Shooter-Revolutionen, merkwürdigen Kopierschutz-Abfragen und Splitscreen-Erfahrungen: Geht mit uns auf eine Nostalgiereise zurück in die 80er und 90er!
Duke Nukem 3D
Wo sich System Shock in der Enhanced Edition wie ein anspruchsvoller Science-Fiction-Roman zum Mitspielen anfühlte, war Duke Nukem 3D Punkrock für pubertierende Teenager: laut. Schrill. Männlich (oder das, was man damals dafür hielt). Als Duke Nukem 3D 1996 erschien, war ich noch keine 18 Jahre alt.
Also stiftete ich meine Mutter an, mir das Spiel bei einem Versandhändler zu ordern. Sie weiß bis heute nicht, was sie damals gekauft hat, glaube ich. Der Duke war der stereotype Actionheld, aber was mich am Spiel besonders begeisterte, waren die vielen Freiheiten: Hier konnte ich in Spiegel blicken, Klospülungen betätigen und Monster sogar mit einem lauten "SQUISH" in Türen einklemmen. Kreative Waffen wie die Eis- und die Schrumpfkanone fügten sich nahtlos in das Erlebnis ein.
Die CD-ROM enthielt damals nicht nur das Spiel, sondern auch einen umfangreichen Level-Baukasten. Dieser gab jedem Duke-Fan die Möglichkeit, eigene Missionen zu basteln. Ich weiß nicht mehr, wie viele Seiten das als TXT-Datei mitgelieferte Handbuch damals besaß. Ich erinnere mich aber gut daran, dass mein Vater alles andere als begeistert über den Papierverbrauch war, als ich es ausdruckte.
Der aus heutiger Sicht sehr einfach gehaltene Editor erlaubte das Anlegen von Räumen samt Sektoren, das Einbauen von Effekten, aber auch das Platzieren von Türen, Teleportern und natürlich Gegnern. Hatte man sich in die Materie eingearbeitet, war es durchaus möglich, komplexe und interessante Levels zu schustern.
Quelle: Moby Games
Duke Nukem 3D
Das gelang mir nie! Stattdessen konstruierte ich vollkommen unfaire und auf den raschen Bildschirmtod meiner Freunde ausgerichtete Level-Ausgeburten aus der Hölle. Legendär bis heute: Ein vollkommen dunkler Raum voller Alien-Eier, aus denen Facehugger schlüpften, sobald man einen Fuß in den Bereich setzte.
Oder auch eine Kammer mit drei Teleportern: Einer führte zum Ausgang, einer zu einem weiten Feld voller Bossgegner ... und einer hatte gar kein Ziel, sodass er den Duke sofort ins Nirwana beförderte. Ich war schon damals ein echter Feingeist ...
Mein persönliches Fazit
Rückblickend ist es höchst interessant, wie stark mich diese frühen Jahre als Gamer bis heute beeinflusst haben. Ganz egal, ob Sport, Strategie oder Action - all diesen Spielarten bin ich auch über die Jahrzehnte stets treu geblieben, während ich Adventures trotz meiner Liebe zu Monkey Island weiterhin nur mit Lösungen und/oder Hilfefunktionen zocke.
Ich bin aber auch sehr froh, dass ich die 3D-Revolution mitmachen durfte: Wolfenstein 3D, Doom, Duke Nukem 3D, Quake, Counter-Strike ... und wie sie nicht alle heißen.
All diese Titel haben ihre Fußstapfen im Genre hinterlassen. Und auch wenn meine Reflexe inzwischen nicht mehr ganz so schnell sind wie damals auf LAN-Partys, so profitiere ich dennoch von meinem damaligen Training an Maus und Tastatur. Es war in jedem Fall eine schöne und auch eine wilde Zeit als Gaming-Nerd, in der man für sein Hobby allerdings noch teils weitaus mehr belächelt wurde als heutzutage.
