Der YouTuber Francesco Salicini musste kürzlich feststellen, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Alles wegen Retro-Handhelds?
Der italienische YouTuber Francesco Salicini, bekannt als Once Were Nerd, steht aktuell im Zentrum einer ungewöhnlichen Urheberrechtsaffäre. Alles begann am 15. April, als die Guardia di Finanza - eine auf Finanzdelikte spezialisierte Polizeieinheit - mit einem Durchsuchungsbefehl bei seiner Mutter auftauchte. Salicini kooperierte sofort und ließ die Beamten in sein Studio. Dort beschlagnahmten sie über 30 Handheld-Konsolen sowie sein Mobiltelefon, das mehr als einen Monat lang einbehalten wurde. Doch was ist genau der Grund für dieses plötzliche Einschreiten der Polizei gewesen?
YouTuber verstößt gegen das Urheberrecht
Salicini wird vorgeworfen, gegen Artikel 171 des italienischen Urheberrechtsgesetzes verstoßen zu haben. Der Grund: Einige der von ihm getesteten Retro-Konsolen wurden mit vorinstallierten ROMs und microSD-Karten voller Spiele ausgeliefert. Obwohl er in seinen Videos stets betonte, dass diese Geräte nur genutzt werden sollten, wenn ihr das Originalspiel besitzt, drohen ihm nun strafrechtliche Konsequenzen. Besonders problematisch scheint seine Sponsoring-Aktivität zu sein - also gesponserte Reviews für diese Konsolen.
Die möglichen Strafen sind nicht ohne: Artikel 171 sieht Haftstrafen zwischen sechs Monaten und drei Jahren sowie Geldstrafen von bis zu 30 Millionen Lire (rund 15.000 Euro) vor. Das ist nicht gerade wenig.
Unklare Lage und laufende Ermittlungen
Bislang weiß Salicini selbst nicht genau, was ihm konkret zur Last gelegt wird. Die Polizei muss ihn erst nach Abschluss der Ermittlungen offiziell informieren. Dennoch rechnet er mit einem Gerichtsverfahren und hat bereits einen Anwalt engagiert. Auf einer GoFundMe-Seite sammelt er Spenden für seine Verteidigung.
Sein YouTube-Kanal mit über 220 Videos ist weiterhin online, doch einige Social-Media-Kanäle wurden blockiert - Instagram und Discord sind noch erreichbar. Ob es tatsächlich zur Anklage kommt oder das Verfahren eingestellt wird, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Retro-Gaming-Community verfolgt den Fall gespannt weiter.
Quelle: PCGamer
