Through the Darkest Times, Hieronymus

Special Matthias Hable Stefan Wilhelm
Through the Darkest Times, Hieronymus
Quelle: Obsidian Entertainment

Zum Schluss behandeln wir das Strategiespiel Through the Darkest of Times und das kommende Indie-Projekt Hieronymus.

Through the Darkest of Times

Ähnlich wie Valiant Hearts verpackt auch Through the Darkest of Times vom deutschen Entwickler Paintbucket Studios ein sehr ernstes Thema im Comic-Gewand. Denn in diesem Spiel geht es um nichts anderes als den Widerstand zur Zeit des Nationalsozialismus.

Das Spielprinzip besteht daraus, eine Widerstandsgruppe zu organisieren. Das beinhaltet zum Beispiel das Anwerben von neuen Rekruten, das Bilden von Netzwerken und das Verstecken vor der Geheimpolizei.

Through the Darkest of Times machte bei Release ordentlich Schlagzeilen. Nach der Machtübernahme der Nazis agiert ihr im Untergrund und müsst Leute mit verschiedenen Hintergründen rekrutieren. Quelle: Paintbucket Games / Handygames Through the Darkest of Times machte bei Release ordentlich Schlagzeilen. Nach der Machtübernahme der Nazis agiert ihr im Untergrund und müsst Leute mit verschiedenen Hintergründen rekrutieren. Wo sich Kritiker einig sind: Das Spiel mag zwar gameplaytechnisch nicht perfekt sein, gleicht aber vieles dadurch aus, dass es sich an ein sehr heikles Thema wagt und dieses angemessen umsetzt. Wenn also Valiant Hearts ein Anti-Kriegs-Spiel ist, handelt es sich bei Through the Darkest of Times um ein antifaschistisches Spiel.

Das Spiel muss also die Balance zwischen zweierlei Ausrichtungen schaffen: einem guten Strategiespiel, in dem Ressourcen sehr begrenzt sind und bewusst eingesetzt werden müssen, und einer guten Erzählung, die versucht, Geschichte zu vermitteln. Dass dem Spiel diese Herausforderung gelingt, rechnen wir ihm hoch an.

Hieronymus

Dieses Spiel tanzt in dieser Liste etwa aus der Reihe, was an gleich mehreren Gründen liegt. Zunächst müssen wir nämlich erwähnen, dass es noch gar nicht erschienen ist. Es befindet sich aber schon seit einigen Jahren in Entwicklung, was immerhin schon mehrere Trailer hervorbrachte.

Außerdem besitzt Hieronymus einen sehr einzigartigen visuellen Stil. Doch was für eine Art von Spiel ist das eigentlich? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Von den Entwicklern wird es als 3D-Action-Adventure mit Horror-Elementen beschrieben.

Am wichtigsten ist aber, dass es sich eigentlich um ein Fantasy-Spiel handelt. Nur findet man jene religiösen Fantasiewelten im Spiel eben so vor, wie man sie sich zu Lebzeiten von Hieronymus Bosch (1450-1516) vorgestellt hat. Das macht das Setting sehr einzigartig.

Die Welt in Hieronymus sieht zwar etwas verrückt aus, enthält aber viele historische Details, wie Waffen und Rüstungen aus dem Spätmittelalter. Quelle: Rhenus Vina Musica Die Welt in Hieronymus sieht zwar etwas verrückt aus, enthält aber viele historische Details, wie Waffen und Rüstungen aus dem Spätmittelalter. Das Spiel entführt euch nämlich direkt in die Gemälde des niederländischen Künstlers. Als Protagonistin Helena müsst ihr in den (Alb-)Traumwelten, die sich im Spiel eröffnen, überleben.

Bereits in den Trailern kann man sehr viele schöne Details erkennen. Zum Beispiel kann Helena nur Waffen aus ihrer Zeit verwenden. Das wären etwa eine Armbrust und eine frühe Feuerwaffe. Letztere lässt sich nur sehr langsam nachladen. Zu dieser Zeit waren nämlich noch Vorderlader-Waffen mit Zündmechanismus üblich.

Die Motive aus Boschs Werken sind im Spiel sehr präsent. Das sind zum Beispiel viele religiöse Themen wie das Paradies, die Hölle und menschliche Sünden. Die fantasievollen Wesen und Gegenstände aus seinen Gemälden lassen das Spiel schon jetzt wie einen intensiven Trip erscheinen. Wir sind gespannt, wie das fertige Werk aussehen wird.

Wo soll es als Nächstes hingehen?

Wir könnten diese Liste natürlich noch weiter fortführen, denn Inspiration gibt es eigentlich genug. Das soll außerdem keine Absage an Fantasy-Rollenspiele sein. Ganz im Gegenteil! Auch Spiele wie The Witcher 3 haben sich ihre Auszeichnungen verdient.

Aber die reale Geschichte kann manchmal mindestens genauso faszinierend sein. Was wir aber dabei immer im Hinterkopf behalten sollten: Natürlich kann ein Spiel nie die Realität eins zu eins abbilden. Aber es kann uns ein Gefühl für eine bestimmte Zeit oder ein Setting geben.

Die hier genannten Spiele sollen vor allem eines zeigen: Das Behandeln von Geschichte in Videospielen kann sehr unterschiedlich ausfallen - von hyperrealistisch bis surrealistisch. Vielleicht konnten wir euch auf das ein oder andere Spiel neugierig machen.

Vermutlich gibt es auch noch jede Menge ungenutzte Möglichkeiten, wie man Geschichte in Videospielen umsetzen könnte. Was sind eure liebsten History-Games? Und welche Settings wünscht ihr euch für ein Videospiel, das noch nie oder kaum benutzt wurde? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

  1. Seite 1 Einleitung und Pentiment
  2. Seite 2 Valiant Hearts, Ghost of Tsushima
  3. Seite 3 Through the Darkest Times, Hieronymus
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