Cloudgaming: Anbieter Vortex; Beispielrechnung und Schlussfazit
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Das Schauen von Livestreams über Twitch oder andere Anbieter wird immer beliebter - doch wie sieht es aus, wenn man nicht nur Zuschauer ist, sondern der Stream das Spiel ist, das man gerade selber spielt? Wir schauen uns einige Cloudgaming-Dienste näher an, erklären die Konzepte dahinter und rechnen auch aus, ob sich ein solcher Dienst lohnen kann, da man sich schließlich einen ausgewachsenen Spiele-PC sparen kann.
Cloudgaming-Anbieter: Vortex
Im Gegensatz zu den vielen anderen Anbietern bietet Vortex neben der Rechenpower auch einige Spiele inklusive an und wirbt mit dem Vorteil, dass die entsprechenden Titel nicht erst installiert werden müssen, da sie schon auf den Servern von Vortex vorliegen.
In diesem Artikel
Viele dieser Spiele sind allerdings ohnehin kostenfreie Games. Für viele andere Games wie Far Cry 5, The Elder Scrolls: Skyrim oder Rise of the Tomb Raider könnt ihr eine Steamlizenz nutzen und müsst die Titel dann ebenfalls nicht separat installieren.
Quelle: Vortex
Die Übersicht auf deri Vortex-Website zeigt enthaltene und kompatible Spiele nach Genres sortiert
Per Software für Windows oder App für Android könnt ihr den Spielestream von Vortex nutzen. Die Kosten sind günstig, denn für 9,99 Dollar pro Monat seid ihr dabei. Leider gibt es aber keine genaue Informationen über die Hardwareleistung, die euch zur Verfügung steht. Da aber auch aktuelle AAA-Titel unterstützt werden, gehen wir von einer ausreichenden Leistung aus. Eine Beschränkung bei der Nutzungszeit gibt es nicht, allerdings gibt die Formulierung "Du kannst beinahe unbegrenzt viele Stunden spielen" in den FAQ einen kleinen Hinweis darauf, dass euch bei einer sehr intensive Nutzung gekündigt werden könnte.
Beispielrechnung
Ob sich Cloudgaming überhaupt lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn ihr wirklich gerne auch mal am Tablet oder dann, wenn ihr mal nicht zu Hause übernachtet, eure gewohnten PC-Spiele nutzen wollt, führt kaum ein Weg daran vorbei. Wenn es euch aber nur darum geht, die Kosten für einen Spiele-PC zu sparen, muss man genau hinsehen. Nehmen wir als Beispiel Liquidsky: hier bezahlt ihr für ein Jahresabo etwa 310 Euro inklusive Steuern und mietet dafür die Hardware-Power. Spiele müsst ihr weiterhin selber erwerben. Nach drei Jahren kommen auf diese Art und Weise 930 Euro zusammen. Für diesen Betrag bekommt ihr aktuell einen PC mit einem Intel Core i5-8400 und einer Nvidia GTX 1060 (6GB), und nach dem dritten Jahr könntet ihr anstelle des Jahresbetrages auch einfach eine neue Grafikkarte nachrüsten.
Quelle: MSI
Kann man sich mit Cloudgaming den Kauf eines Gaming-PCs sparen?
Allerdings könntet ihr bei der Gamingpower des Clouddienstes in der Pro-Variante mit Sicherheit eine merkbar bessere Leistung als die unseres Beispiel-PCs nutzen - wenn ihr aber ausschließlich den Pro-PC beansprucht, müsst ihr beachten, dass ihr im Durchschnitt pro Woche nicht mehr als 14 Stunden spielen könnt, also pro Tag zwei Stunden. Vielen Gamern wird dies ausreichen, einigen anderen möglicherweise nicht. Wer auf das Jahr gesehen nur sehr selten spielt, dann aber vielleicht auch mal einige Tage oder Wochen am Stück viele Stunden am Tag, kann wiederum mit einem Clouddienst, den er nur ein bis zwei Monate nutzt, zum vergleichsweise kleinen Preis spielen. An diesen Beispielen seht ihr, wie kompliziert die Entscheidung ist und welche Fragen man beachten muss: wie viel spiele ich? Welche Power brauche ich? Wie hoch sind die Kosten? Wie viel würde ich für einen eigenen PC ausgeben? Beziehungsweise falls ihr ohnehin schon einen brauchbaren PC besitzt: wie viel werde ich im Durchschnitt pro Jahr für eine Aufrüstung investieren?
Unser Fazit
Alles in allem steckt Cloudgaming noch ein wenig in den Kinderschuhen. Es gibt mehrere mögliche Konzepte, mit denen die Anbieter arbeiten, und teilweise stecken die Services gar noch in einer Beta-Phase. Auch über die effektive Hardwarepower erfährt man nicht immer die Details und ist offenbar häufig an eine vorgegebene Hardware gebunden. Somit sind direkte Vergleiche äußerst schwer.
Der Trend geht bei der Funktionalität dazu hin, dass ihr eure Spiele wie gewohnt einzeln erwerbt und dann sozusagen per Fernzugriff auf dem Server installiert. Für die Anbieter ist es aber, vermutlich auch aus rechtlichen Gründen, noch nicht immer möglich, euch alle Freiheiten zu lassen.
So wird beispielweise für kompatible Spiele häufig nur eine Steam-Lizenz unterstützt. In der Zukunft werden mit Sicherheit auch Sony mit einem Playstation-Service sowie Microsoft mit einem Xbox-Clouddienst als Anbieter hinzukommen und eine Entscheidung für PC-Spieler vermutlich noch komplizierter machen. Denn die Chance ist hoch, dass Sony und Microsoft euch nur Spiele nutzen lassen, die entweder Teil einer Art Spieleflatrate wie beim Xbox Game Pass sind oder für die ihr eine entsprechende Lizenz im Playstation- beziehungsweise Xbox-Store gekauft habt. Ein großer Negativpunkt ist die Latenz, die vor allem bei Multiplayerspielen extrem störend sein kann. Ohne einen Cloudgaminganbieter zunächst zu testen, um die Qualität der Verbindung auszuprobieren, solltet ihr auf keinen Fall ein längeres Abo eingehen. Unsere Meinung: wer häufig auch fernab von zu Hause spielen will, der kann einen Cloudgaming-Service ausprobieren. Eine echte Alternative zu einem heimischen Spiele-PC sind solche Services eher für Nutzer, die nur an wenigen Wochen des Jahres spielen, so dass sie am Ende wirklich merkbar sparen, wenn sie nur für diese Zeitfenster einen Cloudgaming-PC mieten.
