Dragon's Dogma 2, Elden Ring ... Das ist doch alles kein JRPG! Darum schadet das Label japanischen Spielen
Special
Ein Rollenspiel aus Japan ist ein JRPG, richtig? Na ja, so leicht können wir uns das leider nicht machen. Es handelt sich vielmehr um ein eigenes Genre als eine Herkunftsbezeichnung. Das Label kann manchen Spielen daher sogar im Weg stehen.
Das ist bei einem bereits veröffentlichten Spiel bereits ungünstig, weil das Label diese bestimmten Assoziationen erzeugt und so potenzielle neue Fans abschreckt. Passiert so eine unfreiwillige Zuordnung bereits vor Release, wie es bei Final Fantasy 16 der Fall war, ist es noch schwieriger.
Dann laufen die Entwickler Gefahr, dass ihr Werk ganz anders eingeordnet wird als erhofft, bevor die Spieler überhaupt selbst in die Welt eintauchen konnten.
Sollten wir die Bezeichnung nun einfach ganz weglassen, gerade wenn manche Entwickler aus Japan sich in der Vergangenheit bereits schwer damit getan haben? Jein, denn lösen würde es das Problem im Endeffekt nicht.
Quelle: Atlus
Metaphor: ReFantazio
Rücksicht auf die japanischen Entwickler und ihre Werke nehmen, sollten wir ohnehin. Klassische JRPGs im Sinne der Spieletraditionen nun schlicht als Rollenspiele zu bezeichnen, würde allerdings genau den gleichen Effekt haben, wie Elden Ring in die Japano-Schublade zu stecken: Es schürt falsche Erwartungen.
- Die besten Deals und kompetente Beratung in Sachen Games, Filme, Entertainment und mehr findet ihr ab sofort im brandneuen PCG Ratgeber. Alle Infos zu unserem neuen Portal findet ihr hier!
Rollenspielmechaniken stecken heutzutage in vielen Spielen, trotzdem sind längst nicht alle klassische RPGs. Und auch bei den traditionell-japanischen Vertretern lässt sich darüber streiten, wie sehr ihr wirklich in die Rolle schlüpft und nicht nur die Hauptfigur auf ihrem linearen Weg begleitet.
Ein guter Kompromiss wäre daher, achtsamer mit dem Label umzugehen und nicht direkt jedem Rollenspiel aus Japan diesen Stempel aufzudrücken, ohne sich das Konzept und die Umsetzung näher anzuschauen.
Letztendlich sollten Genrezuordnungen die kreative Freiheit der Entwickler nicht einschränken und ihre Werke nicht in Schubladen mit Stereotypen drängen, sondern den Spielern dabei helfen, sich in der Flut von Neuerscheinungen besser zurechtzufinden. Und wenn ein achtsamer Umgang dazu führt, dass sich dadurch sogar jemand mal an ein kommendes Spiel wie Metaphor: ReFantazio wagt, ohne es direkt als Anime-Klischeefeuerwerk zu verurteilen, ist das umso besser.
