Endzeitstimmung, wie sie im Buche steht: Diese düsteren Spiele basieren auf literarischen Werken
Special
Dass es Videospieladaptionen von Klassikern wie Harry Potter oder Der Herr der Ringe gibt, wissen die meisten. Allerdings gibt es auch weniger bekannte Buchvorlagen, auf deren Grundlage gute Spiele entstanden sind - zum Beispiel Stalker!
Dazu zählt zum Beispiel "Das Orakel vom Berge" von Philip K. Dick, zu dem es auch eine Serie mit dem Titel "The Man in the High Castle" gibt. In dem Buch haben die Nazis zwar nicht gleich die gesamte Welt unter Kontrolle, allerdings besetzen sie gemeinsam mit den Japanern die USA.
Sowohl im Roman als auch im Spiel werden verschiedene Widerstandskämpfer beleuchtet, spielbar ist in Wolfenstein allerdings trotzdem nur die die eine Hauptfigur. Ein weiteres Buch, das in die gleiche Kerbe schlägt, ist "Vaterland" von Robert Harris.
Hierbei handelt es sich allerdings mehr um einen Krimi, in dem der Protagonist einen Mordfall aufklären muss. Die Handlung findet ebenfalls nach einem katastrophalen Ausgang des Zweiten Weltkriegs statt, durch den Europa von den Nationalsozialisten beherrscht wird.
Quelle: GSC Game World
Stalker 2: Heart of Chornobyl
Wolfenstein: The New Order beruht im Gegensatz zu den anderen Titeln unserer Liste nicht direkt auf einem Roman, weist aber deutliche Parallelen zu literarischen Werken mit ähnlichen dystopischen Szenarien auf. Da die beiden Bücher deutlich älter als das Spiel sind, ist es wahrscheinlich, dass sie als Inspiration für die Entwickler gedient haben.
Grauen jenseits der Vorstellungskraft
Egal ob direkte Adaption eines Romans, lose Inspiration oder das Behandeln eines Themas, das in diversen Werken auf unterschiedliche Art und Weise thematisiert wird: Bücher, Romane und andere Literatur bieten eine schier unendliche Quelle an Material für Videospieladaptionen.
Zu guter Letzt möchten wir euch noch eine weitere Variante vorstellen, wie Buchvorlagen spielerisch umgesetzt werden können. Denn manchmal sind die Werke einzelner Autoren von so großem Umfang, dass gleich ihre Gesamtheit als Grundlage herangezogen wird.
Ein gutes Beispiel dafür ist Call of Cthulhu, das eines von vielen Spielen ist, die sich an den Geschichten von H. P. Lovecraft orientieren. Auch wenn es eine gleichnamige Kurzgeschichte des bekannten Schriftstellers gibt, bedient sich das Spiel beim gesamten Cthulhu-Mythos - inklusive dem Pen-and-Paper-Rollenspiel aus den 80er-Jahren.
Auf Basis der zentralen Elemente wie dem kosmischen Horror, einer düsteren Atmosphäre und Erlebnissen, die einen am eigenen Verstand zweifeln lassen, haben die Entwickler so ihre eigene Geschichte in ihrem von Lovecraft inspirierten Setting erschaffen.
Quelle: Focus Entertainment
Call of Cthulhu
Konkret dreht sich die Handlung um einen Detektiv, der einen mysteriösen Todesfall mit nahezu keinen Hinweisen aufklären soll. Bei seinen Ermittlungen stößt er allerdings auf ein noch größeres Grauen, da das überirdische, titelgebende Wesen Cthulhu wiederbelebt werden soll.
Wie das Ganze ausgeht, liegt in den Händen der Spieler, da die getroffenen Entscheidungen das Ende beeinflussen. Lovecrafts Werke sind aber nicht nur für den kosmischen Horror rund um die mysteriösen Wesen bekannt, der beispielsweise auch als Inspiration für Bloodborne diente.
Das Grauen, das seine fiktiven Charaktere erleben, ist oftmals zu gravierend, als dass sie es ausdrücken könnten. Dadurch entsteht eine abstrakte, bedrohliche Stimmung, die sich besonders gut für Videospielumsetzungen eignet.
Denn alles, was in Büchern vermittelt werden soll, muss zwingend in Worte gefasst werden. Spiele hingegen haben die Möglichkeit, die Atmosphäre auf verschiedenen Ebenen aufzugreifen. Dadurch entsteht ein unheimlicher Gesamteindruck, der durch die interaktiven Elemente noch verstärkt werden kann.
Es werde Videospiel
Es gibt noch zahlreiche weitere Spiele, die Inspiration aus der Literatur ziehen. Von Alice im Wunderland über den Hexer bis hin zu Sherlock Holmes gibt es diverse und vor allem unterschiedlichste Werke, deren Essenz heutzutage in Videospielform zu finden ist.
Da beim Wechsel des Mediums aber nicht nur die Erzählung, sondern vor allem der Spielspaß im Vordergrund steht, eignen sich dystopische, postapokalyptische und andere düstere Settings besonders gut für solche Umsetzungen.
Zu was die vermeintlich unscheinbare Idee, sich an einer Buchvorlage zu orientieren, führen kann, sehen wir gerade bei Stalker 2. Das Franchise ist vor allem in den letzten Jahren zu viel mehr als einer Spielereihe geworden. Umso gespannter bin ich auf das Endprodukt, wenn wir bald erneut in der Zone ums Überleben kämpfen dürfen.
