Cloudgaming: Gaming per Stream als Alternative zu PC und Konsole

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Cloudgaming: Gaming per Stream als Alternative zu PC und Konsole
Quelle: Nvidia

Das Schauen von Livestreams über Twitch oder andere Anbieter wird immer beliebter - doch wie sieht es aus, wenn man nicht nur Zuschauer ist, sondern der Stream das Spiel ist, das man gerade selber spielt? Wir schauen uns einige Cloudgaming-Dienste näher an, erklären die Konzepte dahinter und rechnen auch aus, ob sich ein solcher Dienst lohnen kann, da man sich schließlich einen ausgewachsenen Spiele-PC sparen kann.

Das Thema Cloud geistert immer mehr durch die Medien - damit sind zwei grundlegende Dinge gemeint. Zum einen geht es um Speicherplatz, auf den ihr jederzeit per Internetzugang, also auch über ein Mobiltelefon zugreifen könnt. Hierbei ladet ihr eure Daten auf einen professionellen Server hoch, auf dem die Daten gespeichert und zur Sicherheit auf weiteren Servern als Kopie vorliegen. Ein zweites Cloudthema ist die Möglichkeit, Software zu nutzen, die gar nicht auf eurem PC oder einem anderen eurer Endgeräte installiert ist. Vielmehr greift ihr über einen Internetzugang auf die Programme zu, die auf PCs des Cloudanbieters laufen.

Nvidia GeForce Now Quelle: Nvidia Nvidia GeForce Now Der Anbieter sorgt dabei also auch für die Rechenpower. Vor allem Firmen setzen auf derartige Services, da man auf diese Art und Weise unkompliziert auch professionelle Software und starke Rechenleistung bedarfsweise mieten kann. Derartige Angebote gibt es inzwischen auch für den Spielesektor, und wie wir gerade erst berichteten, glaubt der Ubisoft-Chef Yves Guillemot sogar, dass Spiele schon in relativ naher Zukunft ausschließlich über eine Cloud genutzt werden und zumindest Spielekonsolen daher aussterben. Sony bietet ja auch bereits mit Playstation Now einen Cloudgaming-Service an, zu dem wir später auch noch kommen. Das Thema Cloudgaming ist daher also schon jetzt für manch einen Spieler interessant - wir sehen uns daher einige Anbieter solcher Cloudgaming-Dienste näher an, beleuchten aber zuvor, worum es bei Cloudgaming im Detail geht.

Wie funktioniert Cloudgaming?

Normalerweise berechnet Euer PC das Bild des Games, das ihr gerade spielt. Wie viele FPS ihr mit welcher Detailvielfalt genießen könnt, hängt also von Eurem PC ab. Beim Cloudgaming sorgt der entsprechende Anbieter in Form eines Arsenals von (Gaming-)PCs für die Rechenpower und stellt Euch das berechnete Bild des Spiels als Stream zur Verfügung. Ihr mietet also vereinfacht gesagt einen PC, der nicht bei euch zu Hause steht.

Beim Anbieter Shadow soll die Grafikpower einer Nvidia GTX 1080 entsprechen - hier ein Modell von Asus. Quelle: Asus Beim Anbieter Shadow soll die Grafikpower einer Nvidia GTX 1080 entsprechen - hier ein Modell von Asus. Dabei sind mehrere Grundkonzepte denkbar, denn die Anbieter solcher Cloudgaming-Services können euch nicht alle Spiele der Welt bieten, und sie wollen euch freilich auch nicht unbedingt eine riesige Menge an Spielen aufzwingen, sondern euch eine gewisse Wahlfreiheit lassen. Auch benötigt nicht jeder Kunde die Power eines Luxus-PCs. In der Konsequenz sind daher je nach Anbieter nur bestimmte Spiele verfügbar, oder ihr kauft Lizenzen für einzelne Games, die ihr spielen wollt. Ebenso möglich: ihr mietet einen PC aus der Cloud und könnt ihn nutzen wie einen PC zu Hause. Ihr könnt also beispielsweise Steam installieren und euren normalen Account nutzen. Was ihr ohnehin bei den Anbietern häufig auswählen könnt ist die Rechenpower, die ihr nutzen wollt. Wer unbedingt mit hohen FPS-Werten auf maximalen Details spielen will, für den muss ein Anbieter natürlich mehr Hardwareleistung zur Verfügung stellen als für einen Kunden, dem niedrige Details bei durchschnittlich 30 FPS völlig ausreichen. Dies spiegelt sich dann auch in den Preisen wieder, die ihr bezahlen müsst. Bei einem Abo legt ihr also, wenn dies möglich ist, Hardwareeckdaten fest, die ihr gerne nutzen möchtet, oder ihr wählt ein Preismodell, bei dem euch automatisch die Leistung eines aktuellen PCs der Einsteiger-, Mittel- oder Oberklasse zur Verfügung steht. Je nach Anbieter ist auf technischer Seite zudem eine Art Empfangsbox erhältlich, die wiederum das Bild auf Euren Monitor oder LCD-TV zaubert, ohne dass ihr einen PC oder ein Notebook für die Nutzung des Streams benötigt. Ohne eine solche Box läuft das Spiel über eine Software, die auf eurem PC, einem Laptop oder auch einem Tablet, Smartphone oder Smart-TV installiert ist und die Verbindung zum Cloudgaming-Anbieter herstellt.

Vor- und Nachteile von Cloudgaming

Cloudgaming hat zwei wichtige Vorteile: man benötigt selbst für anspruchsvolle Games keinen potenten PC und kann zudem theoretisch überall spielen, wo man einen Internetzugang und ein für den Cloudservice passendes Endgerät zur Verfügung hat. Oft kann man auch nur nach Bedarf eine kurze Zeit den Service in Anspruch nehmen. Je nach dem, wie viel man spielt und um welche Games es geht, ist das Konzept des Cloudgamings günstiger, als wenn man regelmäßig für eine ausreichend starke Hardware in seinen eigenen vier Wänden sorgt und die Spiele kauft, die man genießen möchte. Doch es gibt auch Nachteile, denn zum einen - um direkt den letztgenannten Vorteil einzukassieren - kann es am Ende auch teurer sein, wenn man Hardware und Spiele mietet anstatt selber zu kaufen. Außerdem kann es je nach Cloudgamingdienst sein, dass die effektive Auflösung unterhalb von Full-HD liegt, da der Anbieter ansonsten keinen ausreichend stabilen Stream gewährleisten kann. Zudem sind es häufig nur fixe 30 Bilder pro Sekunde, und auch auf Surroundsound muss man möglicherweise verzichten. Der größte mögliche Nachteil, der auch nicht unbedingt mit dem Anbieter zu tun hat, ist die Internetverbindung und die damit verbundene Latenz, die euch ein Schnippchen schlagen kann. Und zwar selbst dann, wenn ihr eine hohe Bandbreite zur Verfügung habt. Dies wollen wir nun etwas näher erläutern.

  1. Seite 1 Cloudgaming: Funktionsweise, Vor- und Nachteile
  2. Seite 2 Cloudgaming: Latenzproblem; Steam Link für Homecloudgaming
  3. Seite 3 Cloudgaming: Anbieter Sony, Nvidia, Shadow, Parsec und Liquidsky
  4. Seite 4 Cloudgaming: Anbieter Vortex; Beispielrechnung und Schlussfazit
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