Ist Gaming gesund? So wirken sich Videospiele auf unser Wohlbefinden aus

Special Kevin Hildebrand Lukas Schmid
Ist Gaming gesund? So wirken sich Videospiele auf unser Wohlbefinden aus
Quelle: Nintendo

Videospiele machen krank und dumm - dieses Vorurteil ist zum Glück lange widerlegt. Vielmehr stellt sich die Frage: Kann Gaming die Gesundheit sogar fördern?

Videospiele als Lernhilfe in der Schule

Noch eine Erfolgsgeschichte, dafür blicken wir noch einmal zurück auf die sogenannten "Serious Games". Denn die halten inzwischen Einzug an Schulen rund um den Globus und helfen Kindern zahlreicher Altersklassen beim Lernen. Besonders populär ist das Spiel Mangahigh, welches laut Aussagen des Verbands game an über 5000 Schulen in mehr als 50 Ländern weltweit eingesetzt wird.

Schüler der Klassen drei bis zehn lernen die Kinder spielerisch Matheaufgaben. Wurde eine richtig gelöst, schreitet die Spielfigur in einer bunten Welt weiter voran und vermittelt Lerninhalte so auf spielerische Art und Weise.

Mitentwickelt wurde das Spiel von dem Oxford-Mathematiker Marcus du Sautoy. Inzwischen hält Mangahigh Aufgaben für Geometrie, Mengenlehre und in den Grundrechenarten bereit.

Mangahigh Quelle: Mangahigh Mangahigh

Mediale Berichterstattung meist negativ

Fassen wir zusammen: Videospiele können geistige, motorische und emotionale Fähigkeiten entwickeln und verstärken. Sie können Gamern wertvolle Fähigkeiten beibringen und gleichzeitig ein wichtiger Ausgleich für die Psyche sein, das Zocken mit anderen bringt eine wichtige soziale Komponente mit.

Gleichzeitig werden Videospiele auch in Altenheimen oder in der Physiotherapie genutzt, um Menschen körperlich und geistig auf spielerische Art und Weise fitter zu halten. Untersuchungen, wie beispielsweise VR-Games bei der Schmerztherapie besser eingesetzt werden können, laufen. Und auch in Schulen helfen die sogenannten "Serious Games" Kindern und Jugendlichen beim Lernen.

Und dennoch: Tauchen Videospiele in den Nachrichten und Zeitungen des Landes auf, werden oft nur negative Aspekte beleuchtet. Oft ist noch immer von Killerspielen die Rede, die Menschen aggressiv machen.

Wobei es auch hier einen Gegenbeweis gibt: Laut einer Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wirkt sich das Zocken von gewaltverherrlichenden Videospielen auf erwachsene Gamer nicht negativ aus.

Zu viele Stereotypen

Doch warum ist das Bild der Videospiele in der Öffentlichkeit immer noch so schlecht? Dazu sagt Dr. Alexander Pfeiffer: "In der gesellschaftlichen Betrachtung kommen Videospiele oft zu schlecht weg, was teilweise auf veraltete Stereotypen und mangelndes Verständnis für dieses Medium zurückzuführen ist.

Obwohl Videospiele einst als Nischenhobby betrachtet wurden, das vorwiegend jüngere Generationen anspricht, haben sie sich mittlerweile zu einem kulturellen Phänomen entwickelt, das Menschen aller Altersgruppen und aus verschiedenen sozialen Schichten erreicht.

Das ist aber ein Problem, das sich derzeit fast von selbst löst. Spieler werden älter und werden Eltern, das gemeinsame Spiel in der Familie wird immer wichtiger. Es ist also eher ein Generationenkonflikt, der sich durch den Faktor Zeit von selbst löst."

Symbolbild Gaming Quelle: Pixabay

Die Zukunft sieht rosig aus

Auch Felix Falk, Geschäftsführer des Verbands game, blickt in eine positive Zukunft: "Die Wahrnehmung von Games hat sich in den vergangenen Jahren besonders positiv entwickelt. Längst wird erkannt, welche herausragende Rolle sie als Wirtschaftsfaktor, Technologietreiber und Kulturgut spielen.

Immer stärker wandern dabei die sogenannten Spillover-Effekte in den Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um die vielen Technologien und Erkenntnisse aus der Games-Branche, die auch in anderen Wirtschaftszweigen und Gesellschaftsbereichen genutzt werden können. Games haben sich daher längst zu einem Leitmedium entwickelt; kulturell wie auch technologisch sind sie unentbehrlich geworden."

Heißt: Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, dürften Videospiele auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten einen wichtigen Stellenwert in unserer Gesellschaft innehaben. Und das eben nicht nur aus Unterhaltungszwecken, sondern auch als wichtiges Trainingsmittel für Körper und Geist.

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