Cloudgaming: Anbieter Sony, Nvidia, Shadow, Parsec und Liquidsky
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Das Schauen von Livestreams über Twitch oder andere Anbieter wird immer beliebter - doch wie sieht es aus, wenn man nicht nur Zuschauer ist, sondern der Stream das Spiel ist, das man gerade selber spielt? Wir schauen uns einige Cloudgaming-Dienste näher an, erklären die Konzepte dahinter und rechnen auch aus, ob sich ein solcher Dienst lohnen kann, da man sich schließlich einen ausgewachsenen Spiele-PC sparen kann.
Cloudgaming-Anbieter: Sony Playstation Now
Eigentlich geht es in unserem Special um Anbieter von Cloudgamingservices, die PC-Spiele anbieten.
In diesem Artikel
Da Sony bereits einen eigenen und erfolgreichen Cloudservicedienst: anbietet, beginnen wir mit diesem Konsolendienst, den Sony Playstation Now getauft hat. Für 14,99 Euro im Monat könnt ihr über Eure PS4, aber inzwischen auch vom PC aus auf ein großes Arsenal an Playstation-Spielen zugreifen, die von einem Sony-Server zu eurem PC gestreamt werden. Ihr bezahlt als nicht für die reine Hardwareleistung, sondern vor allem für die Spiele. Auch PS-exklusive Spiele wie The Last of Us sind somit am PC verfügbar. Benötigt wird zwar eine gewisse CPU-Power, ihr braucht aber keinen PC mit einer Spiele-Grafikkarte. Benötigt wird aber ein PS4-Controller, den ihr entweder per USB oder über den Wireless-Adapter von Sony mit dem PC verbindet.
Cloudgaming-Anbieter: Nvidia GeForce Now
Von Nvidia wird es wohl bald einen entsprechenden Dienst geben, bei dem auch zahlreiche Spiele in einem Abo enthalten sein werden. Derzeit dient die kleine Konsole Nvidia Shield eher als Multimedia-Streaminggerät. Spiele lassen sich, wie bei der Steam Link-Box, per GeForce Now über Nvidia Shield innerhalb eures Netzwerks streamen. Der geplante Cloudgaming-Dienst, der ebenfalls GeForce Now heißt, steckt derzeit noch in der Betaphase. Bei dem Service werdet ihr, sobald Nvidia mit ihm auf den Markt kommt, PC-Leistung quasi mieten, wobei Nvidia bei den Preisen eventuell je nach gewählter Grafikkartenpower mehr oder weniger verlangen wird. Details stehen aber noch nicht fest. Beim Cloudgaming über GeForce Now gibt es vermutlich einige Gratisspiele inklusive, ansonsten müsst ihr die Spiele kaufen und zunächst auf eurem PC installieren, auf dem ihr dann über die GeForce Now-Software das Spiel auf eurem Nvidia-Server-PC freischaltet. Nvidia Shield wird für diese Methode nicht nötig sein.
Cloudgaming-Anbieter: Shadow
Mit dem Cloudcomputing-System Shadow abonniert ihr eine Leistung, die aktuell einem PC mit einem Xeon-Achtkern-Prozessor, 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Nvidia GTX 1080 entspricht, dazu gibt es 256 Gigabyte Speicherplatz Als Voraussetzung für die Internetleitung gibt Shadow 15 Mbit/s an, wobei ein Fokus auf professionellen Grafikanwendungen liegt, so dass man für einen Stream mit für Spiele geeigneter Bildanzahl deutlich mehr Bandbreite einrechnen sollte.
Quelle: Shadow.tech
Die Shadow Box im Details mit ihren USB- und Audio-Ports
Bei Shadow mietet ihr quasi einen PC, das heißt ihr installiert die Programme und Spiele direkt auf dem Server von Shadow. Spiele lassen sich auf Endgeräten mit MacOS, Windows sowie Android als Betriebssystem nutzen, iOS soll noch folgen. Demnächst könnt ihr für 120 Euro auch die so genannte Shadow Box erwerben, die ihr direkt an einen Monitor oder TV anschließen könnt, um die Cloudfunktionen von Shadow zu nutzen. Die monatlichen Kosten für das Shadow-Abo belaufen sich auf 29,95 Euro, wenn ihr euch für 12 Monate bindet. Einzelne Monate sind für 44,95 Euro verfügbar, drei Monate kosten 34,95 Euro pro Monat - ein kurzes Abo wäre beispielsweise für einen Urlaub eine Option, bei dem ihr am Urlaubsort auch ohne Gaming-PC spielen wollt. Allerdings ist die Nachfrage offenbar derzeit so groß, dass eine Anmeldung aktuell nicht möglich ist. Kurz gesagt: alle Server-PCs sind bereits vernietet.
Cloudgaming-Anbieter: Parsec
Mit dem Angebot von Parsec funktioniert Cloudgaming rein technisch ähnlich wie bei Shadow. Einen wichtigen Unterschied gibt es aber. Nachdem ihr die Parsec-Software auf eurem PC installiert und einen Account angelegt habt, wählt ihr einen PC aus, den ihr als Spieleserver mieten wollt. Nach einer Synchronisierung kann es dann losgehen, wobei die Nutzungsdauer entscheidend ist. Denn ihr bezahlt nicht pro Monat, sondern der Preis ergibt sich aus einer recht komplizierten Mischkalkulation. Zum einen bezahlt ihr Minutenpreise für den eingeschalteten Server-PC, wobei die Nutzung bei Last einen anderen Preis generiert als im IDLE-Modus. Zum anderen kostet Speicherplatz eine monatliche Gebühr, die minutenweise abgerechnet wird. Wenn ihr also wisst, dass ihr einige Tage Pause macht, lohnt es sich, den Speicherplatz zu leeren, da dann keine Kosten während der Pause anfallen. Da die Nutzung des Server-PCs pro Minute berechnet wird, solltet ihr übrigens auch Ende der jeweiligen Spielesitzung den Server-PC herunterfahren, ansonsten laufen der Stream und somit auch die Kosten weiter.
Cloudgaming-Anbieter: Liquidsky
Drei Aboangebote stehen Gamern zur Verfügung, wenn es um Liquidsky geht. Dabei geht es zunächst nicht um die Spielepower, sondern um die Nutzung und den Speicherplatz. Je nach Tarif bekommt ihr mehr Speicherplatz und mehr so genannte Skycredits. Für einen normalen Spiele-PC kostet jede Minute Nutzungsdauer einen Skycredit, für einen Pro-PC sind es zwei Credits.
Quelle: Liquidsky
Spiel und Optionsmenü der Liquidsky-App auf einem Tablet
Monatlich kündbar sind zwei der drei Tarife: der Beginner-Tarif für 14,99 Dollar liefert Skycredits für bis zu 25 Stunden Gameplay pro Monat und bietet 200 Gigabyte Speicherplatz, im Prestige-Tarif gewährt man euch Credits für bis zu 100 Stunden Gameplay pro Monat sowie 500 Gigabyte Speicherplatz für 29,99 Dollar pro Monat. Wer sich ein Jahr lang bindet kann den Tarif Prestige+ für 24,99 Dollar pro Monat buchen, der Skycredits für bis zu 1440 Stunden Gameplay (120 Stunden pro Monat) und 750 Gigabyte Speicherplatz beinhaltet. Die Preise verstehen sich ohne Steuer. Für das 100 Stunden-"Prestige"-Paket erhaltet ihr beispielsweise 100 Stunden mal 60 Minuten, also 6000 Skycredits, um 6000 Minuten mit einem Standard-PC oder 3000 Minuten mit einem Pro-PC spielen zu können. Liquidsky ist kompatibel zu Windows und Android, dank wählbarer Serverstandorte könnt ihr euch einen Server auswählen, der nicht weit weg von eurem Standort ist. Bei Liquidsky installiert ihr von euch erworbene Spiele direkt auf dem Server-PC. Ihr seht also auch außerhalb von Spielen die Benutzeroberfläche des Server-PCs auf Eurem Endgerät. Als Bandbreite empfiehlt Liquidsky ein Minimum von fünf Megabyte pro Sekunde - dies entspricht in etwa einem DSL 40.000-Anschluss. Für eine Übertragung per WLAN, beispielsweise auf ein Tablet, sollte es ein 5GHz-WLAN-Signal sein.
