Böses Monster Kopierschutz? Was es mit den kontroversen Gaming-Systemen wirklich auf sich hat

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Böses Monster Kopierschutz? Was es mit den kontroversen Gaming-Systemen wirklich auf sich hat
Quelle: Electronic Arts / Bioware

Die illegale Vervielfältigung von Spielen kostet Unternehmen in Zeiten des Internets Millionen. Wir haben nachgefragt und erklären, wie ein Kopierschutz in ein Spiel integriert wird und welche Prozesse dahinterstecken.

"Unsere Server überprüfen dann, ob der User das Spiel besitzt. Ist das der Fall, erteilt das System eine sogenannte Lizenz. Diese wird auf dem Rechner des Kunden als Datei gesichert. Sofern man nicht weite Teile der Hardware verändert oder größere Software-Anpassungen durch Patches vornimmt, bleibt diese Lizenz gültig. Dann kann man das Spiel, solange man möchte, auch offline spielen", erläutert der Denuvo-Product-Manager im Gespräch.

Die ersten drei Monate sind entscheidend

Andreas Ullmann hält den Kopierschutz auch im Jahr 2024 für sehr wichtig: "Das finanzielle Investment in Computer- und Videospiele seitens der Entwickler und Publisher ist heute deutlich höher als noch vor zehn Jahren. Wir sprechen hier von teils dreistelligen Millionensummen. Dieses Geld muss man erst einmal wieder reinholen. Wenn du ein gutes Spiel entwickelt hast, wieso solltest du dein Investment nicht schützen?"

Als kritischer Zeitraum gelten vor allem die ersten drei Monate nach dem Erscheinen eines neuen Spiels. Hier werden die größten Umsätze generiert und gleichzeitig ist die Aufmerksamkeit entsprechend hoch. Wird ein Spiel in dieser Zeit gehackt und "kostenlos" online verbreitet, kann dies zu gewaltigen Umsatzeinbußen führen.

Böses Monster Kopierschutz? Was es mit den kontroversen Gaming-Systemen wirklich auf sich hat Quelle: Electronic Arts Dieses Problem betrifft vor allem den PC-Markt, während der Konsolensektor aufgrund der geschlossenen Systeme relativ sicher ist. Der tatsächliche Schaden durch Raubkopien ist schwer zu beziffern. Eine aktuelle Studie hat jedoch ergeben, dass bei einem Knacken des Denuvo-Schutzes innerhalb der ersten zwei Wochen rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes verloren gehen. Hält der Schutz dagegen die oben genannten drei Monate durch, ist der Schaden kaum noch messbar.

Ob ein Entwickler den Kopierschutz später entfernt, hängt von der Firmenpolitik ab und liegt nicht in der Hand der Denuvo-Macher. Grundsätzlich ist die Entfernung des Kopierschutzes aber problemlos möglich und manchmal sogar ratsam, um die Verbreitung wieder anzukurbeln. So setzen beispielsweise Portale wie GOG.com auf eine DRM-freie Vermarktung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ist ein Kopierschutz für uns als Nutzer manchmal unbequem? Auf jeden Fall. Restriktionen wie etwa Online-Bestimmungen können wirklich nerven.

Und auch eine (fehlerhafte) Integration kann gelegentliche wieder zu Problemen und damit zu Frustration führen. Nichtsdestotrotz erscheint ein anfänglicher Schutz angesichts der möglichen Einnahmeverluste unumgänglich. Hinter Computer- und Videospielen und scheinbar anonymen Großkonzernen wie Ubisoft, Electronic Arts und Co. stehen immer Menschen, deren Arbeit auch bezahlt werden will.

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