Erfolgreich und doch vergessen: Warum redet niemand über Zelda, Starfield, Diablo 4 und Co.?
Special
Starfield, Zelda: Tears of the Kindom und andere Spiele bekamen tolle Wertungen, verkauften sich blendend - und hinterließen trotzdem keinen Eindruck. Woran liegt das?
Ein weiterer erfolgreicher Titel, den viele aus den Augen verloren haben, ist Hogwarts Legacy. Mit einer Bewertung von 84 Punkten auf Metacritic und einem Peak von 880.000 Spielern auf Steam ist dieses Spiel alles andere als ein Flop.
In den Augen vieler war dieses Game aber eigentlich nur ein passables RPG ohne viel Wiederspielwert, das zweifelsohne von der Harry-Potter-Marke profitierte, durch die viele frühere Fans und Nostalgiker sich diesem Game zuwandten. Die Wörter "fad", "repetitiv" und "langweilig" kommen nicht selten vor, wenn Spieler über ihre Erfahrungen berichten.
Die Kontroverse um die Aussagen über Trans-Menschen der Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die zwar nicht am Spiel mitwirkte, aber von den Einnahmen profitierte, brachte ebenfalls Aufmerksamkeit. Sogar ein Aufruf zum Boykott wurde gemacht, der das Game dennoch nicht davon abhielt, ein Hit zu werden, wenn auch ein mittlerweile ziemlich vergessener.
Quelle: Warner Bros.
Hogwarts Legacy
Vor der eigenen Tür kehren
Man sieht also, negative mediale Aufmerksamkeit muss einem Spiel nicht immer schaden. Immerhin ist jede Publicity gute Publicity. Starfield schafft es allerdings auch hier wieder, ein Beispiel fürs Gegenteil zu sein. Konkret handelt es sich um das Verhalten Bethesdas nach der Veröffentlichung des Spiels.
Ein Mitglied des Bethesda-Kundendiensts, das sich Bethesda_Kraken nennt, reagierte nämlich auf negative Steam-Reviews, indem er/sie meinte, dass leere Planeten nicht langweilig seien, sondern dies eine absichtliche Design-Entscheidung war. Bethesda_Kraken fügte im Gespräch mit der New York Times hinzu, dass sich die Astronauten damals auf dem Mond auch nicht langweilten, obwohl dieser leer war.
Der riesige Unterschied dazwischen, einen leeren Planeten per Ladebildschirm in einem Videospielen zu betreten und wirklich auf dem Mond zu sein war Bethesda_Kraken dabei wohl nicht ganz klar. Der Aufschrei der Community war jedenfalls riesig und diese Aktion dürfte auf jeden Fall zum aktuell suboptimalen Ruf des Spiels beigetragen haben.
Quelle: Microsoft
Starfield
Während es sich bei Starfield zumindest um ein vollständiges Game handelt, kann man das von Yandere Simulator nicht behaupten. Das Stealth - und Actionspiel, in welchem man in die Rolle eines Highschool-Mädchens schlüpft, welches jeden umbringen will, der seinem Schwarm zu nahe kommt, bekam bei einer Crowdfunding-Kampagne 2014 viel Unterstützung und so versprach der Developer Alex Mahan (YandereDev), das Spiel so schnell wie möglich fertigzustellen - das erste vieler leerer Versprechen.
Laut eigener Aussage zog sich die Fertigstellung des Games hin, weil er den ganzen Tag lang E-Mails beantworten musste. Wer es wagte, das Spiel zu kritisieren, wurde von seinem Discord-Server oder Subreddit gebannt. Hervorgerufen durch YandereDevs Unfähigkeit kam es 2020 zur Ankündigung des Fan-Games Love Letter: My True Feelings vom Developer DrApeis, das von Yandere Simulator inspiriert war.
Als Reaktion darauf versuchte YandereDev bei DrApeis Schuldgefühle auszulösen, indem er darauf hinwies, dass seine Existenz mit dem Erscheinen von Love Letter ruiniert wäre. Die Entwicklung des Spiels gestaltete sich aus verschiedenen Gründen schwierig, angefangen beim seltsamen Verhalten von DrApeis, der willkürlich Leute bannte, wenn sein guter Freund NarwhalsAreFalling ihn dazu aufforderte.
Wie sich später herausstellte, waren DrApeis und NarwhalsAreFalling ein und dieselbe Person. Ein Sexualstraftäter im Team und Grooming-Vorwürfe an DrApeis führten anschließend dazu, dass die Entwicklung des Titels bereits 2020 wieder eingestellt wurde. Bis heute fehlt auch vom Release von Yandere Simulator jede Spur.
Lediglich eine Demo kam 2020 heraus. 2023 wurde YandereDev ebenfalls des Groomings bezichtigt und so verließen mehrere Mitglieder des Teams das Projekt, womit das Spiel wohl endgültig in der Entwicklungshölle verschwunden sein dürfte. Das ist nebenbei bemerkt nur eine der vielen Vorwürfe an YandereDev. Somit sind sowohl Yandere Simulator als auch Love Letter Games mit Potenzial und zeitweiliger Beliebtheit, die durch das Verhalten der eigenen Developer ihr Ende fanden.
