Star Wars Outlaws unterhält im Test mit einem atmosphärischen Abenteuer, zeigt aber auch Schwächen
Test
Star Was Outlaws ist ein atmosphärisch wunderbares Abenteuer in der kriminellen Unterwelt von Star Wars geworden, hat aber auch ein paar Macken.
Jeder gegen jeden
Kay ist aber natürlich nicht nur in der Landschaft unterwegs, um den nächsten atemberaubenden Ausblick zu entdecken. Neben den Hauptquests der zentralen Story des Spiels verfolgen wir mit ihr hauptsächlich sogenannte Intels. Das sind zunächst einmal kleine Hinweise, dass an bestimmten Orten etwas von Bedeutung zu finden ist. Manchmal handelt es sich dabei wirklich nur um einen Schatz, aber immer wieder entwickeln sich diese Intels auch zu längeren Nebenquest-Strängen mit kleinen Geschichten, an deren Ende möglicherweise sogar eine Entscheidung wartet, die wiederum mit Reputation für das eine oder andere Syndikat belohnt wird.
Denn am Ende des Tages wirkt sich vieles, was eine Gaunerin wie Kay macht, darauf aus, wie angesehen sie bei den verschiedenen Organisationen ist. Wir haben versucht, bei Crimson Dawn, den Pykes, den Hutten und dem Ashiga Clan immer zumindest ein gutes Ansehen zu haben, weil das unser Leben deutlich erleichtert hat. Die Syndikate kontrollieren verschiedene Gebiete in der Spielwelt, in den wir uns nicht frei bewegen können, wenn die dort herrschende Gruppierung derzeit nicht gut auf uns zu sprechen ist. Sollte das Ansehen noch weiter absinken, passiert es sogar, dass wir von Mitgliedern des betreffenden Clans aktiv gejagt werden.
Quelle: PC Games
Ein gutes Verhältnis zu bewahren, ist jedoch nicht immer so einfach, da in vielen Missionen und Quests sich die Interessen zweier Syndikate gegenüberstehen. Wir als Kay sitzen da dann mittendrin und müssen uns entscheiden, wem wir in dem Moment lieber in die Karten spielen. Das System ist auch nicht dazu ausgelegt, sich für eine Fraktion zu entscheiden, der man sich dann gewissermaßen anschließt. Die Zuneigungen schwanken immer wieder hin und her und eröffnen somit neue Möglichkeiten.
Still und heimlich
Neben Entscheidungen bei Quests und gezielten Aufträgen hat auch unser Verhalten in Gebieten, in denen wir eigentlich nichts zu suchen haben, einen Einfluss auf unsere Reputation. Erwischen uns Mitglieder eines Syndikats in ihren Sperrgebieten oder gehen wir sogar in den offenen Kampf mit diesen, kostet uns das Ansehen. Als kleiner Gauner ist es für uns daher meist eher von Vorteil, ungesehen unsere Ziele zu erreichen. Auch, weil Kay nicht zwingend eine Ein-Frau-Armee darstellt und in direkten Feuergefechten, besonders am Anfang des Spiels, klar unterlegen ist, liegt ein großer Fokus des Spiels auf dem Stealth-Ansatz.
Dazu stehen uns verschiedene Tools zur Verfügung. Mit dem Fernglas markieren wir Gegner, was allerdings auf zehn Feinde begrenzt ist. Mit einer Rauchbombe entkommen wir, sollten wir mal entdeckt worden sein. Aber der wichtigste Helfer beim Schleichen ist unser kleiner Freund Nix. Der niedliche Begleiter hat es faustdick hinter den Ohren. Über ein intuitiv einsetzbares Befehlssystem lenken wir mit ihm Gegner ab, lassen ihn Schalter aktivieren und nutzen seine Sinne, um mögliche Feinde durch Hindernisse zu erspähen.
Quelle: PC Games
Die Level von Hauptquests und die verschiedenen Basen in der offenen Spielwelt sind größtenteils auch klar auf das Schleichen ausgelegt. Es gibt häufig verschiedene Wege in eine Anlage. Hindernisse wie Kameras, Sicherheitstüren und automatische Schussanlagen können deaktiviert werden, wenn man das richtige Computerterminal dafür findet. Wer die nötige Geduld mitbringt, bekommt mit dem Schleichen ein gelungenes Spielerlebnis, das besonders im späteren Spielverlauf mit immer komplexeren Herausforderungen sehr befriedigt. Gestört hat uns nur, dass nach der Interaktion mit Fortbewegungselementen wie Leitern oder Vorsprüngen Kay nicht automatisch in den gehockten Schleichgang zurückgeht.
Von Experten lernen
Wie wir uns in Konflikten schlagen, sei es per Stealth oder Feuergefecht, und welche Mittel uns dabei zur Verfügung stehen, liegt ganz in unserer Hand. Das Spiel bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, um neue Fähigkeiten freizuschalten und Upgrades zu erwerben. Im Verlauf des Spiels erhalten wir dazu immer wieder sogenannte Expertenhinweise. Mit diesen Nebenquests sichern wir uns die Dienste verschiedener Spezialisten. Jeder von ihnen hat sechs freischaltbare Skills in unterschiedlichsten Bereichen im Angebot. Für diese müssen wir jeweils bestimmte Aktionen ausführen, um sie freischalten zu können. Rauben wir zum Beispiel dreimal mit Nix die Taschen eines Gegners aus, bekommen wir die Fähigkeit, mit Nix Granaten am Gürtel von Feinden scharfzumachen.
Quelle: PC Games
Ein System, das uns sehr gefallen hat, weil wir losgelöst von einem sonst üblichen Erfahrungspunktesystem unsere Heldin ausbauen können, indem wir das machen, was wir ohnehin die ganze Zeit machen. Einige der Fähigkeiten benötigen allerdings auch bestimmte Materialien zur Freischaltung.
Das Gleiche gilt für die verschiedenen Upgrades, die wir an unserem Blaster, dem Speeder und unserem Raumschiff vornehmen können. Die Ressourcen finden wir mannigfaltig in der Spielwelt verteilt, sowie bei verschiedenen Händlern zum Kauf. Seltenere Komponenten müssen in gut versteckten Schatzkisten aufgespürt werden. Der Aufwand lohnt sich jedoch. Wenn wir den Blaster mit verschiedenen Feuermodi ausstatten und andere Attribute verbessern, steigern wir unsere Chancen in einem Kampf gehörig.
