Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?

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Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?
Quelle: Nintendo

Anstatt neuer Spiele ständig aufgewärmter Kram - das ist Realität in der Spielebranche. Doch ist das verständlich - oder doch bloß üble Abzocke?

In der Praxis sieht es leider anders aus: Nicht selten fällt bei Spielen, die neuveröffentlicht werden, das Wort "Cash Grab". Das liegt einerseits an den Preisen mancher wiederveröffentlichten Spiele - der Red-Dead-Redemption-Port und die "Definitive" Edition der GTA Trilogy kosten wie erwähnt jeweils 50 und 60 Euro -, und andererseits auch an der Art, auf welche sie wiederveröffentlicht werden. Die Gruppe von Neuveröffentlichungen, die besonders oft mit Cash-grab-Vorwürfen konfrontiert wird, sind Ports.

Ports: Reine Abzocke?

Im Prinzip sind Ports eine schöne Sache, gerade wenn ein Spiel von einer Konsole, die man nicht besitzt, auf eine geportet wird, die man besitzt. Gegen eine bessere Auflösung und sonstigen Verbesserungen hat mit Sicherheit auch niemand etwas. Manchmal wird das Fass allerdings zum Überlaufen gebracht. So veröffentlichte Nintendo 2020 zum 35. Jubiläum von Super Mario Bros. Super Mario 3D All-Stars, eine Collection von Ports der Klassiker Super Mario 64, Super Mario Sunshine und Super Mario Galaxy. Im Grunde hält das Spiel, was es verspricht: man kann alle drei Originalspiele auf der Nintendo Switch spielen. Allerdings sorgte nicht nur die Tatsache, dass so gut wie keine Verbesserungen an den Spielen vorgenommen wurden, bei vielen Fans für Verärgerung, sondern auch der Preis von happigen 60 Euro. Diese Summe wurde wohlgemerkt für Spiele verlangt, die jeweils 1996, 2002 und 2007 erschienen waren.

Super Mario 64 lief sogar nur im 4:3-Format. Außerdem wurde das Fehlen von Super Mario Galaxy 2 kritisiert. Noch dazu kam, dass das Spiel sowohl digital als auch im Handel nur bis zum 31. März 2021 erhältlich war - eine Entscheidung seitens Nintendo, die wohl bis heute niemand versteht.

Suoer Mario 64 Quelle: Moby Games Ein Spiel, das es mittlerweile auf sage und schreibe neun Plattformen gibt, ist Bethesdas The Elder Scrolls 5: Skyrim. Da das Spiel als eines der besten aller Zeiten gilt, soll wohl jede denkbare Plattform ein Stück dieser saftigen Bethesda-Torte abbekommen. Immerhin: Nicht jede Wiederveröffentlichung ist ein Port.

Windows-Nutzer, die im Besitz des Originalspiels waren, bekamen die 2016 erschienene Special Edition - einen Remaster - sogar kostenlos. Jeder Re-release brachte außerdem etwas Neues auf den Tisch, wie z.B. grafische Verbesserungen oder VR.

Da Skyrim aber trotzdem ein Spiel aus dem Jahr 2011 ist und The Elder Scrolls 6 wahrscheinlich noch in weiter Ferne liegt, kann man den Spott vieler Fans bei jedem Re-release Skyrims durchaus nachvollziehen.

Neben Red Dead Redemption hat Rockstar auch GTA 5 schon mehrmals geportet. Zuletzt gab es 2020 einen Shitstorm, weil von Rockstar groß angekündigt wurde, dass das Spiel, das erstmals 2013 rauskam, auf die PS5 und die Xbox Series S/X geportet wird.

Das Problem bei den Ports von GTA ist nicht nur, dass Fans seit 2013 auf einen neuen Teil der erfolgreichen Reihe warten, sondern auch, dass angebliche technische Verbesserungen ein erneutes Kaufen von GTA 5 nicht rechtfertigen - vor allem nicht für 60 Euro.

Dass gerade Ports oft als Cash Grabs gelten, ist kein Wunder: es ist für ein Entwicklerstudio viel sinnvoller und billiger, ein bekanntes Spiel, dass sich seit Jahren gut verkauft, unverändert auf eine neue Konsole zu porten, anstatt zu riskieren, dass eine grafische Überarbeitung und neue Inhalte von der Community schlecht aufgenommen werden und damit die weiße Weste eines Klassikers beschmutzen, so wie es bei der "Definitive" Edition der GTA Trilogy passiert ist.

Im Prinzip könnte man diese Beispielliste noch lange fortführen. Das wäre aber müßig, denn wie gesagt: Die Leute kaufen die Umsetzungen ja trotzdem.

Ports: Der Sache auf den Grund gehen

Warum also werden seelenlose Re-releases, die offensichtlich nur als Cash Grabs dienen, trotzdem gekauft? Dafür gibt es drei simple Gründe: der erste ist Nostalgie. Skyrim ist zum Beispiel ein Spiel, das viele aus ihrer Kindheit kennen.

Es versetzt sie in eine Zeit zurück, in der sie keine anderen Sorgen hatten, als ihr zu volles Inventar und nicht mit Professoren oder Steuerbeamten Probleme hatten, sondern mit Nazeem. Warum sollte man sich das Game also nicht nochmal auf einer neuen Konsole kaufen, um die alten Zeiten wiederaufleben zu lassen?

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