Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?

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Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?
Quelle: Nintendo

Anstatt neuer Spiele ständig aufgewärmter Kram - das ist Realität in der Spielebranche. Doch ist das verständlich - oder doch bloß üble Abzocke?

Der zweite Grund ist, dass viele ein Spiel, das geportet wird, noch nie gespielt haben. Möglicherweise waren sie bei der Erstveröffentlichung zu jung oder interessierten sich noch nicht für Gaming. Oder sie besaßen die Konsole einfach nicht, auf der das Spiel erstmals veröffentlicht wurde. Daher ist der Red-Dead-Redemption-Port für viele, die nur Red Dead Redemption 2 gezockt haben, aber keine PS3 oder Xbox 360 besitzen, sicher ein Grund für den Kauf. Schließlich kann auch die eigene Bequemlichkeit bzw. das Fehlen von Abwärtskompatibilität eine Rolle spielen: Heißt konkret, man kauft die neue PS5-Version eines Spiels, das es ursprünglich nur für die PS3 gab, weil man keine Lust hat, nur für dieses eine Spiel immer seine PS3 anwerfen zu müssen.

Trotz allem sind Ports ein fester Bestandteil der Videospielindustrie und haben sicher jedem schon einmal den Wunsch erfüllt, ein Spiel, das vorher nur für andere Konsolen erhältlich war, endlich auf seiner eigenen spielen zu können. Es spricht auch nichts dagegen, Klassiker einfach so zu lassen, wie sie sind - immerhin sind sie nicht ohne Grund Klassiker. Allerdings kann man für ein Spiel, das ein Jahrzehnt alt ist, nicht so viel Geld verlangen, wie für ein neues.

Wenn also der Preis stimmt und eine gute Auflösung bei einer angemessenen Framerate geboten wird, hat man in einem Port auch schon alles, was man braucht.

Remasters: Neu heißt nicht immer besser

Bei Remasters sieht es in Sachen Cash-grab-Wahrscheinlichkeit etwas anders aus. Man kann sie unter den Methoden der Wiederveröffentlichung als sichere Bank ansehen: auf der einen Seite bleibt das Spiel dasselbe, auf der anderen kann man mit einer grafischen Verschönerung und sonstigen Verbesserungen selbst Leute, die das Originalspiel bereits in - und auswendig kennen, begeistern. Es gibt natürlich trotzdem keine Erfolgsgarantie.

Denn nicht nur die "Definitive" Edition der GTA Trilogy zählt als unwürdige Neuauflage. Auch die Definitive Edition von Mafia 2, ein Remaster des zweiten Teils der Mafia-Reihe, wurde dafür kritisiert, zum Launch voller Bugs und Glitches zu sein, nur auf 30 FPS zu laufen und sich grafisch nicht großartig vom Original zu unterscheiden.

Mafia 2: Definitive Edition Quelle: Moby Games Dasselbe gilt für die Silent Hill HD Collection, einem Remaster von Silent Hill 2 und 3. Nicht nur der Titel des Spiels kann irreführend sein, auch Glitches und Framerate-Probleme fielen zahlreichen Käufern auf. Die neue Sprachausgabe und die grafischen Überarbeitungen wurden ebenfalls gemischt aufgenommen.

Doch es gibt auch Positivbeispiele: Wie man Remasters richtig macht, zeigen beispielsweise die Halo: Master Chief Collection, die Mass Effect Legendary Edition und die Bioshock Collection. Sie alle enthalten Remasters mehrerer Originalspiele, welche Verbesserungen aller Art mitbringen.

Grafisch entfernen sie sich nicht zu weit von den Originalspielen, um sicherzugehen, langjährige Fans jener Spiele nicht durch einen neuen Grafikstil abzuschrecken.

Somit haben Remasters generell weniger mit Cash-grab-Vorwürfen zu kämpfen, da sie zumindest etwas Neues auf den Tisch bringen und dem Originalspiel so im besten Fall frischen Wind einhauchen.

Wichtig ist dabei, dass man dem Grafikstil des Originalspiels treu bleibt und das Feeling erhält - so wie es bei den erwähnten Positivbeispielen der Fall ist. Remasters sind für neue Spieler eine gute Gelegenheit für einen Einstieg in ein bisher unbekanntes Spiel bzw. eine Spielereihe, während Veteranen immerhin über eine verbesserte Grafik staunen können.

Remakes: Großes Potenzial, kleiner Haken

Remakes sind etwas riskanter, können sich aber noch mehr auszahlen als Remasters. Einerseits könnte ein Remake ein Spiel, das vorher als gut angesehen wurde, zu einem sehr guten Spiel machen.

Andererseits besteht die Möglichkeit, dass der neue Content, der hinzugefügt wird, bei dem ein oder anderen Fan der Originalspiels schlecht ankommt. Noch größer wird die Gefahr, wenn man bereits existierenden Content abändert.

So floppte Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowers Jr.s Reise, ein Remake des beliebtesten Spiels der Mario-&-Luigi-Reihe, weil viele Fans den neuen Content - Bowser Jr.s Reise - als unnötig empfanden und sich außerdem nicht jeder mit dem neuen Grafikstil anfreunden konnte. Der Misserfolg des Remakes dürfte nicht auch zuletzt daran liegen, dass es auf dem Nintendo 3DS, einer bis dahin fast acht Jahre alten Konsole, erschien.

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