Star Wars Outlaws: Das Erbe von Star Wars 1313 und Project Ragtag - Alles wird gut?

Kolumne Matthias Dammes 62,99 €
Star Wars Outlaws: Das Erbe von Star Wars 1313 und Project Ragtag - Alles wird gut?
Quelle: Ubisoft

Star Wars Outlaws kommt, nachdem mit Star Wars 1313 und Project Ragtag bereits zwei Unterweltspiele frühzeitig abgesägt wurden. Wird jetzt alles gut, oder ist das Erbe dieser gescheiterten Projekte, was Outlaws zum Erfolg führen wird?

Was lange währt, wird endlich gut? Abschließend beantworten kann ich die Frage natürlich noch nicht. Star Wars Outlaws muss schließlich erst einmal erscheinen und beweisen, dass es sein angedeutetes Potenzial auch tatsächlich auf die Bildschirme bringen kann. Aber ich habe Hoffnung. Denn für mich hat schon lange kein Spiel mehr so auf Anhieb zu überzeugen und begeistern gewusst. Im Vorfeld und auch während des ganzen ehemaligen E3-Zeitraums, in dem trotz der Messeabsage zahlreiche Events und Shows stattfanden, dominierte hauptsächlich Starfield die öffentliche Diskussion unter Gamern und professionellen Beobachtern.

Für mich war das spätestens in dem Moment vorbei, als ich die ersten TIE-Fighter erspähte und vor meinen Augen eine corellianische Corvette an einem aus dem Hyperraum fallenden Sternenzerstörer zerschellte. Der Ankündigungstrailer zu Star Wars Outlaws hatte mich mit dem Fokus auf eine Schurkengeschichte und seiner auf Anhieb sympathischen Protagonistin bereits in seinen Bann gezogen. Die Präsentation des Gameplays einen Tag später machte mir endgültig deutlich, dass hier ein Star-Wars-Spiel entstehen könnte, auf das wir Fans in der einen oder anderen Form seit über einem Jahrzehnt sehnsüchtig warten.

Star Wars 1313 - Opfer der Disney-Übernahme

Damit komme ich zurück zu meinem Eingangsstatement: Was lange währt, wird endlich gut. Denn die Idee, sich in einem Videospiel auch mal von den ganzen Jedi- und Macht-Thematiken zu entfernen und die kriminellen Abgründe des Universums in den Blickpunkt zu nehmen, ist nicht neu.

Der Protagonist mit dem Rücken zum Bild während er mit der rechten Hand einen Gegner am Hals packt. Quelle: Lucas Arts Star Wars 1313 war vor zehn Jahren technisch beeindruckend. Am prominentesten dürfte den meisten da noch Star Wars 1313 in Erinnerung sein. Das Spiel wurde Anfang der 2010er-Jahre von LucasArts zusammen mit den Spezialeffekte-Meistern von Industrial Light & Magic, Lucasfilm Animation und Skywalker Sound entwickelt und sollte eine bis dahin noch nie gesehene Qualität für ein Star-Wars-Spiel bieten. Die erste öffentliche Präsentation auf der E3 2012 sorgte bei mir und vielen anderen Fans auf der ganzen Welt für ungläubiges Staunen.

Star Wars 1313 sollte sich um die Unterwelt des Stadtplaneten Coruscant drehen. Auf der namensgebenden Ebene 1313 sollte der Spieler in die Rolle eines jungen Boba Fett schlüpfen, der im Abschaum des Untergrunds versucht, seine Rolle im Leben zu finden.

All das kam jedoch zu einem unrühmlichen Ende, als George Lucas Anfang 2013 sein Filmimperium an den Disney-Konzern verkaufte. Kurz nach der Übernahme wurde bekannt, dass Disney die Spieleschmiede LucasArts bis auf eine Rumpfmannschaft komplett aufgelöst hat und alle laufenden Projekte auf Eis gelegt wurden.

Eine an Tatooine erinnerde Stadtszene. Am Himmel zwei Sternenzerstörer und im Vordergrund der Protagonist. Quelle: Moby Games Project Ragtag, wie es auf der E3 2016 gezeigt wurde. Auch wenn Star Wars 1313 nie offiziell eingestellt wurde und bis heute als "on hold" gilt, scheint es inzwischen jedoch unwahrscheinlich, dass es jemals das Licht der Welt erblicken wird.

Project Ragtag - Zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Gleiches gilt für die zweite Hoffnung auf ein cooles Unterwelt-Spiel im Star-Wars-Universum, das bis zu seiner Einstellung nur unter dem Arbeitstitel Project Ragtag bekannt war. Schon kurz nach der Übernahme von Lucasfilm durch Disney und der Unterzeichnung des Exklusivvertrages mit Electronic Arts begannen die Arbeiten an dem Spiel.

Das interne Studio Visceral Games, die Macher von Dead Space, stellte dazu sogar ihr Projekt Jamaica ein, bei dem es sich um ein Piratenabenteuer gehandelt haben soll. Einige der Grundideen davon wurden jedoch auf Star Wars übertragen und so entwickelte sich Project Ragtag zu einem Spiel über Weltraum-Schurken mit einer offenen Spielwelt.

Bildergalerie

Später entwickelte sich das Konzept hin zu einer typischen Heist-Story, in der eine Gruppe von Charakteren einen großangelegten Raubzug plant. Als Game Director für das ambitionierte Projekt konnte die renommierte Amy Hennig, Schöpferin der Uncharted-Reihe, gewonnen werden. Allein ihre Beteiligung löste in mir als Fan von Uncharted berechtigte Hoffnung aus, endlich mal wieder ein Star-Wars-Spiel mit brillanter Geschichte zu bekommen.

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