Von Floppy Disc bis SSD: Die Geschichte der PC-Speichermedien

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Von Floppy Disc bis SSD: Die Geschichte der PC-Speichermedien
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich

Die Entwicklung der Speichermedien wird bei der Evolution der Computer- und Videospiele oft übersehen. Dabei sind sowohl Speicherkapazität als auch Geschwindigkeit die Eckpfeiler für ein immersives Spielerlebnis.

Die Zeiten, in denen Computer- und Videospiele im Laden und in physischer Form gekauft wurden, sind vorbei, zumindest, wenn es nach den neuesten Daten der Marktforscher von Newzoo geht. Im Jahr 2024 setzte die Technologiebranche weltweit rund 8,5 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von physischen Datenträgern um. Das entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Anders sieht es bei den digitalen Verkäufen aus: Diese stiegen um 0,7 Prozent auf 175,8 Milliarden US-Dollar Umsatz. PC-Spiele werden den Angaben zufolge zu 99 Prozent digital gekauft, bei Konsolen sind es immerhin noch 16 Prozent physische gegenüber 84 Prozent digitalen Verkäufen.

Damit ist auch klar: Die Zeit der optischen Datenträger als bevorzugtes Gaming-Medium neigt sich dem Ende zu. Die Zukunft gehört zum einen dem Streaming, zum anderen dem Download auf den lokalen Speicher des jeweiligen Endgerätes. SSD heißt das Zauberwort der Stunde. Doch die lange Geschichte der Speichermedien ist ebenso interessant wie spannend!

Große Disketten, kleine Disketten

Viele ältere Semester erinnern sich sicher noch an Gaming-Datenträger wie Steckmodule oder auch Magnetbänder, die in den 1980er Jahren beispielsweise auf der Datasette des Commodore 64 gelesen wurden. In der ersten Welle der PC-Spiele setzten sich jedoch zunächst Disketten durch.

Die erste Diskette wurde 1969 von IBM vorgestellt. Sie war acht Zoll groß und hatte eine Kapazität von 80 Kilobyte. Wenige Jahre später kamen die ersten Floppy Discs mit 720 Kilobyte Speicher auf den Markt, später sogar mit 1,2 Megabyte. Im Jahr 1982 folgten die 3,5-Zoll-Disketten mit fester Plastikhülle und immerhin 1,44 Megabyte Speicher.

Von Floppy Disc bis SSD: Die Geschichte der PC-Speichermedien Quelle: Samsung Der Branchenriese Samsung entwickelte zunächst keine Datenträger, sondern nur Diskettenlaufwerke. Das sollte sich 1988 mit der Produktion eigener 3,5-Zoll-Desktop-Festplatten ändern.

Wer diese Zeit miterlebt hat, erinnert sich noch an muntere Diskettenwechsel-Sessions. Gerade auf dem Commodore Amiga war das regelmäßige Tauschen der Datenträger sehr beliebt. Auf dem PC war das dank Festplatten natürlich anders. Der Shooter-Klassiker Doom erschien 1993 beispielsweise auf vier Disketten, die auf der Festplatte installiert wurden.

Disketten funktionieren im Wesentlichen durch Magnetismus. Der Magnetkopf des Laufwerks bewegt sich über die magnetisierte Plastikschicht des Datenträgers und nimmt so die Informationen auf. Trotz der Einschränkung des Speicherplatzes waren Disketten insbesondere aufgrund ihrer einfachen Transportierbarkeit und der Möglichkeit des einfachen Einlesens und Neubeschreibens beliebt.

Von Floppy Disc bis SSD: Die Geschichte der PC-Speichermedien Quelle: Samsung

Evolution der optischen Datenträger

Auf die Disketten folgten optische Datenträger wie die CD-ROM. Warum "optisch"? Das Medium besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: dem Träger - einer meist aus Kunststoff gefertigten Scheibe mit einem Durchmesser von 120 Millimetern - und der Datenschicht auf der Unterseite, die meist aus einer Aluminiumlegierung besteht. Im Prinzip funktioniert die Technologie wie eine Schallplatte.

Die Daten werden in einer Spur abgelegt, die unter dem Mikroskop als Vertiefungen (sogenannte Pits) und Flächen (sogenannte Lands) erkennbar sind. Dieses "Muster" wird vom Lesegerät abgetastet, zum Beispiel einem CD-ROM-Laufwerk, und mit einem Laserlichtstrahl ausgelesen.

Die ersten CD-ROM-Spiele wie Street-Fighter-Portierung Fighting Street (PC Engine CD) oder The Manhole (PC) wurden bereits Ende der 80er Jahre veröffentlicht. Den Durchbruch schaffte das Medium aber erst, als die entsprechenden Laufwerke auch für den Endverbraucher erschwinglich wurden.

Action-Hits wie LucasArts' Star Wars: Rebel Assault (1993), das mit realen Schauspielern wie Mark "Luke Skywalker" Hamill protzende Wing Commander 3: Heart of the Tiger (1994) oder auch das Adventure The 7th Guest (1993) zeigten die immensen Gestaltungsmöglichkeiten, die sich mit dem größeren Speicher der CD-ROM eröffneten.

Von Floppy Disc bis SSD: Die Geschichte der PC-Speichermedien Quelle: Samsung Immerhin passten 650 bis 700 Megabyte auf die schimmernden Scheiben, ein Vielfaches im Vergleich zur Diskette. Den neu gewonnenen Spielraum nutzten die Entwickler, um Sprachausgabe und natürlich aufwendigere Grafiken zu integrieren. Nicht selten wurden sogar Audio-Tracks auf der Disc gespeichert, die dann passend zum Geschehen auf dem Bildschirm abgespielt wurden.

Das Problem an optischen Datenträgern wie CD-ROMs lag gerade im Gaming-Sektor in ihrer Empfindlichkeit. Daniel Maric, Produktmanager für MX Brand Memory bei Samsung Electronics Germany, erinnert sich an seine Gaming-Anfänge: "Ich war riesiger Fan von Fußball-Managern und besonders von Anstoß 2 Gold. Dadurch, dass ich diese CD die ganze Zeit mit mir schleppte, sah sie auch irgendwann entsprechend aus. Sie war so zerkratzt, dass das Laufwerk sie nicht mehr lesen konnte."

Auf die CD-ROM folgte schließlich 1996 die Einführung der Digital Versatile Disc (kurz: DVD). Der größte Unterschied: Im Vergleich zu den 650 beziehungsweise 700 Megabyte der CD-ROM passten hier satte 4,7 Gigabyte auf eine Scheibe. Für den Endkunden ein großer Nachteil: DVDs erforderten zwingend ein DVD-Laufwerk, sodass viele Nutzer auf- oder umrüsten mussten.

Bildergalerie

Sowohl für die Spiele- als auch für die Film- und Unterhaltungsindustrie war die DVD indes sehr wichtig. Immerhin konnten auf ihr gut zwei Stunden Videomaterial mit einer Auflösung von 720 x 480 (NTSC) beziehungsweise 720 x 576 (PAL) gespeichert werden. Gleiches gilt natürlich auch für Computer- und Videospiele, die Anfang der 2000er Jahre ebenfalls immer größer und komplexer wurden.

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