Das Jahr 2023 wird nicht nur als eines der besten Spielejahre in die Geschichte eingehen, sondern auch für die ganzen aufregenden und oftmals tragischen Ereignisse, welche die Industrie veränderten.
Hyenas lacht nicht als Letztes
Spätestens seit dem riesigen Erfolg von Overwatch und Fortnite werden Multiplayer-Shooter mit einem Live-Service-Modell immer beliebter. Da war es nicht überraschend, dass auch Sega den Trend mitmachen wollte. Das Spiel, das ihnen einen Teil des Shooter-as-a-Service-Kuchen sichern sollte, war Hyenas. Einigen wird es vielleicht schon schwerfallen, sich überhaupt an das Spiel zu erinnern, obwohl mit Creative Assembly, die unter anderen die Total-War-Serie entwickeln, ein ziemlich bekannter Entwickler hinter dem Projekt stand.
Die Geschichte von Hyenas ist erschreckend kurz: Angekündigt während des IGN Summer of Gaming Events im Jahre 2022, gab es einen geschlossen Alpha- und einen nicht ganz so geschlossenen Beta-Test und dann wurde das Spiel im September 2023 prompt wieder eingestellt. Wie viel genau dieses eine Jahr Sega gekostet hat, ist nicht bekannt, aber zumindest soll Hyenas das größte Budget aller Sega-Produktionen erhalten haben. Als ungefähre Messlatte: Die Produktionskosten für Shenmue lagen laut verschiedenen Quellen zwischen 50 und 70 Millionen Dollar.
Die Ankündigung von Hyenas im Jahr 2022 auf besagtem IGN-Event verriet einiges über das Spiel: Es sollte ein futuristischer Shooter werden und entsprechend seines Weltraum-Settings ein Zero-Gravity-Gimmick besitzen. Fünf Teams aus jeweils drei Leuten sollten hierbei gegeneinander und gegen NPCs antreten, um verschiedene Ziele abzuarbeiten. Ein Comic-Look sowie ein etwas infantiler Humor, der sich und das Spiel nicht ernst nimmt, charakterisierten den Trailer auf ästhetischer Seite.
Quelle: Creative Assembly
Eins war aber in dem 2022er-Trailer, der für den Alpha-Test des Spiels warb, nicht zu sehen: Gameplay. Vielleicht war es der schwache erste Eindruck, warum an der Alpha eher wenig Interesse aufkam, vielleicht lag es an der Ästhetik, vielleicht war der Markt einfach nur zu voll oder die Konkurrenz zu stark - wobei The Finals mit einem nicht ganz unähnlichen Konzept wesentlich mehr Aufmerksamkeit gewinnen konnte. Jedenfalls schien sich keiner wirklich für Segas Shooter begeistern zu können. Maximal etwas über zweitausend Aasfresser waren gleichzeitig in der Beta unterwegs. Der Publisher schien kurz danach endgültig aufgegeben zu haben und stampfte das Projekt - zusammen mit einigen, noch nicht mal angekündigten Veröffentlichungen - kurz vor Release einfach ein.
PS Plus wird teurer
Im letzten Jahr aktualisierte Sony sein Abo-Modell unter dem Namen PS Plus, vermutlich als eine Art Antwort auf den Xbox Game Pass. Spieler erhalten damit unter anderem ein monatlich wechselndes Angebot an Spielen kostenlos. Das ohnehin schon recht kostspielige Abonnement wurde dieses Jahr um etwa 30 Prozent teurer, was vielen Nutzern verständlicherweise gar nicht gefiel. So kostet ein Jahres-Abo für PS Plus Essential nun knapp 72, Extra knapp 126 und Premium knapp 152 Euro. Wer weiterhin die verschiedenen Services nutzen möchte, muss also etwas tiefer in die Tasche greifen.
Der erste Trailer
Kaum einem Spiel wird härter entgegengefiebert als Rockstars GTA 6. Als das Studio also einen Trailer zum Spiel ankündigte, wollten einige Studios etwas von dem Hype abhaben und kopierten kurzerhand den Stil der Ankündigung. So konnten sich unter anderem Freunde von Overwatch, Halo und der Stadt Sao Paolo über Neuigkeiten freuen. Am 04. Dezember wurde der Trailer dann endlich veröffentlicht und mittlerweile von über 150 Millionen Menschen angesehen. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass Rockstar den angestrebten Release-Zeitraum im Jahr 2025 einhalten kann.
Ab 18
Im Jahr 2023 hat sich auch geändert, wie die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK, Spiele einstuft. Früher waren vor allem Gewalt und Nacktheit ausschlaggebend dafür, ob ein Spiel die Ab-18-Kennzeichnung erhielt. Jetzt sollen auch Monetarisierung und ein In-Game-Chat mit in die Bewertung hineinfallen. Spiele im Stile von EA Sports FC oder Overwatch könnten in Zukunft daher eine höhere Altersfreigabe erhalten.
