Toys to Life: Wie Skylanders, Amiibo und Co. die Welt eroberten - und plötzlich verschwanden
Special
Skylanders, Disney Infinity und Co waren Kassenschlager und fast jeder hatte die Plastikfigürchen im Regal stehen. Wir schauen uns an, was dieses Konzept so besonders gemacht hat und warum es trotzdem heutzutage so gut wie tot ist.
Der Höhenflug der Skylanders
Der Verlust von F.A.M.P.S. war jedoch spätestens am 12. Oktober 2011 vergessen. An diesem Tag erschien Skylanders: Spyro's Adventure. Hier ist der Punkt erreicht, an dem die Sache mit den lebendig werdenden Spielzeugen Fahrt aufnimmt, denn das erste Skylanders ist das Spiel, welches wahrscheinlich die meisten mit Toys-to-Life verbinden und welches das Konzept mit einem Schlag etablierte. Dabei war es anfangs gar nicht als Skylanders geplant.
Der Arbeitstitel war ursprünglich nämlich Spyro's Kingdom. Es sollte ein neues Abenteuer eben jenes lila Drachen sein, der auf der PlayStation bekannt und beliebt geworden war, aber dann aufgrund immer schlechterer Spiele immer mehr in die Versenkung geriet. Im Laufe der Entwicklung wurde den Entwicklern von Toys for Bob jedoch bewusst, dass ein neuer Teil einer Reihe, die ohnehin schon nicht gut dastand, von vornherein zum Scheitern verurteilt war.
Es wurde also immer mehr Fokus auf das Konzept der Figuren gelegt anstatt auf den Charakter Spyro, was im Nachhinein wohl die beste Entscheidung war, die die Entwickler hätten treffen können. Im ersten Ableger gab es 32 verschiedene Figuren, die man jeweils für knapp zehn Euro kaufen konnte. Drei davon, eine von ihnen Spyro, waren im Starterpack enthalten. Zusätzlich gab es noch verschiedene Adventure-Packs und Spezialfiguren, mit denen man neue Inhalte freischalten konnte.
Quelle: Activision
Der Spieler übernimmt die Rolle des Portalmeisters und kann durch Platzieren der Figuren auf dem dazugehörigen Hub entscheiden, mit welcher Figur er die Skylands unsicher machen will. Das Spiel an sich ist eine Mischung aus Action-RPG und Platformer. Man muss den dunklen Portalmeister Koas besiegen und die Bewohner der Skylands retten. Dabei gibt es einiges zu sammeln, zum Beispiel neue Fähigkeiten für die Skylanders, Schätze und kosmetische Ausrüstungsgegenstände.
Doch ist das Spiel wirklich so gut, als dass es diesen enormen Erfolg rechtfertigen würde? Nicht wirklich, aber das muss es auch gar nicht. Würden die Figuren nicht existieren, wäre Skylanders wahrscheinlich längst nicht so erfolgreich geworden. Aber der Fakt, dass sie existieren, macht die Reihe besonders und innovativ, und genau diese Innovation war der Grund für ihre Beliebtheit.
Skylanders: Spyro's Adventure schlug ein wie eine Bombe. Es verkaufte über 30 Millionen Einheiten an Software und Zubehör und brachte den Entwicklern ein Vermögen ein. Es war so erfolgreich, dass Toys for Bob sich direkt an die Entwicklung des Nachfolgers setzte und bereits ein Jahr später erschien Skylanders: Giants.
Main-Gimmick hier war, dass es neben den normalen Skylander-Figuren noch die Giants gab. Gleiches Prinzip, nur in etwas größer und stärker und deswegen natürlich auch etwas teurer als die Normalos. Mit dem Nachfolger war der Hype um die lebenden Spielfiguren jedoch noch lange nicht vorbei. Eher im Gegenteil, irgendwann hatte jeder Laden eine eigene Abteilung nur für Skylanders, die sich für jeden Sammler als zweiter Wohnsitz etablierte.
Der riesige Erfolg der ersten beiden Teile sorgte dafür, dass wir jedes Jahr einen neuen Teil serviert bekamen. Und mit jedem neuen Spiel kamen auch neue Figuren. Im dritten Teil Skylanders: Swap Force gab es Skylander, deren Ober- und Unterteile man wechseln konnte. Der nächste Nachfolger, Skylanders: Trap Team, führte Fallenfiguren ein, mit denen gegnerische Monster gefangen und selbst benutzt werden konnten, und in Skylanders: Superchargers konnte man auf einmal mit einer Vielzahl an Fahrzeugen durch die Skylands heizen.
Dass diese neue Reihe mit ihrem innovativen Konzept so gut ankam, wurde natürlich auch von der Konkurrenz erkannt und so gab es bereits relativ schnell die ersten Toys-to-Life-Alternativen. Vor allem Disney schien sehr interessiert zu sein. Spielzeuge werden schließlich am besten an Kinder vermarktet, wer also würde sich da mehr anbieten als das Unternehmen, das die mächtigsten Kinderfilm- und -Serien-Franchise unter seinen Dach vereint.
