Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?

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Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?
Quelle: Nintendo

Anstatt neuer Spiele ständig aufgewärmter Kram - das ist Realität in der Spielebranche. Doch ist das verständlich - oder doch bloß üble Abzocke?

Ganz anders sieht es bei Black Mesa aus. Als Remake des ersten Half-Lifes beinhaltet es komplett neugestaltete Grafik und Features. Vor allem der "Xen"-Dimension wurde ein völlig neuer Anstrich verpasst. Während das Spiel vom Entwicklerstudio Crowbar Collective anfangs noch als kostenlose Mod angeboten wurde, war Valve davon so begeistert, dass es dem Team erlaubte, es auf Steam zu veröffentlichen und so Profit mit dem Spiel zu machen. Positive Rezensionen gab es ebenfalls für die Definitive Edition des ersten Mafia-Teils. Dem Entwicklerteam Hangar 13 gelang es, die Atmosphäre des bereits in die Jahre gekommenen Originalspiels zu erhalten und es dabei komplett zu modernisieren. Ähnlich positiv war das Feedback auch für die Remakes von Demon's Souls, Resident Evil und Final Fantasy 7.

Das sind noch lange nicht alle Beispiele. Man sieht also: die Liste der Remakes ist lang, vor allem jene der erfolgreichen. Das liegt einerseits daran, dass es manche Spiele einfach verdienen, ein Remake zu bekommen. Andererseits zieht eine modernisierte Neuinterpretation eines Klassikers mit neuem Content bestenfalls sowohl eingefleischte Fans als auch neue Spieler an.

Wenn die Grundessenz eines Spiels erhalten bleibt, wird jeder zufriedengestellt. Und handelt es sich um Produkte, in die viel Arbeit gesteckt wurden, kann man auch nicht von Cash Grabs sprechen.

Es zeigt sich auf jeden Fall: Die Grenze zu ziehen zwischen dem, was noch ein Remaster und dem, was bereits ein Remake ist, ist schwer und gerade in den letzten Jahren verschwimmen die Grenzen zusehends. Ist eine völlig neue Grafik bei fast unverändertem Gameplay genug, um ein Spiel als Remake duchgehen zu lassen? Viele Hersteller benutzen Remaster und Remake inzwischen auf jeden Fall fast beliebig austauschbar.

Black Mesa Quelle: Moby Games

Keine unüberlegten Käufe mehr

Wie schützt man seinen Geldbeutel also vor überteuerten Wiederveröffentlichungen? Natürlich gilt, vor allem dann zwei Mal hinzuschauen, wenn man das Originalspiel bereits gespielt hat. Das heißt, man sollte sich genau darüber informieren, wie viel Neues einem geboten wird und wie stark sich eine Neuauflage am Originalspiel orientiert.

Wenn es sich um einen Port und damit zum größten Teil um genau dasselbe Spiel handelt, gilt es zu überlegen, wie stark man sich von Nostalgie und Bequemlichkeit beeinflussen lässt. Bei Remasters und Remakes sollte man abwiegen, ob einem die überarbeitete Grafik gefällt bzw. der neue Content das Geld wert ist. Denn nichts schadet einem Gaming-Geldbeutel mehr als Spiele, die man unüberlegt und vorschnell kauft.

Wenn man das Originalspiel noch nicht gespielt hat und mit dem Preis einverstanden ist, steht dem Kauf prinzipiell nichts im Wege, vor allem wenn es sich um einen Klassiker handelt, den man immer schon mal spielen wollte. Sollte dies der Fall sein, kann man sich vor dem Kauf bei Bedarf darüber informieren, welche die beste Version des gewünschten Spiels ist.

Ein zweischneidiges Schwert

Sind Wiederveröffentlichungen nun also schlecht? Natürlich nicht. Die genannten Negativbeispiele zeigen lediglich, wie man es nicht macht. Es gibt genügend Beispiele dafür, wie Neuveröffentlichungen auszusehen haben.

Von beidem wird es in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch mehr geben, denn Neuauflagen sind in der aktuellen Zeit ein fester Bestandteil der Gaming-Industrie. Bleibt abzuwarten, ob und wie lange das noch so bleibt.

Es stimmt, der Grat dazwischen, einem Klassiker treu zu bleiben und ihm gleichzeitig neues Leben einzuhauchen, ist schmal, doch es zahlt sich aus, wenn sich dadurch neue Fans eines Spiels finden und viele alte ihre einstige Liebe zu einem Spiel neu entdecken.

In einer perfekten Welt würden Entwicklerstudios ihren Klassikern den Respekt erweisen, den sie verdienen, doch sie sind am Ende des Tages doch lediglich Firmen, die Profit erwirtschaften wollen. Denn von nur der Liebe, die sie vielleicht tatsächlich zu den Originalspielen haben, können sie sich nichts kaufen.

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