Aus der Masse der Action-Adventures stechen "Metroidvanias" zuverlässig heraus. Aber wofür steht dieser Begriff, den man heutzutage wieder häufiger hört? Was zeichnet diese Spiele aus? Unser Special befasst sich mit einem Phänomen, das zig große und kleine Hits geprägt hat. Dabei blicken wir nicht nur auf viele gute Erinnerungen zurück, sondern stellen auch drei frische Geheimtipps vor.
A.N.N.E.
Das hübsche Indie-Spiel A.N.N.E. verspricht einen raffinierten Genre-Mix: Es will klassisches Metroidvania-Gameplay mit dem Spielprinzip von Gradius vereinen! Wem das nix sagt: Gradius ist ein Ballerklassiker aus dem Jahre 1985 - darin fliegt ihr mit einem Raumschiff durch seitwärts scrollende Levels und schießt feindliche Roboter ab.
Metroidvania meets Gradius
In diesem Artikel
Und so soll's funktionieren: A.N.N.E., das ist eigentlich der Name eines kleinen Robotermädels. Die rosa Blechbüchse wurde auf den Planeten Gomi verschleppt, wo sie auseinandergebaut (sprich: zerstört) werden soll. Der Spieler schlüfpt darum in die Rolle eines weiteren kleinen Roboters, der seine Liebste natürlich retten will. Der Clou dabei: Euer tapferer, blaufarbiger Held ist nicht nur zu Fuß unterwegs, sondern auch in seinem eigenen Raumschiff, das auf den Namen "Der Große Wal" hört. An der Planetenoberfläche könnt ihr jederzeit in den dicken Flieger einsteigen. Dann zoomt die Kamera etwas heraus und ihr könnt durch die Gegend düsen, euch Schusswechsel mit Feinden liefern, neue Levelbereiche erkunden und Physik-Rätsel lösen - das Raumschiff hat nämlich einen Traktorstrahl, mit dem ihr schwere Objekte greifen könnt, um sie durch die Gegend zu transportieren oder auf Gegner zu schleudern.
Liebevolle Retro-Optik
Quelle: Kickstarter
In A.N.N.E. kann der kleine Roboterheld jederzeit in sein Raumschiff einsteigen und damit ähnlich wie in Gradius durch die Gegend fliegen. Originell!
Jenseits der Flugmechanik soll A.N.N.E. genau das bieten, was man von Metroidvania erwartet: Der blaue Blechheld rennt, hüpft und ballert sich durch die offene Spielwelt, erlernt neue Fähigkeiten, um weitere Bereiche zu erkunden, löst Rätsel und steigt mit der Zeit im Level auf - eine kleine Rollenspielmechanik ist also auch an Bord. Die stimmungsvolle Inszenierung gleicht einer pixelgewordenen Liebeserklärung an die 8- und 16-Bit-Ära, das Spiel hätte auch ebensogut auf dem Super Nintendo erscheinen können.
Extras für Super-Nintendo-Fans
Quelle: Kickstarter
Wenn man nicht mit dem Raumschiff rumdüst und Physik-Rätsel löst, soll sich A.N.N.E. wie ein klassischer Metroidvania-Plattformer spielen.
Passend zu diesem Look war A.N.N.E. im Laufe seiner Kickstarter-Kamapgne darum in verschiedenen Bundles vorbestellbar: Wer das Action-Adventure für 75 US-Dollar vorfinanzierte, der erhielt das Spiel in einer hübschen Schachtel mitsamt Plastikmodul, das alten Super-Nintendo-Spielen nachempfunden ist. Für 100 Dollar gab's außerdem noch ein USB-Gamepad im SNES-Design obendrauf. All diese teuren Bundles sind aber natürlich nur für beinharte Retro-Fans gedacht, denn das eigentliche Spiel konnte man während der Kickstarter-Kampagne auch schon für schlanke 10 US-Dollar (ca 8 Euro) vorbestellen. Für die Fertigstellung des Spiels hatte das kanadische Studio Gamesbymo (das nur aus einem Entwickler besteht!) um 70.000 US-Dollar an Spenden gebeten. Es kamen 100.272 US-Dollar zusammen.
Entwickler: Gamesbymo
Release: Mitte 2014
Website: http://www.kickstarter.com/projects/1445624543/anne
