Hey, Entwickler: Die ersten zehn Minuten eures Spiels sind ziemlich wichtig!
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Wer kennt es nicht? Man hat gerade erst ein neues Spiel gestartet, doch irgendwas fühlt sich nicht richtig an. Also wird es direkt deinstalliert und man sucht sich etwas Neues. Es ist so wichtig, dass die ersten paar Minuten eines Spiels so ansprechend wie nur möglich ausfallen.
"Keine Sorge, nach den ersten 50 Stunden wird es ganz gut." Habt ihr diesen Satz in irgendeiner Form schon einmal gehört? Im Gaming-Bereich sind es oft MMORPGs, die mit solchen Maßstäben gemessen werden. "Keine Sorge, A Realm Reborn ist zwar recht nervig, doch spätestens ab Shadowbringers wird Final Fantasy 14 echt gut!". Oder: "Leveln in World of Warcraft ist dir zu langweilig? Keine Sorge, mythische Raids machen echt Spaß." Wie wäre es mit "Lost Ark ist dir bisher nicht anspruchsvoll genug? Keine Sorge, mit den ersten Legion-Raids wird das Spiel super."
Ist ein Spiel gut, wenn es erst nach 100 Stunden Spaß macht?
Aussagen dieser Art können natürlich der Wahrheit entsprechen, doch wer möchte schon hunderte Stunden in ein Spiel investieren, bevor es tatsächlich gut wird? Tutorials und sondergleichen sind selbstverständlich wichtig, genauso ist es manchmal nötig, den Spieler langsam in die Welt zu versetzen und ihm die Mechaniken des Spiels näherzubringen. Doch wieso muss ich in Lost Ark mehrere Hundert Stunden aufwenden, bis ich die Inhalte spielen kann, durch die das Spiel so beliebt wurde? Wieso muss ich in Final Fantasy 14 erst die gesamte Story abhaken, bevor ich mit Kollegen einen der aktuellen Raids absolvieren kann? Wieso muss ich mich erst durch langweilige Abschnitte quälen, bevor die guten Teile kommen?
In diesem Artikel
Spieler, die Zeit investieren, werden also mit einem großartigen Erlebnis belohnt, doch wieso packt man diese tollen Inhalte nicht an den Anfang? Das gilt nicht nur für MMOs, sondern auch für den allgemeinen Spielemarkt. Früher, als man sich im Monat ein einziges Videospiel leistete, war es selbstverständlich, dass man es erst weglegte, wenn man es zu 100 Prozent durchgespielt hat.
Völlig egal, ob die ersten paar Stunden absolut öde waren, die Tutorials furchtbar, oder ob lediglich das letzte Level wirklich Spaß gemacht hat. Man hatte ja nichts anderes.
Geringe Aufmerksamkeitsspanne trifft auf Überangebot von Spielen
In der heutigen Zeit sieht das Ganze jedoch anders aus. Viele Spieler sitzen auf Backlogs, die unter Umständen hunderte ungespielte Titel umfassen. Durch Abonnements wie den Xbox Game Pass, PS Plus, Ubisoft+ und wie sie alle heißen, haben Nutzer Zugriff auf etliche Videospiele.
Einige von euch kennen das Vorgehen sicherlich: Man durchstöbert das Angebot im Game Pass, installiert ein paar Spiele, die interessant aussehen und startet das Erste. Nach zehn Minuten ist jedoch nichts Spannendes passiert. Es wird deinstalliert und das nächste Spiel gestartet. Das geht so weiter, bis irgendein Spiel einen ansprechenden Einstieg bietet.
Quelle: Amazon Games
Hey, Entwickler: Die ersten zehn Minuten eures Spiels sind ziemlich wichtig! (1)
Es gibt einige Titel, die größtenteils ungespielt bleiben, obwohl andere Nutzer auf sie schwören. Wenn man doch nur ein wenig Zeit investieren würde, hätte man eine Menge Spaß mit diesen Titeln, heißt es. Und das stimmt vermutlich sogar, doch wegen der heutzutage geringeren Aufmerksamkeitsspanne möchten viele Spieler diese Zeit schlichtweg nicht mehr aufwenden.
Diese mangelnde Bereitschaft, sich die Zeit zu nehmen, hat natürlich verschiedene Gründe, und die heutige Konsumgesellschaft trägt sicherlich keinen unwichtigen Teil dazu bei. So schlecht - oder auch gut - man das auch finden mag, so einfach lässt sich das Verhalten von Spielern nicht mehr ändern.
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