auch Kern- und Massenvernichtungswaffen im Weltraum verboten sind, einen Todesstern darf so einfach also niemand bauen.
Wie ein Schusswechsel im All aussehen würde, stellt Starfield wie so vieles andere auch realistisch dar. Schießt man dort mit einer ballistischen Waffe bei geringer Schwerkraft, so spürt man den Rückstoß deutlich stärker als auf der Erde. Während Volker Schmid davon spricht, dass man eine Waffe auch als Antrieb in der Schwerelosigkeit nutzen könnte, haut es einen im Bethesda Weltraumabenteuer einfach nach hinten weg.
Schilde für Rakete und Mannschaft
Tatsächlich stehen für die Weltraumforschung aber andere Probleme höher auf der Prioritätenliste. Schilde um Raketen, Weltraumbasen und Raumschiffe herum klingen zwar nach Science-Fiction, sind aber auch in der Realität nötig.
Während Schilde in Starfield gegen verschiedene Arten von Einschuss schützen, und vor allem in Weltraumschlachten eine wichtige Rolle spielen, benötigen wir auch im echten Weltall eine Abschirmung. Unsere Raumschiffe müssen sich zum Glück nicht gegen Laserbeschuss behaupten, aber dafür ist die vorhandene Strahlung im Weltraum ein mitunter lebensbedrohliches Problem.
Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum eine Mars-Mission zurzeit undenkbar ist - wir haben einfach noch nicht die Mittel, Astronauten vor einem Strahlenschauer zu beschützen, der für die Crew tödlich enden würde.
Unsere momentanen Mittel beschränken sich auf die Verwendung von geeigneten Schildmaterialien wie Blei und Wasser. Blei ist natürlich sehr schwer und als Feststoff jetzt auch nicht so wahnsinnig gesund, wenn es ausgast; Wasser hingegen schützt nur zu einem gewissen Grad. Nach jetzigem Stand sind aber Wassertanks kombiniert mit der Raumschiffhülle das Mittel, das zum Einsatz kommen könnte.
Eine bessere Schildtechnik schauen wir uns von der Erde ab: Ein magnetisches Feld schützt uns und macht Leben auf dem blauen Planeten möglich. Davon profitiert auch die Besatzung der internationalen Raumstation ISS, die noch innerhalb des Magnetfeldes ihre Runden dreht und deren Mitglieder deshalb vor den tödlichen Strahlen des Alls geschützt sind. Experimente dazu gab es bereits und lassen das Ziel, den Mars irgendwann zu erreichen, näher rücken. Starfields Vorhersage, den Mars in den nächsten Jahrzehnten zu erreichen, ist also in vielerlei Hinsicht gut begründet.
