Star Wars Outlaws unterhält im Test mit einem atmosphärischen Abenteuer, zeigt aber auch Schwächen

Test Matthias Dammes
Star Wars Outlaws unterhält im Test mit einem atmosphärischen Abenteuer, zeigt aber auch Schwächen
Quelle: PC Games

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Hui und pfui

Schauplatz dieser Heist-Geschichte sind eine Handvoll Welten im Outer Rim der Star-Wars-Galaxie. Cantonica mit seiner Hauptstadt Canto Bight ist die Heimat von Kay Vess und dient nur für den Auftakt und das Finale der Story als Bühne. Auf Kijimi besuchen wir lediglich die aus Rise of Skywalker bekannte Stadt Kijimi City. Im Mittelpunkt der Spielwelt stehen daher also hauptsächlich Tatooine, Akiva und der neu erschaffene Mond Toshara. Diese drei Welten bieten neben Städten, Siedlungen und Basen sehr weitläufige Landschaften zum Erkunden. Dazu kommen jeweils noch Raumsektoren im Orbit der jeweiligen Planeten.

Eine große, offene, frei erkundbare Galaxie wie in No Man's Sky solltet ihr hier nicht erwarten. Stattdessen haben sich die Entwickler von Massive Entertainment entschieden, auf wenige, dafür aber liebevoll von Hand gestaltete Gebiete zu setzen. Das macht sich unserer Meinung auch bezahlt. Die offene Spielwelt nimmt keine übertriebenen Ausmaße an und bietet dennoch sehr viel Abwechslung. Auch konnten die Entwickler das nutzen, um viel Liebe zum Detail in die verschiedenen Schauplätze zu stecken.

Grafikmängel an Kay Quelle: PC Games Egal ob in den windgepeitschten Steppen von Toshara, den Sandmeeren von Tatooine oder dem dichten Dschungel von Akiva - die Landschaften sind optisch sehr schick anzuschauen. Allerdings kommen wir damit auch zu einer der größten Schwächen von Star Wars Outlaws. Die grafische Darstellung entspricht insgesamt nämlich leider nicht modernsten Standards. Besonders die Protagonistin, andere Charaktere und einige Umgebungsdetails lassen stark zu wünschen übrig. Kay wirkt außerhalb von vorgerenderten Zwischensequenzen häufig verschwommen und körnig. Da sind wir von der Snowdrop-Engine eigentlich besseres gewohnt.

Lesetipp: Mehr Infos und Einschätzungen zur Technik von Star Wars Outlaws lest ihr bei den Kollegen von PC Games Hardware

Es atmet Star Wars

Diese technischen Mängel sind auch deswegen schade, weil sie der guten Atmosphäre im Spiel etwas schaden. Wenn wir durch die belebten Straßen von Mos Eisley wandern, uns durch die kalten Korridore einer imperialen Einrichtung schleichen oder uns im Asteroidenfeld über Kijimi Dogfights mit TIE-Jägern liefern, dann fühlen wir uns wie ein Teil der Star-Wars-Welt. In zahlreichen kleinen und großen Details steckt viel Mühe der Entwickler, was zu einem gelungenen Worldbuilding beiträgt. Ganz besonders begeistert hat uns etwa ein Street-Food-Minispiel, bei dem wir mit Nix örtliche Köstlichkeiten bestellen und genüsslich verzehren.

In den Städten wird die tolle Atmosphäre zudem durch audiovisuelle Elemente unterstützt. Da hören wir NPCs sich über bestimmte Ereignisse unterhalten und aus Lautsprechern dröhnen News der neuesten Erfolge des Imperiums. Außerhalb der Siedlungen treffen wir, abgesehen von vorbeifahrenden Speedern, seltener Leute an, aber das ist ja in der Realität nicht viel anders, wenn wir aufs Land hinausfahren. Leblos ist die Spielwelt trotzdem nicht. Auf allen Planeten gibt es eine reichhaltige Fauna, mit der wir teilweise sogar interagieren können. Aber aufgepasst, Nix wird schnell mal eifersüchtig.

Erschütterung der Macht: Star Wars Outlaws für PS5, Xbox und Switch 2 in der Amazon-Ramschkiste - ab 13,99€ Quelle: PC Games Hardware Einen großen Anteil an der stimmigen Star-Wars-Atmosphäre hat auch die Musik des Spiels. Für den Soundtrack hat man sich klar an den klassischen Stücken von John Williams orientiert, aus denen die Komponisten ihre eigenen Stücke zur thematischen Untermalung der Welten und Unterweltgruppierungen entwickelten. Natürlich darf auch fetzige Cantina-Musik nicht fehlen. Egal in welche Taverne wir uns begeben, erklingen andere Stücke. Nur schade, dass in einer gewissen Cantina in Mos Eisley nicht auch die ebenso bekannte Band zum Tanz aufspielt.

Mit dem Speeder durch die Pampa

Zeit, die tolle Atmosphäre aufzusaugen, haben wir in Star Wars Outlaws zur Genüge. Denn Erkundung ist ein zentraler Bestandteil der Spielerfahrung. Anders, als man es aus vielen anderen Open-World-Spielen gewohnt ist, wird uns hier nichts auf dem Silbertablett in Form von Kartenmarkierungen serviert. Kay ist neu auf diesen Welten und das Gleiche gilt für uns. Wenn wir wissen wollen, wo es etwas zu finden gibt, bei dem es sich lohnt, näher anzuschauen, müssen wir es entweder selbst entdecken oder Hinweise dazu aufschnappen.

Sei es durch Andeutungen in einem Datapad, einen NPC, der uns im Vorbeigehen anspricht oder schlicht ein Gespräch, dass wir "rein zufällig" belauscht haben, immer wieder stolpern wir eher zufällig in Missionen und Geheimnisse hinein. Dadurch entsteht ein wirklich tolles Gefühl, wenn wir die Welt von Star Wars auf diese Weise ganz natürlich für uns entdecken.

Kay auf dem Speeder auf Tatooine Quelle: PC Games Ein wichtiges Werkzeug bei der Erkundung der Spielwelt ist Kays treuer Speeder. Mit dem Bike heizen wir durch die Landschaften auf der Suche nach dem nächsten Missionsziel oder einfach, um noch unentdeckte Geheimnisse zu finden. Die Entwickler zwingen uns sogar im Grunde dazu, einfach mal loszufahren. Es gibt zwar ein Schnellreisesystem, das verfügt aber vor allem im offenen Gelände nur über sehr wenige Punkte, an die wir reisen können. Immerhin können wir jederzeit zum letzten Standort unseres Speeder-Bikes per Schnellreise zurückkehren.

Als optimal würden wir unsere Erfahrungen mit dem Speeder allerdings auch nicht beschreiben. Die Handhabung des Vehikels ist sowohl mit Gamepad als auch mit Maus und Tastatur verbesserungswürdig. Besonders die etwas schwammige Lenkung bedarf einer gewissen Eingewöhnungszeit. Nervig ist auch, dass das Spiel bei der Fahrt mit dem Speeder sehr aggressiv die Kontrolle über die Kamera übernimmt und immer wieder hart nach vorn ausrichtet. Ein angenehmes Umschauen während der Fahrt ist damit kaum möglich. Abschalten lässt sich dieses Verhalten leider auch nicht.

Dadurch wird auch das ohnehin schon etwas umständliche Navigieren zusätzlich erschwert. Besonders in landwirtschaftlich anspruchsvollen Gebieten oder in den Städten ist es uns häufig passiert, dass wir permanent die große Karte öffnen mussten, um unseren Weg zu finden. Eine Minimap, die dabei helfen würde, oder eine GPS-ähnliche Navigationshilfe gibt es nicht. Missionsmarkierungen werden auf dem Kompass im Spiel lediglich in direkter Luftlinie angezeigt, was häufig nicht sonderlich hilfreich ist.

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