Spielegrafik: Retro? NIcht mein Ding

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Spielegrafik: Retro? NIcht mein Ding
Quelle: Lunar Ray Games

Auch unter den brandneuen Games gibt es grafische Leckerbissen, misslungene Grafik sowie auch zahlreiche Stilarten bei der Darstellung. Solange die Grafik halbwegs zeitgemäß ist, trübt auch eine eher mäßige Grafik, meinen Spielspaß nicht. Und manche Spiele sind bewusst eher spartanisch gestaltet. Einer Sache kann ich aber nichts abgewinnen: einem sehr starken Retro-Grafikstil.

Retro-Grafik? Nicht mein Ding.

Das, was ich zusammenfassend mit "Retro-Grafik" bezeichnen möchte, liegt meiner Beobachtung nach derzeit sehr im Trend. Natürlich nicht bei AAA-Titeln, aber die Indie-Szene und deren Anhänger scheinen eine derartige Grafik geradezu zu feiern - sie kommt offenbar sehr gut an. Dies ist zwar erfrischend, da es ein kompletter Kontrapunkt zu dem Trend darstellt, neue und leistungsfähige Hardware zu hypen und bei Konsolen über nichts anderes als die Rechenleistung zu sprechen. Aber trotzdem mag ich es nicht, wenn man es mit dem Label "definitiv kein AAA" übertreibt. Ich meine vor allem Spiele, die eher nach 1999 oder gar 1989 als nach 2010 oder später aussehen und in der Regel auch in 2D gehalten sind, So was ist überhaupt nicht mein Ding. Ein Beispiel ist das kürzlich von uns getestete Spiel Kunai.

Ich meine damit nicht Spiele, die einfach nur aus stilistischen Gründen etwas spartanischer oder kantiger oder comichaft aussehen - ich meine nicht die South Park-Games oder Spiele wie Okami, auch keine Games wie Valiant Hearts.

Valiant Hearts hat einen besonderen Grafikstil, bei dem die Entwickler aber trotzdem das an Qualität herausholen, was zu diesem Stil passt. Quelle: Steam Valiant Hearts hat einen besonderen Grafikstil, bei dem die Entwickler aber trotzdem das an Qualität herausholen, was zu diesem Stil passt. Ich rede von Spielen, die wirklich aussehen, als seien sie enorm alt, eindeutig enorm pixelig sind, nur 2D bieten und zum Teil sogar beim Farbspektrum eher an den C64 erinnern - mir machen solche Games vor allem wegen der Grafik einfach keinen Spaß. Klar: mit einem Grafikstil, der aussieht, als stamme das Spiel aus den Jahren 1980 bis 1990, bringen die Entwickler vielen Gamer ihre Erinnerungen zurück. Und ein wirklich gutes Spiel sollte man nicht anhand seiner Grafik bewerten. Trotzdem kann ich persönlich mit Spielen, die eine nicht mehr zeitgemäße Grafik bieten, leider nichts anfangen. Rollenspiele mit Charakteren im Oldschool-Design, die sich staksiger bewegen als Cartman bei South Park und bei denen keine Gesichter mehr zu erkennen sind, da der Kopf aus (etwas übertrieben gesagt) maximal 20 "Pixeln" besteht, finde ich langweilig.

So was muss für mich wirklich nicht sein. Aber wer Kunai mag, soll es gerne genießen. Quelle: PC Games So was muss für mich wirklich nicht sein. Aber wer Kunai mag, soll es gerne genießen. Ich rede dabei natürlich nicht davon, dass der Kopf wegen der Entfernung zur Kamera aus 20 Pixeln besteht, sondern davon, dass die Macher des Spiels den Kopf bewusst aus großen Klötzen in Minecraft-Manier erstellt haben. Dass ich mit solchen Spielen nichts anfangen kann, hat auch damit zu tun, dass ich genau weiß: mit wenig Mühe könnte das Entwickler-Team eine wirklich ordentliche Grafik auf den Schirm zaubern. Damit meine ich keine Qualität eines aktuellen Battlefield-Teils oder einem Spiel wie The Witcher 3 - aber dank zahlreicher Engines, die den Entwicklern auch Hilfsmittel bieten und meist sehr faire Angebote auch für kleine Entwickler-Teams bieten, ist ein Entwickler nun wirklich nicht gezwungen, eine Grafik anzubieten, die eher nach C64 als nach einer PS4 aussieht. Zu der Frage, was genau Engines sind, hatten wir übrigens kürzlich ebenfalls ein Special für euch zusammengestellt. Dabei ist mir natürlich bewusst, dass eine solche Retro-Grafik eine Menge Arbeit und Herzblut erfordert. Es ist gar nicht einfach, mehrere Charaktere aus jeweils nur ein paar Dutzend Pixel-Blöcken zu zaubern, die man als Spieler trotzdem sofort wiedererkennen und voneinander unterscheiden kann. Und auch wenn die Grafik nicht nach 1985, sondern am Ende dann doch nach 1995 oder 2005 aussieht, ist es eine Kunst, die Grafik absichtlich so aussehen zu lassen.

Okami HD zaubert eine zwar nicht unbedingt detallierte und schon gar nicht realistische, aber scharfe und künstlerische Grafik auf den Monitor. Quelle: PC Games Okami HD zaubert eine zwar nicht unbedingt detallierte und schon gar nicht realistische, aber scharfe und künstlerische Grafik auf den Monitor. Ich persönlich habe aber einfach keinen langfristigen Spaß an so etwas - Spiele sind dank immer besserer Hardware auch optisch immer schöner geworden, dies sollte man dann auch ausnutzen. Nur wenige würden ja schließlich auf die Idee kommen, sich nur wegen des Retro-Feelings dauerhaft ein Auto ohne Servolenkung, ABS und Kopfstützen anzuschaffen. Oder einen Röhren-Fernseher zu kaufen. Oder ein Telefon mit Wahlscheibe. Ich respektiere die Entwickler solcher Spiele und die Gamer, die diese Spiele lieben. Aber außer für eine kurze Runde hat mich noch kein Spiel mit einer richtigen Retro-Grafik lange am Schirm gehalten. Und auch dann, wenn ich mal ein sehr altes Game zum ersten Mal nach langer Zeit wieder spiele, vergeht mir allein wegen der Grafik schnell der Spaß. Als ich beispielsweise Jagged Alliance 2 vor einigen Jahren nach langer Pause mal wieder anfing, war nach weniger als einer halben Stunde mein Abgang angesagt - und damit meine ich nicht, dass mein Trupp ausradiert wurde. Es braucht aber nicht viel Modernität, damit mich ein Spiel dann doch wieder packt - das HD-Remake von Age of Empires 2 war beispielsweise ein solcher Fall.

  1. Seite 1 Spielegrafik: AAA muss nicht sein
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  3. Seite 3 Spielegrafik: Verbesserung bei Grafik ist wichtig
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