Fallout-Designer kritisiert Influencer: Die Spieler geben ihre eigene Meinung auf
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Ein Fallout-Veteran sieht einen Wandel im Gaming. Die Influencer beeinflussen laut ihm nicht nur die Spieler, sondern auch die Entwicklung von Spielen.
Wie entstehen eigentlich Meinungen zu Spielen? Laut Tim Cain hat sich darauf in den letzten Jahren eine Antwort eingeschlichen. Immer mehr Spieler orientieren sich an Influencern statt an eigenen Eindrücken. Der erfahrene Entwickler sieht darin eine Entwicklung, die Spiele und Community verändert.
Von freier Entwicklung zu starken Erwartungen
Cain blickt in einem Video auf die Geschichte des Mediums zurück. In den 1980er Jahren hätten Entwickler noch deutlich freier gearbeitet. Feste Genres spielten eine kleinere Rolle, Erwartungen von außen hielten sich in Grenzen.
Mit dem Aufkommen des Internets änderte sich das. Message Boards, Guides und später Video-Plattformen prägten zunehmend, wie gespielt und diskutiert wird. Spieler griffen häufiger auf externe Informationen zurück, statt sich selbst durch Spiele zu arbeiten.
Für Cain liegt der größte Einschnitt im Aufstieg von Influencern. Die Entwickler denken heute stärker darüber nach, welche Szenen sich gut für Clips eignen. Gerade klassische Rollenspiele leiden darunter. Titel mit viel Text und ruhigem Tempo lassen sich schwer in kurze Videos packen.
Die Influencer bestimmen die Meinung und Sprache
Noch kritischer sieht Cain, wie sich Diskussionen über Spiele verändert haben. Spieler übernehmen seiner Ansicht nach immer häufiger Meinungen, statt sie selbst zu bilden. Er beschreibt auch einen Wandel in der Sprache. Früher hätten die Spieler Unterschiede beschrieben, etwa mehr Rätsel oder weniger Kämpfe. Heute fallen Urteile oft direkter aus. Spiele gelten schnell als langweilig oder irrelevant, ohne differenzierte Einordnung.
Dabei erkennt Cain an, dass es sinnvoll sein kann, sich an Stimmen zu orientieren, die einen ähnlichen Geschmack haben. Problematisch wird es aus seiner Sicht, wenn daraus mehr entsteht. Parasoziale Beziehungen zu Influencern können dazu führen, dass deren Meinung ungefiltert übernommen wird. Für die Zukunft zeigt er sich unsicher. Wie sich Spiele und Community in den nächsten Jahren entwickeln, könne er nicht vorhersagen. Klar ist für ihn nur, dass sich der Umgang mit Spielen bereits stark verändert hat. Wie denkt ihr darüber?
Quelle: pcgamer
