Das Aufzeichnen von Spielen ist im Zeitalter von Youtube, Let's Plays und hohen Internet-Bandbreiten weitverbreitet. Wir schauen uns ein paar der wichtigsten Tools genauer an.
AMD Game DVR (Beta)
Nachdem Nvidia mit der Geforce Experience vorgeprescht war, schloss AMD einige Monate später mit der Gaming App und Game DVR an.
Quelle: PC Games
Nachdem Nvidia mit der Geforce Experience vorgeprescht war, schloss AMD einige Monate später mit der Gaming App und Game DVR an.
Genau wie Nvidia hält auch AMD eine Software-Oberfläche für Spieler bereit. Im Gegensatz zum Alleingang von Nvidia mit seiner Geforce Experience entstand die Gaming App in Zusammenarbeit mit der Spieleplattform Raptr. Einer der Vorteile ist die recht große Community, die damit angebunden wurde, nervig dagegen kann die sichtlich auf Kommerz ausgelegte Oberfläche aufstoßen. Wie die Nvidia-Software ist AMDs Gaming App kostenlos und kann zusammen mit dem Treiber installiert werden. Auch diese App läuft nur mit hauseigenen GPUs.
Auch hier fällt die Bedienung leicht. Ein paar Klicks genügen und schon können Spiele in sehr guter Qualität aufgezeichnet werden. Auch das Streaming auf Twitch funktioniert problemlos. Doch auch hier finden sich nur eine Handvoll Optionen zum Anpassen der Videos, es stehen lediglich ein paar Presets zur Verfügung, von Hand können nur die Bitrate (grob) festgelegt und die Fps begrenzt werden. Doch auch AMDs Game DVR fällt mit Nvidias Shadowplay in Sachen Funktionsumfang hinter einige hier getestete Tools zurück. Die Leistung ist zudem etwas schlechter als beim Nvidia-Pendant, dafür waschen die Kontraste nicht so stark aus. Auch hier liegt die Videogröße mit einem eine Minute langen Testvideo bei rund 380 MiByte, wobei ebenfalls die Bit-Rate variabel ist. Für AMD-Nutzer ohne professionellen Anspruch ist Game DVR durchaus empfehlenswert.
Kostenlose Software
Radeon Pro – Der Unbekannte
Nicht viele wissen es, doch auch Radeon Pro enthält eine Funktion zur Video-Aufzeichnung. Diese funktioniert auch mit Nvidia-GPUs.
Quelle: PC Games
Nicht viele wissen es, doch auch Radeon Pro enthält eine Funktion zur Video-Aufzeichnung. Diese funktioniert auch mit Nvidia-GPUs.
Framerate- und Benchmark-Funktion, Screenshot- und Videoaufzeichnung. Im Prinzip kann Radeon Pro alles, was auch Fraps kann, und ist dabei auch noch kostenlos. Leider hat der Entwickler der praktischen Software die Arbeit an dem Tool eingestellt und werkelt nun mit an AMDs Gaming Evolved App. Doch dies soll uns für diesen Test nicht stören, denn wir interessieren uns nur für die Funktionen der Video-Aufzeichnung. Wie schon in der Kopfzeile erwähnt, ist Radeon Pro kostenlos.
Radeon Pro ähnelt mit Blick auf die Video-Funktionen in vielerlei Hinsicht der Aufnahme-Software Fraps. Mit ein paar kleinen Unterschieden: Es gibt es auch hier nur eine sehr begrenzte Auswahl an Aufnahme-Einstellungen, doch ein paar Funktionen hat Radeon Pro Fraps voraus. Zum Beispiel gibt es einen Qualitätsschieber für den Motion-JPEG-Codec, sodass bei schlechterer Qualität auch etwas weniger umfangreiche Videos als mit Fraps aufgezeichnet werden können. Auf den höchsten Qualitätseinstellungen belegte das eine Minuten lange Testvideo 3,55 GiByte. Die Bitrate ist dabei konstant, die Performance ist ebenso wie die Bildqualität sehr gut. Wer kein Geld ausgeben will und kein Problem damit hat, seine Videos zu bearbeiten und ein zweites Mal zu rendern, kann zugreifen.
Open Broadcast Software (OBS)
Die Open-Source-Software Open Broadcast Software ist primär für Streaming gedacht. Doch auch Videos lassen sich aufzeichnen.
Quelle: PC Games
Die Open-Source-Software Open Broadcast Software ist primär für Streaming gedacht. Doch auch Videos lassen sich aufzeichnen.
Dank Open Source ist OBS beliebt und praktisch stets auf dem aktuellen Stand. Und so kann die Software sowohl mit Nvidias Nvenc als auch AMD App hardwarebeschleunigt Videos aufzeichnen. Kompliziert wird es dagegen bei der Einrichtung der Software, zudem gab es bei unseren Tests ein paar kleinere Kompatiblitätsprobleme. Wenn es um Einstellungsmöglichkeiten geht, ist OBS aber mit einigem Abstand das umfangreichste Tool, hier findet jeder Tüftler die passenden Settings. Dies allerdings macht das Tool auch schwer zu handhaben. Wie Bandicam kann OBS auch den Desktop und damit auch Mantle-Applikationen im Borderless Window aufzeichnen. Auch dieses Tool ist kostenlos.
In diesem Artikel
Alles an dem Programm fühlt sich zudem noch unfertig und leicht labil an, was auch für die Performance gilt. Ein paar falsche Klicks und man provoziert eventuell einen Absturz und/oder versaut sich die Videoaufzeichnung. Außerdem muss man erst einmal begreifen, wie das Tool einzurichten ist. Dennoch: Die Software hat vielleicht das größte Potenzial, auch durch die offene Entwicklungsstruktur, die es erlaubt, Neuerungen sofort einfließen zu lassen und neue Features zu ergänzen. Eine hilfreiche Community gibt's obendrauf. Wer sich schon länger mit PCs beschäftigt und keine allzu niedrige Frustschwelle hat, ist hier bestens aufgehoben.
