Endzeitstimmung, wie sie im Buche steht: Diese düsteren Spiele basieren auf literarischen Werken
Special
Dass es Videospieladaptionen von Klassikern wie Harry Potter oder Der Herr der Ringe gibt, wissen die meisten. Allerdings gibt es auch weniger bekannte Buchvorlagen, auf deren Grundlage gute Spiele entstanden sind - zum Beispiel Stalker!
Doch eine Welt, in der jeder ohne Regulationen seinen eigenen Ambitionen hinterherjagt, ist in so einem Extremfall zum Scheitern verurteilt. Letztendlich kann diese Philosophie unkontrolliert mit der Zeit zu ungesundem Egoismus und dem zunehmenden Zerfall notwendiger Strukturen führen.
Genau diese Probleme haben in Rapture zum katastrophalen Zusammenbruch der Gesellschaft geführt. Das Ergebnis: das postapokalyptische Szenario, in dem sich der Protagonist nach dem Flugzeugabsturz zu Beginn des Spiels wiederfindet.
Obwohl BioShock unverkennbare Inspiration aus Ayn Rands Werk zieht, müsst ihr euch nicht mit dem Objektivismus beschäftigt haben, um die Handlung des Spiels und den Aufbau der Welt zu verstehen. Solltet ihr aber Lust darauf haben, tiefer in die Materie einzusteigen, werdet ihr beim nächsten Durchgang sicher zahlreiche Referenzen entdecken.
Versteckspiel im Untergrund
Videospieladaptionen müssen aber nicht zwangsläufig lose Interpretationen sein. Metro 2033 beruht zum Beispiel direkt auf dem gleichnamigen Roman von Dmitry Glukhovsky. Nicht nur das Setting stimmt größtenteils überein, ihr schlüpft auch in die Rolle derselben Figur, aus deren Perspektive ihr auch den Roman erlebt.
Quelle: Deep Silver
Metro 2033 Redux
Im Spiel ist Artjom allerdings mehr ein Mittel zum Zweck, um die Spieler die Geschichte erleben zu lassen, und kein so ausgearbeiteter Charakter wie in der Buchvorlage. Die Hintergrundgeschichte und die zentralen Elemente der Handlung sind sich allerdings sehr ähnlich.
In Metro 2033, egal welche Variante, mussten die Menschen in Moskau aufgrund einer nuklearen Katastrophe Schutz in den U-Bahn-Tunneln suchen. Ein Leben an der Oberfläche ist dort aufgrund der verheerenden Folgen nicht mehr möglich.
Viele Jahre nach dem Unglück droht den Menschen, die weiterhin in den Tunneln leben müssen, eine weitere Gefahr durch Mutanten. Deshalb wird Artjom auf eine Reise durch die Metro geschickt, um die Bewohner anderer Stationen vor ihnen zu warnen.
Diese Mission wandelt sich im Spiel schnell zu einem Kampf ums Überleben, denn in den dunklen und unübersichtlichen Tunneln lauern gefährliche Gegner. Außerdem muss die Hauptfigur mit ihren Ressourcen haushalten, was das ganze Unterfangen noch schwieriger gestaltet.
Trotz der vielen Parallelen und direkten Bezüge gibt es auch einige Unterschiede zwischen dem Spiel und der Buchvorlage. Die Adaption verfügt beispielsweise über zwei verschiedene Enden, die davon abhängig sind, wie ihr euch während eurer Mission verhaltet.
Quelle: Bethesda Softworks
Wolfenstein: The New Order
Außerdem haben es nicht alle Ereignisse und Charaktere ins Spiel geschafft, zumindest nicht in der ursprünglichen Variante. Das ist aber auch kein Wunder, schließlich steht bei einem Spiel das Gameplay anstelle der Erzählung im Vordergrund. Kleinere Anpassungen sind daher nicht nur unumgänglich, sondern tragen auch zu einem runden Erlebnis bei.
Metro 2033 ist im Grunde vergleichbar mit einer Filmumsetzung, die das Ursprungsmaterial zwar möglichst authentisch übernimmt, aber dennoch einige notwendige Anpassungen vornimmt. Im Gegensatz zu manch anderen Romanen, bei denen der Spielspaß hintenüberfallen könnte, bietet sich die Vorlage hier sehr gut für ein Videospiel an.
Eine fatale Besatzung
Atomkatastrophen sind nicht die einzigen Szenarien, über die wir uns am liebsten überhaupt keine Gedanken machen möchten. Ein weiteres davon ist, wie die Welt wohl aussehen würde, wenn die Nationalsozialisten damals den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten.
Wolfenstein: The New Order stellt sich dennoch genau dieser Frage und führt die Spieler in eine fiktive Welt, in der mittlerweile die Nazis regieren. Die Hauptfigur lag zu Spielbeginn bereits lange im Koma und erwacht erst, als die neuen Herrschaftsverhältnisse bereits bestehen.
Irgendwann schließt er sich einer Widerstandsbewegung gegen die Besatzung der Nationalsozialisten an und tut alles in seiner Macht stehende, um sie zu sabotieren und die Gegenwehr der eigenen Reihen zu stärken. Welche Entscheidungen ihr im Laufe des Spiels trefft, hat dabei Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte.
Das Setting von Wolfenstein: The New Order beruht also nicht auf einer fiktiven Geschichte, sondern stellt einen alternativen Ausgang realer historischer Ereignisse dar. Mit diesem schwierigen Thema beschäftigt sich aber nicht nur dieses eine Spiel. Es gibt gleich mehrere Romane, die sich einem sehr ähnlichen Szenario widmen.
