Star Wars Jedi Knight Dark Forces 2: Die Macht ist mit dem Ego-Shooter
Special
Wir skizzieren, was Star Wars Jedi Knight: Dark Forces 2 einst so großartig gemacht hat und klären, ob man ihm auch heute noch etwas abgewinnen kann.
An einer anderen Stelle löst man einen Alarm aus, sobald man sich einem bestimmten Stützpunkt des Imperiums nähert. Gleichzeitig wird der einzig zugängliche Nebeneingang versperrt und erst wieder geöffnet, wenn man sich weit genug entfernt. Abermals ist das Zielfernrohr die Lösung des Problems, weil man praktisch nur damit durch den offenen Eingang blicken und per Sniper das im Flur hängende Kabel kaputtschießen kann. Sei's drum: Auch Mysteries of the Sith war für seine Zeit ein fantastischer Ego-Shooter, den man heute am besten mit einer Lösungshilfe erleben sollte. So erreicht er die Qualität eines Jedi Knight: Dark Forces 2 und entpuppt sich als eine willkommene Ergänzung.
Hürdenreicher Retro-Trip
So begeistert wir von unserer Reise in die Vergangenheit sind, so schwierig war es, die Spiele für diesen Artikel überhaupt vernünftig zum Laufen zu bringen. Zunächst einmal ist Jedi Knight der einzige Titel der Serie, der NUR für den PC erschienen ist. Des Weiteren steckte die Technologie der 3D-Grafikkarten noch in den Kinderschuhen, was die Funktionstüchtigkeit auf einer modernen Hardware mit einem Windows 10/11-Betriebssystem erschwert.
Zwar gibt es Jedi Knight sowohl auf Steam als auch auf GOG zu kaufen, jedoch verweigern beide Versionen ihren Dienst, sobald man die "3D-Beschleunigung" einschaltet - und die wiederum ist für eine möglichst optimale Grafik inklusiver hoher Bildschirmauflösung Pflicht.
Quelle: Ruppertle/Medienagentur plassma
Abhilfe schafft nur das umständliche Installieren des Grafikwrappers dgvoodoo2: Der macht alte 3D-Spiele wieder fit für neumodische PC-Systeme und ermöglicht gar eine für die damalige Zeit astronomisch hohe Bildschirmauflösung von 2048x1536 Pixeln.
Alternativ dazu raten wir zur Installation des inoffiziellen Jedi Knight Remastered 3.0: Die frei erhältliche und von einem Modder programmierte Engine nutzt gekonnt die Hardware moderner PC-Systeme und stattet die Grafik mit hochauflösenden Texturen aus. Zudem werden Gegner schon von Weitem in ihrer vollen Pracht anstatt mit nur halb so vielen Polygonen dargestellt.
Wem all das immer noch nicht genug ist, der kann sich noch mit den beiden Nachfolgern Star Wars Jedi Knight 2: Jedi Outcast (2002) und Star Wars Jedi Knight: Jedi Academy (2003) vergnügen: Beide führen das Prinzip des Vorgängers gekonnt fort und glänzen mit einer für damalige Verhältnisse zeitgemäßeren Präsentation.
Kritik gab es damals nur für den etwas zu hoch angesetzten Schwierigkeitsgrad in Jedi Outcast und den neuen, generischen Hauptcharakter von Jedi Academy, der Kyle Katarn endgültig als Helden ablöste.
Was die Zukunft bringt
Damit ist unsere Reise in die Vergangenheit beendet, doch es wird sicherlich nicht die letzte in die weit, weit entfernte Galaxis sein. Schließlich steht mit Star Wars Jedi: Survivor ein neues Krieg-der-Sterne-Abenteuer vor der Tür und weitere Titel, darunter das Remake des Rollenspiels Knights of the Old Republic oder Quantic Dreams' Star Wars Eclipse, sollen folgen.
Aber selbst, wenn tatsächlich der Nachschub versiegen sollte, so bleiben Hits wie Jedi Knight berechtigterweise bis heute in guter Erinnerung. Projekte wie die Remastered-Version oder die beeindruckende Demo des Modders Ruppertle, der zwei Levels aus Jedi Knight mithilfe der Unreal Engine in hervorragender Grafikqualität modellierte, zeigen die nach wie vor vorhandene Beliebtheit des Klassikers.
Dennoch sollte die Originalversion ohne aufgemöbelte Optik nicht komplett in Vergessenheit geraten. Schließlich gibt es gute Gründe, warum wahre Fans die Ur-Star-Wars-Filmtrilogie den umstrittenen Enhanced Editions vorziehen: Weil nur sie die wahre, ungeschönte und ehrliche Magie der Science-Fiction-Saga bieten.
