Game Recording - Teil 2

Special Philipp Reuther
Game Recording: Sauber abgedreht.
Quelle: PC Games

Das Aufzeichnen von Spielen ist im Zeitalter von Youtube, Let's Plays und hohen Internet-Bandbreiten weitverbreitet. Wir schauen uns ein paar der wichtigsten Tools genauer an.

Die Kommerziellen

Fraps: Der Klassiker

Dieses Tool ist wohl beinahe jedem PC-Spieler bekannt. Doch mittlerweile sind viele Funktionen von Fraps nicht mehr zeitgemäß.

Dieses Tool ist wohl beinahe jedem PC-Spieler bekannt. Doch mittlerweile sind viele Funktionen von Fraps nicht mehr zeitgemäß. Quelle: PC Games Dieses Tool ist wohl beinahe jedem PC-Spieler bekannt. Doch mittlerweile sind viele Funktionen von Fraps nicht mehr zeitgemäß. Neben einer Screenshot-Funktion und der Video-Aufzeichnung wird Fraps vor allem für Benchmarks verwendet – auch PCGH nutzt das praktische Tool. Die Funktion für die Video-Aufzeichnung ist allerdings nicht mehr zeitgemäß: Die Framerate kann festgelegt, die Auflösung des Videos halbiert und im verlustfreien RGB-Format aufgezeichnet werden – das waren im Großen und Ganzen die Video-Optionen von Fraps. Viel zu wenig, um mit der Konkurrenz sowohl im kommerziellen wie auch kostenlosen Sektor mitzuhalten. Mit der frei erhältlichen Probeversion können nur 30 Sekunden Video aufgezeichnet werden, dazu wird ein Wasserzeichen eingeblendet. Die Vollversion kostet 27 Euro.

Positiv fällt die Qualität des unbeschleunigten Fraps-Codecs auf, die kaum verlustbehaftet ist – dabei ist der Kontrast sehr hoch. Dies ist wohl Absicht, denn um die Videos hochzuladen, müssen sie nochmals komprimiert werden, 4 Gigabyte Daten pro Minute sind selbst für schnelle Leitungen viel zu viel. Die geringe Kompression lässt Fraps sehr gut performen, vorausgesetzt der verwendete Rechner kann die hohe Bandbreite zur Verfügung stellen. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu teils extremen Rucklern. Nervig: Wird die Framerate festgelegt, läuft auch das Spiel mit dieser Bildrate. Besonders störend ist dies bei Aufnahmen mit 30 Fps.

Bandicam: Mit Hardware-Support
Hardware-beschleunigte Aufzeichnung für AMD, Intel und Nvidia, umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten – Bandicam ist ein Tausendsassa.

Hardware-beschleunigte Aufzeichnung für AMD, Intel und Nvidia, umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten - Bandicam ist ein Tausendsassa. Quelle: PC Games Hardware-beschleunigte Aufzeichnung für AMD, Intel und Nvidia, umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten - Bandicam ist ein Tausendsassa. Das koreanische Video-Tool Bandicam macht einiges anders und durchaus auch besser als der Klassiker Fraps. Zum einen lässt Bandicam deutlich mehr Funktionen zu, ferner können verschiedene Auido- und Video-Codecs ausgewählt werden, darunter auch hardwarebeschleunigte. Die Framerate des Videos kann angepasst und festgelegt werden, das Spiel läuft währenddessen auch mit höherer Framerate und abgesehen von den recht geringen Einbußen durch die Aufnahme ungebremst weiter. Außerdem können Screenshots in mehreren Formaten geschossen werden. Bandicam kann auch den Desktop aufzeichnen und so auch Mantle-Spiele im Borderless Window. Die kostenlose Version von Bandicam blendet ein Wasserzeichen ein, außerdem ist die Videoaufzeichnung auf 10 Minuten begrenzt.

Selbst in der höchsten Qualitätsstufe bleiben die Videos aufgrund des modernen H.264-Codecs verhältnismäßig klein. Die Ergebnisse variieren wegen der variablen Bit-Rate, bei unserem Test benötigte eine Minute Aufnahme rund 380 MiByte Speicher – klein genug, um Videos ohne nochmaliges Rendern direkt ins Internet hochzuladen, sofern ihr eine schnelle Leitung habt. Dabei bleibt die Qualität erfreulich hoch: Kompressionsartefakte sind praktisch nicht zu sehen. Auffällig: Zeichnen wir mit dem Nvidia-Codec auf, waschen die Kontraste stärker aus.

Software der Grafikkarten-Hersteller

Nvidia Shadowplay (Beta)
Mit Nvidia Shadowplay bietet der Hersteller im Paket mit der Geforce Experience eine eigene Aufnahmemöglichkeit für Videos an.

Mit Nvidia Shadowplay bietet der Hersteller im Paket mit der Geforce Experience eine eigene Aufnahmemöglichkeit für Videos an. Quelle: PC Games Mit Nvidia Shadowplay bietet der Hersteller im Paket mit der Geforce Experience eine eigene Aufnahmemöglichkeit für Videos an. Mit dem Geforce-Treiber kann die Software Geforce Experience installiert werden. Neben Optimierungstools enthält das Nvidia-Tool auch eine Videoaufzeichnungsfunktion namens Shadowplay. Diese funktioniert selbstredend nur mit Grafikkarten aus eigenem Hause, die außerdem aus der aktuellen Kepler- beziehungsweise Maxwell-Generation stammen müssen. Verwendet wird dazu der durch Nvidia Nvenc beschleunigte H.264-Codec. Das Tool ist kostenlos.

Schön sind die sehr einfache Bedienung und die hohe Leistung sowie die sehr gute Qualität der Aufnahmen, die allerdings wie bei anderen Tools unter Verwendung des Video-Codec Nvenc gegenüber anderen Aufzeichnungen reichlich kontrastarm wirken. Leider sind die Funktionen (noch) recht stark beschränkt: So können nur bestimmte Settings gewählt werden, zudem kann die Framerate begrenzt werden. Mit Geforce Experience kann auch direkt auf Plattformen wie etwa Twitch gestreamt werden.

Unser eine Minute langes Testvideo belegte rund 370 MiByte, auch hier ist die Bit-Rate variabel. Die Nvidia-Software lieferte dabei die beste Performance in unserem Testfeld ab, die Framerate schwankt allerdings teils sehr stark. Es fehlen zu einigen Testkandidaten einige nützliche Features und Einstellungsmöglichkeiten, doch für Geforce-Nutzer ohne professionellen Anspruch ist Nvidias Shadowplay eine gute und leicht zu bedienende Alternative.

Bildergalerie

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