Erfolgreich und doch vergessen: Warum redet niemand über Zelda, Starfield, Diablo 4 und Co.?

Special Manuel Zippl Lukas Schmid
Link in Tears of the Kingdom.
Quelle: Nintendo

Starfield, Zelda: Tears of the Kindom und andere Spiele bekamen tolle Wertungen, verkauften sich blendend - und hinterließen trotzdem keinen Eindruck. Woran liegt das?

Der Ego-Shooter Redfall legte dieses Jahr zumindest auf der Xbox einen verhältnismäßig erfolgreichen Start hin. Das Spiel von Arkane Studios, den Machern der gefeierten Games Dishonered und Prey, war für etwa eine Woche der drittmeistgespielte Titel auf der Xbox. Dieser Erfolg kommt höchstwahrscheinlich davon, dass das Spiel auf dem Xbox Game Pass verfügbar war, denn Redfall selbst konnte nicht überzeugen.

Kritiker sahen im Spiel zwar viel Potenzial, mussten aber anmerken, dass es nicht nur von Bugs übersät war, sondern auch noch eine voraussehbare Story beinhaltete und sich auf der Xbox nur mit 30 FPS spielen ließ.

Der letzte Nagel im Sarg waren die fehlenden Nebenbeschäftigungen, wodurch sich auch hier die Fans bald nach einer anderen Beschäftigung umschauten. Auf die Steam-Version des Shooters verirrten sich in den letzten 30 Tagen durchschnittlich 58 Spieler. Die Spielerzahlen der Xbox-Version sind nicht bekannt.

Auch Cities: Skylines 2, der Nachfolger des wahrscheinlich größten Städtebauspiels auf Steam, wurde von Fans heiß erwartet und dementsprechend groß war auch die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass eine gute Performance selbst für High-End-Grafikkarten eine Herausforderung darstellte und Bugs ebenfalls an der Tagesordnung waren.

Cities: Skylines 2 Quelle: Paradox Interactive Cities: Skylines 2 Zwar erreichte das Game anfangs eine Spielerzahl von über 100.000 Spielern auf Steam und wurde sogar bei den Game Awards in der Kategorie "Bestes Sim/Strategiespiel" nominiert, allerdings haben sich die meisten mittlerweile sattgesehen und so hat der Titel zum aktuellen Zeitpunkt nur noch ein paar Tausend Spieler mehr als der Vorgänger.

In der Masse versunken

Ein weiterer Grund, wieso bestimmte Spiele schnell langweilig werden, ist die fehlende Innovation, beziehungsweise ist ein fehlendes aussagekräftiges Alleinstellungsmerkmal. Also das Feature, das es von der Konkurrenz abhebt und Menschen davon überzeugt, ihre Zeit in dieses Spiel zu investieren.

Wenn Games aus diesem Grund in die Vergessenheit geraten, müssen sie nicht zwingend schlecht sein, ihnen fehlt einfach nur die Einzigartigkeit. Sie gehen in der konkurrenzstarken Masse, die der Gamingmarkt mittlerweile ist, schlichtweg unter. Es gibt ganze Spielereihen, die heruntergebrochen im Grunde nur auf einer innovativen, genialen Idee basieren.

Man denke da an Splatoon mit den Farbwaffen, Portal mit - ihr könnte es euch denken - den Portalen oder Die Sims mit, na ja, den Sims. Auch außerhalb dieser Ideen gibt es bei den eben erwähnten Spielen einiges zu loben (die Musik von Splatoon, GLaDOS aus Portal oder das Häuserbauen der Sims-Spiele), trotzdem wären sie ohne die genannten essenziellen Features einfach unvollständig.

Genau diese grundlegenden Ideen, welche ein Spiel ausmachen, fehlen oft. Was sind bei Starfield die Features, die es besonders machen? Die Planetenerkundung? Macht No Man's Sky besser. Die Map? Ist in Skyrim besser ausgefüllt. Die Fahrzeuge? Ach stimmt, die gibt es nicht ...

Der Fairness halber sei gesagt, dass nicht jedes Spiel zwingend innovativ sein bzw. etwas Neues wagen oder eine Revolution starten muss - das wäre bei der enormen Zahl an Games, die es mittlerweile gibt, auch ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn ein Spiel anderen in gewissen Punkten voraus ist.

Skyrim zum Beispiel ist ebenfalls nicht gerade für seine Innovation bekannt, sondern vereint und perfektioniert Features, die bei der breiten Masse Anklang finden: angefangen bei der Spielerfreiheit bis hin zur prall gefüllten Map. Skyrim selbst hat somit nicht direkt eine Revolution gestartet, aber auf jeden Fall zur großen Popularität des RPG-Genres beigetragen.

Ein weiteres Spiel, das dieses Jahr große Erfolge feierte, über das aber nicht mehr wirklich geredet wird, ist The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom. Zu sagen, dass es in diesem Game keine Innovation bzw. neue Ideen gebe, wäre schlichtweg falsch. Trotzdem wurde von vielen Fans kritisiert, dass die Map größtenteils vom Vorgänger übernommen wurde.

The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom Quelle: Nintendo The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom Klar, es gab den ein oder anderen Unterschied zur Map von Zelda: Breath of the Wild, darunter auch der Himmel und der Untergrund. Dennoch verbringt man die meiste Zeit immer noch auf der normalen Hyrule-Oberwelt und somit werden Fans, die die Map durch den Vorgänger bereits in- und auswendig kennen, sich von diesem Spiel wahrscheinlich schneller wieder abgewandt haben als vom Vorgänger. Im Gegensatz zu Starfield bleibt dieses Spiel aber zumindest für all die, die es nicht vergessen haben, in sehr guter Erinnerung.

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