Videospiele sind zu einfach und das ist ein riesiges Problem

Special Daniel Link
Ranni.
Quelle: From Software

Einer der wichtigsten Aspekte eines Spiels ist der Schwierigkeitsgrad. Diesen richtig hinzubekommen, ist jedoch gar nicht so leicht.

Den Gegnern einfach nur mehr Leben zu verpassen, kann unter Umständen aber bereits mehr als genug sein. In Gunbrella lässt sich die treue Schirm-Pistole etwa aufwerten, wodurch sie unter anderem mehr Schaden verursacht. Zumindest ich habe diese Funktion jedoch völlig ignoriert, da Gegner auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad schlichtweg zu wenig Lebenspunkte hatten. Selbst den Endboss besiegte ich in etwa zehn Sekunden. Meine Zeit zu verwenden, die fürs Aufwerten nötigen Materialien zu sammeln, hätte sich daher nicht gelohnt.

Mehr Innovation

Dann gibt es auch noch Spiele, die sich mit ihrer Art des Schwierigkeitsgrads von der Norm abheben, beispielsweise Metal Gear Solid 5: Phantom Pain. Die Feinde reagieren nämlich auf das, was der Spieler macht.

Schaltet man meistens Gegner mit dem Scharfschützengewehr durch Kopfschüsse aus, tragen sie irgendwann vermehrt Helme. Infiltriert man häufig bei Nacht, sind alle Wachen mit Taschenlampen ausgestattet. Sind einem die dadurch resultierenden Gegner zu herausfordernd, kann man sie durch eine Ingame-Mechanik auf Mother Base wieder abschwächen.

Mir persönlich gefiel auch Shadow of War sehr, da es hier neben dem höchsten Schwierigkeitsgrad eine weitere Stufe gibt, in der Gegner zwar genauso mächtig sind, der Spieler aber auch wesentlich mehr Ressourcen generiert, um Spezialangriffe auszuführen. Man fühlt sich zwar wie eine Art Ein-Mann-Armee, die Widersacher sind aber kräftig genug, dass man nicht einfach so durchs Spiel rennen kann.

Auch Roguelites sollte man in dieser Diskussion nicht vergessen, allen voran Hades. Roguelites sind zu Beginn meistens ziemlich herausfordernd, erst durch die Meta-Progression und das durch Wiederholung unumgängliche "Besser werden" nimmt die Schwierigkeit stetig ab.

Zagreus aus Hades. Quelle: Supergiant Games Damit das auf Dauer nicht langweilig wird, müssen natürlich Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Im Falle von Hades darf sich die der Spieler selbst aussuchen. Zagreus soll seinem Vater nämlich dabei helfen, das Reich der Toten ausbruchssicher zu gestalten und darf dafür selbst Sicherheitsmaßnahmen festlegen.

Jeder Spieler darf daher seinen perfekt auf ihn abgestimmten Schwierigkeitsgrad festlegen. Die verschiedenen Einstellungen reichen von kleineren Veränderungen wie mehr Lebenspunkten für die Gegner bis hin zu Dingen wie brandneuen Fähigkeiten für die Bossgegner.

Schiebt man alle Regler auf das Maximum, wird der Titel so herausfordernd, dass es erst in diesem Jahr dem allerersten Spieler gelungen ist, das Spiel auf diese Weise durchzuspielen.

Da Scheitern ein fundamentaler Aspekt von Hades ist, fühlt es sich gar nicht so schlecht an, erst einen zu hohen Schwierigkeitsgrad zu wählen und diesen dann abzuschwächen.

Schließlich wird man auch weiterhin besser in dem Spiel und schaltet neue, passive Boni frei, weswegen man die Regler einfach zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach oben schiebt.

Die zumindest theoretisch beste Art, die Schwierigkeit in einem Spiel einzustellen, sollten eigentlich solche verschiedenen Regler sein, mit denen sich die Gameplay-Aspekte einstellen lassen. In der Praxis werde ich von dieser Vielfalt aber oft einfach überfordert. Woher soll ich denn zu Beginn eines Spiels wissen, ob meine Gegner 110 Prozent oder nur 90 Prozent Schaden verursachen sollten? in den meisten Fällen kann ich das nicht einmal beurteilen, nachdem ich schon mehrere Stunden in einem Spiel verbracht habe.

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