Star Wars Outlaws: Das Erbe von Star Wars 1313 und Project Ragtag
Kolumne 62,99 €
Star Wars Outlaws kommt, nachdem mit Star Wars 1313 und Project Ragtag bereits zwei Unterweltspiele frühzeitig abgesägt wurden. Wird jetzt alles gut?
Von Anfang an hatte das Projekt aber mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Das Studio musste bei der Entwicklung von Battlefield: Hardline einspringen, die Entwickler hatten Probleme, die Frostbite Engine für Third-Person-Shooter anzupassen, die Zusammenarbeit mit Lucasfilm gestaltete sich schwierig und auch die Rolle von Amy Hennig im Projekt sorgte wohl immer wieder für interne Konflikte. Vieles davon tröpfelte jedoch nur in kleinen Dosen an die Öffentlichkeit. Für lange Zeit überwog bei mir die Vorfreude auf ein Star-Wars-Spiel mit Uncharted-Flair und einer Schurken-Story. Vieles von dem, was schließlich zur Einstellung des Projekts führte, erfuhren wir erst im Nachgang.
So war bereits die Veröffentlichung des erfolgreichen Battlefront im Jahr 2015 der Anfang vom Ende für Ragtag. Die Motive Studios aus Montreal, die eigentlich gegründet wurden, um an Ragtag mitzuarbeiten, verlagerten ihren Fokus auf Battlefront 2. 2016 wurden zudem eine Reihe von Entwicklern bei Visceral entlassen. Unterdessen zeigte das verbliebene Team auf der E3 2016 eine erste kleine öffentliche Präsentation des Spiels, die durchaus zu begeistern wusste. Während Fans wie ich sich über die Aussicht auf ein tolles neues Star-Wars-Spiel freuten, wurde die Lage intern immer kritischer.
So wurde EA Vancouver auf das Projekt angesetzt, um zu unterstützen, was vom Visceral Team aber teilweise als feindliche Übernahme empfunden wurde. Im Oktober 2017 zog EA schließlich die Reißleine, stellte das Projekt ein und schloss Visceral Games gleich mit.
Quelle: Ubisoft
Star Wars Outlaws: Das Erbe von Star Wars 1313 und Project Ragtag (5)
Star Wars Outlaws - Aufbruch in eine bessere Zukunft
Erneut waren meine Hoffnungen zerstört. Zu dem Zeitpunkt hatte Electronic Arts bereits seit fast fünf Jahren die exklusive Star-Wars-Lizenz. Das sollte für einen Publisher von EAs Größe eigentlich eine Lizenz zum Gelddrucken sein, aber bis auf Star Wars: Battlefront hatte man zu diesem Zeitpunkt absolut nichts aus der Lizenz gemacht. Daher fand ich die Einstellung von Ragtag besonders enttäuschend.
Von den großen LucasArts-Zeiten, in denen es in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Spiele zu Star Wars gab, waren wir meilenweit entfernt.
Zwar veröffentlichte EA inzwischen mit Battlefront 2, Squadrons und vor allem den beiden hervorragenden Jedi: Fallen Order und Jedi: Survivor einige weitere Spiele, dennoch war ich auch froh, dass sich ein Ende der zehnjährigen Exklusivität für Star-Wars-Spiele bei Electronic Arts abzeichnete.
Einer der ersten Teaser für ein Star-Wars-Projekt außerhalb von EA war die Ankündigung, dass Ubisoft mit Massive Entertainment an einem Spiel arbeiten würde. Lange war nicht viel über das Projekt bekannt, außer, dass es sich vermutlich um ein Open-World-Spiel handeln wird.
Da ich die The-Division-Spiele von Massive sehr mag, war das für mich durchaus eine freudige Nachricht. Wirklich viele Gedanken habe ich an das Projekt bis letzte Woche jedoch nicht verschwendet. Was Ubisoft und Massive mit Star Wars Outlaws (jetzt kaufen 69,99 € / 62,99 € ) nun jedoch der Öffentlichkeit präsentiert haben, übertrifft meine kühnsten Erwartungen.
Mit dem Fokus auf die Verbrecher-Syndikate des Star-Wars-Universums, die Verkörperung eines Outlaws und der Andeutung eines großangelegten Raubzuges erkenne ich im Konzept des Spiels Elemente wieder, auf die wir schon mit Star Wars 1313 und Project Ragtag gehofft hatten.
Ob es der Einstellung dieser beiden Projekte bedurft hat, damit ein Spiel wie Star Wars Outlaws entstehen kann, wage ich nicht zu spekulieren. Aber sollte es so sein, bin ich am Ende vermutlich nicht traurig darüber.
Was ich bisher von Outlaws gesehen und im Gespräch mit den Entwicklern an Leidenschaft für das Projekt gespürt habe, überzeugt mich, dass ich mit dem Spiel alles und noch mehr von dem bekomme, was ich mir seinerzeit von Star Wars 1313 und Ragtag erhofft hatte. Jetzt habe ich nur noch eine Bitte an Massive Entertainment: Bringt es durchs Ziel und bitte verkackt es nicht. Denn dann kann ich wirklich sagen, dass was lange währt, endlich gut wird.
