Das wohl meisterwartete Spiel des Sommers im Test: Star Wars Outlaws ist ein atmosphärisches Abenteuer - mit Schwächen
Test
Star Was Outlaws ist ein atmosphärisch wunderbares Abenteuer in der kriminellen Unterwelt von Star Wars geworden, hat aber auch ein paar Macken.
Ein Spiel zur Zeit der originalen Star-Wars-Trilogie, eine offene Spielwelt, Imperium, Rebellen und vor allem die kriminelle Unterwelt mit ihren Verbrecherclans - und mittendrin eine junge, unerfahrene Gaunerin, die mit ihrem tierischen Begleiter erstmals in die große weite Galaxis aufbricht. Die Prämisse von Star Wars Outlaws hatte von Anfang an ihren ganz eigenen Reiz.
Auch, weil in Videospielen der verbrecherischen Unterwelt des Star-Wars-Universums eher selten Beachtung geschenkt wird. Seit der Ankündigung des Spiels im Sommer letzten Jahres haben wir das Projekt aufmerksam begleitet. Von den ersten vielversprechenden Eindrücken bis zu den ersten Gelegenheiten selbst Hand anzulegen, immer wieder zeigte uns das Spiel sein Potenzial.
Doch kurz vor Release galt es für Star Wars Outlaws (jetzt kaufen 69,99 € / 62,99 € ) nun, sich im Test in seiner Gesamtheit zu beweisen. Das Open-World-Abenteuer macht dabei eine gute Figur und bietet ein Erlebnis, das viele Star-Wars-Fans begeistern wird. Dabei erfinden die Entwickler das Rad aber nicht neu und frei von Problemen ist Kays Reise durch die Unterwelt auch nicht. Aber der Reihe nach.
Jung und unerfahren
Star Wars Outlaws spielt während einer turbulenten Zeit für die Galaxis. Im galaktischen Bürgerkrieg haben die Rebellen gerade die Schlacht um Hoth verloren und das Imperium setzt alles daran, die Allianz endgültig in die Knie zu zwingen. Eine optimale Ausgangslage für die Syndikate der kriminellen Unterwelt, um aufzublühen und große Geschäfte zu machen. Die Clans stecken jedoch auch im Konflikt miteinander, was zu einer sehr gefährlichen Gesamtgemengelage führt.
Der Spieler schlüpft vor diesem Hintergrund in die Rolle von Kay Vess. Die junge Gaunerin wächst im Arbeiterviertel der Kasinostadt Canto Bight auf und schlägt sich als Kleinkriminelle durch. Ihr Leben ändert sich drastisch, als ihr erster größerer Job gehörig in die Hose geht. Zusammen mit ihrem tierischen Freund und Gefährten Nix sieht sich Kay gezwungen, vom Planeten zu fliehen. Dabei entwendet sie ein seltenes Raumschiff aus dem Hangar von Sliro, dem Anführer des Zerek-Besh-Syndikats. Dieser setzt daraufhin ein dickes Kopfgeld auf Kay aus.
Quelle: PC Games
Jetzt, wo sie zum ersten Mal in ihrem Leben ihren Heimatplaneten verlassen hat, muss sie sich in der Unterwelt zurechtfinden, sich einen Namen machen, Geld verdienen und irgendwie das Todesmal auf ihrem Kopf loswerden. Dass es gut wäre, sich von dem Kopfgeld zu befreien, suggeriert zumindest die Handlung. Im Spiel macht es sich jedoch bis auf vereinzelte Story-Momente nicht wirklich bemerkbar, dass wir angeblich von Zerek Besh gejagt werden. Was sehr schade ist, weil das der aufgebauten Drohkulisse des mächtigen Gegenspielers ein wenig die Zähne zieht.
Gefallen hat uns dagegen, dass Kay nicht einfach nur eine weibliche Version von Han Solo ist. Beide sind zwar sehr selbstbewusst und von sich überzeugt, aber Han kann das wenigstens auch mit Erfahrung und einem gefestigten Stand in der Unterwelt untermauern. Kay dagegen ist jung, teilweise etwas naiv und vielen Situationen noch gar nicht gewachsen.
Outer Rim 11
Eine Chance auf Freiheit bietet sich unserer Protagonistin, als der charismatische Auftraggeber Jaylen Vrax mit seinem Kampfdroiden ND-5 auftaucht und sie für die Teilnahme an einem gewaltigen Raubzug verpflichtet. An dieser Stelle schwächelte die Handlung für uns das erste Mal ein wenig, weil Kay ziemlich abrupt in die ganze Angelegenheit hineingezogen wird. Sie hinterfragt nicht wirklich die Motive von Jaylen und stimmt dem Plan deutlich schneller zu, als wir es erwartet hätten. Vor allem, nachdem Kay sich erst kurz zuvor nach bestimmten Ereignissen dagegen ausgesprochen hatte, je wieder mit einer Crew zu arbeiten.
Quelle: PC Games
Für den geplanten Raubzug braucht es aber eine Mannschaft, also gilt es nun erst einmal, die richtigen Experten zu versammeln. Aber auch in der weit entfernten Galaxie herrscht Fachkräftemangel, sodass man die benötigten Skills für den Job nicht an jeder Ecke findet. Daher muss sich Kay die Dienste der benötigten Crewmitglieder in verschiedenen Ecken der kriminellen Unterwelt erarbeiten. Die Missionen rund um die Rekrutierung der richtigen Leute sind zwar allesamt sehr interessant und gut ausgearbeitet, aber leider bleiben die neuen Crewmitglieder eher Randfiguren. Eine wirkliche Bindung bauen wir zu diesen Personen nicht auf.
Eine zentrale Rolle spielt dagegen immer wieder die Beziehung zwischen Kay und ND-5. Auch wenn wir uns bei der Protagonistin ein wenig mehr Charakterentwicklung im Verlauf der Story gewünscht hätten, ist in ihrem Umgang mit dem Droiden auf jeden Fall zu erkennen, dass sich die notorische Einzelgängerin auch ändern kann. So entwickelt die Handlung gerade auf der Zielgeraden doch noch einige sehr spannende und toll geschriebene Momente. Auch kann das Finale der Story dann schließlich noch mit einigen sehr gelungenen Twists überzeugen.
