Flop 10 2022 - Die größten Spiele-Todsünden des Jahres 2022
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Das Spielejahr 2022 hatte mal wieder so einige Flops und Aufreger zu bieten. Wir lassen die schlechtesten Spiele 2022 nochmal Revue passieren - mit Video!
Platz 8: The Centennial Case: A Shijima Story - Die Ausschuss-Puppenkiste
Nach einer kurzen Hochphase in den Neunzigern galten Zwischensequenzen mit echten Schauspielern in Videospielen lange Zeit als verpönt. Titel wie Night Trap oder Phantasmagoria sind mittlerweile höchstens für Trash-Freunde einen Blick wert, und beim Gedanken an die Full-Motion-Volltrottel aus Need for Speed 2015 schüttelt's uns heute noch. Mit Spielen wie Erica, Telling Lies oder Her Story erlebte die Darstellungsform zuletzt eine Art Renaissance. Auf diesen Zug wollte 2022 Square Enix aufspringen und veröffentlichte mit The Centennial Case: A Shijima Story ein FMV-Detektivspiel mit einer mysteriösen Story, die sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckt.
Wobei Detektiv-"Spiel" eigentlich zu viel versprochen ist, denn The Centennial Case gleicht eher einer zwölf Stunden langen Amateur-Serie als einem interaktiven Unterhaltungsprodukt. Ihr cringed euch durch Laientheater-Sequenzen und lacht über das allgegenwärtige Overacting und die wiederverwendeten Schauspieler, denen für eine andere Rolle ein Schnauzer angeklebt wird.
Quelle: PC Games
The Centennial Case: A Shijima Story
Zwischendurch dürft ihr euch gelegentlich eine irrelevante Antwortmöglichkeit aussuchen und Hinweise auf dem Bildschirm registrieren, die euch das Spiel im entscheidenden Teil sowieso verrät.
Unterhaltung findet ihr höchstens in den Auflösungssequenzen, in denen ihr versucht, den Täter zum Einknicken zu bringen - von Logiklöchern und fiesem Trial & Error bleibt ihr dort aber auch nicht verschont. Da wirkt diese Schultheateraufführung eurer siebenjährigen Nichte auf einmal gar nicht mehr so unspannend, oder?
Platz 7: Blade Runner: Enhanced Edition - Der demasterte Klassiker
Aus der Reihe "Neuauflagen, die die Welt nicht braucht" erreicht uns die Enhanced Edition des Adventure-Klassikers Blade Runner von Nightdive. Bei den Old-School-Experten entsteht gerade auch das umfassende Remake zu System Shock, bei der Neuauflage von Blade Runner hat sich das Studio aus Washington aber alles andere als mit Ruhm bekleckert.
Das geht schon bei der Optik los: Wenn sich Unterschiede mit bloßem Auge kaum erkennen lassen, außer in den Szenen, in denen die Neuauflage schlechter aussieht als das 25 Jahre alte Original, stellt sich die Frage, womit die Entwickler das "Enhanced" im Untertitel rechtfertigen.
Quelle: PC Games
Blade Runner: Enhanced Edition
Vielleicht mit der umständlichen Controllersteuerung, denn die ist neu? Mit der deutschen Sprachausgabe, die Nightdive zu Release offenbar schlicht und ergreifend vergessen hat?
Oder den kaputten Schießeinlagen, die im Gegensatz zu besagter deutscher Synchro bis heute nicht repariert wurden? Das einzige Trostpflaster dieser lieblosen Zeitreise ist die Originalversion von Blade Runner, die ihr inklusive ursprünglich herausgeschnittenem Content zum Kauf dazu erhaltet. Die Enhanced Edition ist dann der seelenlose Replikant im Paket.
