Bob, Bob's Game & Nintendo: Ein Mann, ein Spiel, ein Feind - Seite 2
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Ein einsamer Indie-Entwickler stellt nach Jahren härtester Arbeit ein Meisterwerk fertig. Doch für Robert Pellonis Projekt Bob's Game gab es kein Happy End.
Pelloni jedenfalls schloss sich in seiner Wohnung ein, ohne Internet am Rechner aber mit einem Notfalltelefon, damit er nicht verpasste, falls Nintendo ihm eine Mail mit der lange erwarteten Zusage schreiben sollte. Er schlief in der Wohnung, duschte dort, bekam einmal die Woche Essen von Freunden geliefert und arbeitete ansonsten nur an Bob's Game. Eine Webcam übertrug seinen "Streik" 24 Stunden am Tag ins Netz. Natürlich sorgte die Aktion für jede Menge Aufmerksamkeit, Webseiten lieferten Updates, nannten die Berichterstattung "Bobwatch".
Auf Pellonis Webseite und im Stream sprach er immer wieder Reggie Fils-Aimé an, den damaligen CEO von Nintendo of America, dem Pelloni offensichtlich die Hauptschuld daran gab, ignoriert zu werden. "Game Over, Reggie!", "Wir sehen uns in 100 Tagen, Reggie" und ähnliche Aussagen wiederholte Pelloni immer wieder auf seiner Webseite. Während einige Beobachter sicher waren, dass es sich bei Pellonis Protest um eine Marketingaktion für das Spiel handelt, machten sich andere Sorgen um den geistigen Zustand des Indie-Entwicklers.
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Quelle: Robert Pelloni
Die Demo besteht aus zahlreichen Dialogen und einfachem Adventure-Gameplay. Dazu kommen unterschiedliche Mini-Games.
Spätestens 20 Tage nach Beginn des Streiks machte sich die Isolation bemerkbar und Bob begann, seinem Frust in noch extremeren Ausmaß Luft zu machen, indem er die Adressen von Nintendo-Mitarbeitern veröffentlichte und unheilvolle Weihnachtsgrüße an Reggie Fils-Aimé richtete.
Von Aliens und der japanischen Mafia war ebenfalls die Rede. Außerdem warf er zum ersten Mal in den Raum, Bob's Game zur Not auf anderen als den offiziellen Wegen auf Nintendo DS zu bringen. Ihm schwebte eine Hardware vor, auf der man DS-Software emulieren kann, für die Bob's Game erscheinen würde.
Und da er überzeugt war, dass es sich bei seinem Projekt um eine Killer-App handelt - also ein Spiel, das durch seinen extremen Erfolg Hardware-Verkäufe generiert, etwa wie ein Mario Kart oder The Legend of Zelda - stellte er in Aussicht, dass eine solche Veröffentlichung den Verkaufszahlen von Nintendo-Handhelds schaden würde. Im Verlauf der Isolation ging es mit Pellonis Zustand weiter bergab. Er drohte, Bob's Game auf Konkurrenzplattformen zu veröffentlichen, also auf Xbox oder Playstation, wurde immer wütender und frustrierter.
Er bezeichnete Nintendo als herzlose Firma, die nur auf Profit aus sei und sich selbst als "viel besser" als Miyamoto, Itoi, Carmack und Will Wright zusammen. Schließlich könnten die genannten Personen ohne Hilfe kein Spiel alleine auf die Beine stellen, ganz im Gegensatz zu ihm. Schließlich verwüstete Pelloni sein Arbeitszimmer, nur um sich dann regungslos auf den Boden zu legen.
Besorgte Zuschauer des Livestream veranlassten, dass die Polizei nach dem Wohlergehen des Streikendens sah. Und dem ging es gut - zumindest körperlich, abgesehen von schrecklichem Kopfweh, das ihn seit Tagen plagte. Nach diesem Zwischenfall beendete Pelloni den Protest deutlich vor dem Ablauf der geplanten 100 Tage. Aber das sollte nicht das Ende seines aussichtslosen Kampfes sein.
Ablehnung und Vandalismus
Seinen Frust über Nintendos kalte Schulter programmierte Pelloni direkt in Bob's Game. Das Ziel des Spiels war, "Gantendo" zu besiegen. Den Begriff hatte er aus Ganon, dem Bösewicht aus der Zelda-Reihe, und Nintendo zusammengesetzt. Dies passte zum Spiel, das er nicht nur nach sich selbst benannt hatte, sondern in dem er auch die Hauptrolle spielte. Der Protagonist trug zwar den Namen Yuu, war aber als Pixelebenbild von Pelloni konzipiert.
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