Er prägte PlayStation wie kaum ein Zweiter: Fumito Ueda, der Mann, der Kunst spielbar machte
Special
Obwohl Fumito Ueda nur an einer Handvoll Spiele mitgewirkt war, gilt er als einer der renommiertesten Designer Japans. Wir lassen seine Karriere Revue passieren!
Während der Entwicklung von Ico und Shadow of the Colossus konnte Team Ico den Zeitplan immer irgendwie einhalten. Bei The Last Guardian ist dies jedoch nicht mehr möglich. Ursprünglich auf der E3 2009 enthüllt und für 2011 geplant, muss das Team sich schon bald eingestehen, dass sie die komplexe PS3-Hardware nur bedingt im Griff haben und das Spiel mit starken Performance-Problemen zu kämpfen hat.
Das technisch versierte Sony Santa Monica Studio eilt zwar zu Hilfe, kann die Bildraten-Einbrüche aber ebenfalls nicht zufriedenstellend beheben. Im Jahr 2012 beschließt Sony daher, die PS3-Version zu streichen und das Projekt auf die damals noch nicht angekündigte PlayStation 4 zu verlagern. Bis The Last Guardian endlich erscheint, dauert es noch bis zum 6. Dezember 2016.
Doch das Warten lohnt sich, denn die gemeinsame Odyssee von Junge und Tierwesen ist eine zwölf bis 15-stündige, grafisch grandios inszenierte Achterbahnfahrt der Gefühle, die noch lange nach dem Durchspielen im Gedächtnis bleibt. Fumito Ueda wiederum darf auf den 20th Annual D.I.C.E. Awards den Preis für außergewöhnliches Charakterdesign entgegennehmen.
Quelle: Sony
The Last Guardian
Wie geht's weiter?
In den folgenden Jahren wird es allerdings zunächst ruhig um den talentierten Spielemacher und sein Studio GenDesign, das er Mitte 2014 gegründet hat. Ueda lässt sich zwar auf der einen oder anderen Fachmesse blicken, verrät aber erst 2018, dass er - mit einer Anschubfinanzierung des Gaming-Funds Kowloon Nights - an einem Prototyp für ein neues Projekt arbeitet.
"Was wir machen, fühlt sich nicht wie ein Indie-Game an. Unser Ziel ist etwas in der Größe von Ico, Shadow of the Colossus oder The Last Guardian", so Ueda. Zwei Jahre später verkündet der damals 40-Jährige einen aufsehenerregenden Publishing-Deal. Epic Games - die Macher der Unreal Engine - übernehmen die komplette Finanzierung und erhalten dafür nach der Veröffentlichung die Hälfte der Einnahmen. Die andere Hälfte wandert in die Taschen von GenDesign. Was uns genau erwartet, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.
Hinweise darauf lässt Ueda erst im Januar 2021 auf der Website des Studios durchsickern. Versteckt in einer Neujahrsgrußkarte ist dort ein Bildausschnitt aus einem vermeintlichen Screenshot des neuen Spiels zu sehen. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann in roter Robe, der sich mit ausgestrecktem Arm auf ein großes Objekt stürzt.
Ob es sich dabei um einen Felsen oder ein Fabelwesen handelt, ist leider nicht zu erkennen. Umgeben ist der Protagonist von einer teils bemoosten Landschaft mit zahlreichen Wasserpfützen, in denen sich die weite Umgebung spiegelt. Im Januar 2022 folgt ein weiterer Neujahrsgruß - diesmal in Form eines handgezeichneten Wesens mit spitzen Ohren, das einem Tiger sehr ähnlich sieht.
Heute ist diese Nachricht schon wieder zwei Jahre her, weshalb sich viele Fans natürlich zu Recht fragen, wann Ueda, dessen Studio im Mai 2024 sein zehnjähriges Jubiläum feierte, endlich Nägel mit Köpfen machen wird.
Quelle: Sony
Shadow of the Colossus Remake
Die Antwort: Wir wissen es nicht. Zwar hoffen einige auf eine Enthüllung im Rahmen der Game Awards am 13. Dezember 2024 - eine PS5 Pro würden wir darauf allerdings nicht verwetten. Fest steht aber auch: Gut Ding will Weile haben - und wenn Fumito Uedas viertes Spiel mindestens genauso gut wird wie die drei vorherigen, dann warten wir auch gerne noch etwas länger.
