Kolumne zu Spielegrafik: Nein zu Retro-Grafik, aber auch zu High-End-Blendern
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Auch unter den brandneuen Games gibt es grafische Leckerbissen, misslungene Grafik sowie auch zahlreiche Stilarten bei der Darstellung. Solange die Grafik halbwegs zeitgemäß ist, trübt auch eine eher mäßige Grafik, meinen Spielspaß nicht. Und manche Spiele sind bewusst eher spartanisch gestaltet. Einer Sache kann ich aber nichts abgewinnen: einem sehr starken Retro-Grafikstil.
Ordentliche Grafik reicht mir aus
Vor kurzem hatte ich in einer Kolumne meine Meinung zu der Frage erläutert, ob sich der Kauf einer besonders teuren Grafikkarte lohnt. Seitdem ich auf PCs als Plattform spiele - zuvor war ich auf dem C64 sowie einem Amiga 2000 und 4000 unterwegs - rüste ich meinen PC regelmäßig auf, damit die jeweils neu herauskommenden Games, die mich interessieren, flüssig auf meinem Rechenknecht laufen.
In diesem Artikel
Früher war es mir wichtig, dass die Spiele nicht nur flüssig, sondern zumindest kurz nach dem Aufrüsten am besten mit mindestens 60 FPS (Bilder pro Sekunde) bei maximalen Detailstufen funktionieren.
Quelle: PC Games Hardware
Fast acht Jahre alt, aber grafisch immer noch modern ist Hitman: Absolution
Inzwischen lebe ich auch sehr gut mit mittleren oder gar niedrigen Detailstufen, was auch der Grund dafür war, dass ich bis Anfang dieses Jahres trotz eines WQHD-Monitors (2560 mal 1440 Pixel) mit einer AMD Radeon R9 290 auskam, die ich Anfang 2015 gekauft hatte und die bekanntermaßen kein High-End-Bolide ist. 250 Euro hatte ich damals lediglich bezahlt. Bei manch einem Game hatte die AMD Radeon R9 290 aber dann im letzten Jahr schon auf niedrigen Details Einbrüche, die den Spielspaß trübten, so dass ich mir im Januar dieses Jahres eine Nvidia GeForce RTX 2060 Super anschaffte. Mehr brauche ich wirklich nicht, denn ich bin inzwischen kein "Grafikpracht-Freak" mehr, der die neuesten Blockbuster auf maximalen Detailstufen in WQHD bei 100 FPS spielen will. Klar: wenn es möglich ist, dann wähle ich die höchste Detailstufe. Und würden mir gewisse Promis aus Film, Funk und Politik für jeden ihrer dummen Tweets einen Euro überweisen, würde ich mir eine High-End-Höllenmaschine zusammenstellen und auf zwei 8K-OLED-TVs die neuesten Games in 100 FPS genießen.
Quelle: PC Games
eFootball PES 2020
Aber enorm wichtig ist mir dies nicht, und ein Spiel, das ich gerne spiele, muss auch nicht unbedingt eine absolute Top-Grafik bieten. Spielen wie Call of Cthulhu oder auch No Man's Sky zocke ich "nur" auf meiner Xbox One S, und da kann man nicht von einer unfassbaren Grafikpracht sprechen. Etwas ältere Games wie Batman: Arkham Origins (2013) oder Hitman: Absolution (2012) bieten als PC-Version auch nach heutigen Standards eine noch passable Grafik. All diese Games spiele ich immer noch sehr gerne. Mein aktueller Lieblings-Shooter, Call of Duty: Modern Warfare (2019), bei dem meine Multiplayer-Spielzeit schon lange im dreistelligen Stunden-Bereich liegt, ist ebenfalls nicht als Grafik-Burner bekannt. Ähnliches gilt für Sportgames wie eFootball PES (Pro Evolution Soccer) 2020 oder Madden NFL 20, bei denen die Grafik zwar eh schon einer realen TV-Übertragung nahekommt, die aber im Gegensatz zu anderen Genres keine atemberaubenden Effekte und ähnliches bieten. Zusammengefasst: Mir reicht eine ordentliche, aber zeitgemäße Grafik völlig aus, und wenn mehr geboten wird, nutze ich es gerne, werde dafür aber auch keine Unsummen ausgeben. Aber einer Sache kann ich partout nichts abgewinnen: "Retro"-Grafik - dazu mehr auf der nächsten Seite.
